Silberpreis, Rohstoffe

Silberpreis korrigiert stark: Von 121 USD auf unter 69 USD – Charttechnik deutet auf weiteren Rückgang hin

25.03.2026 - 14:08:50 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Silberpreis ist nach dem Rekordhoch von 121,67 USD am 29. Januar 2026 auf etwa 69 US-Dollar abgestürzt. Chartanalysen sehen Potenzial für weitere Abverkäufe bis 63 USD, während industrielle Nachfrage und Makrofaktoren die Erholung bremsen könnten.

Silberpreis,  Rohstoffe,  Chartanalyse - Foto: THN
Silberpreis, Rohstoffe, Chartanalyse - Foto: THN

Der Silberpreis als Rohstoff hat in den vergangenen Wochen eine dramatische Korrektur durchlaufen. Nach dem Allzeithoch von 121,67 US-Dollar pro Feinunze am 29. Januar 2026 fiel der Spot-Preis bis auf rund 69 US-Dollar ab. Dieser Sturz markiert das Ende eines starken Aufwärtstrends, der von industrieller Nachfrage und Inflationserwartungen getrieben wurde.

Stand: Mittwoch, 25. März 2026, 14:08 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Der Ausverkauf nach dem Höchststand

Der Spot-Silberpreis, der den unmittelbaren physischen Markt widerspiegelt, erreichte am 29. Januar 2026 sein bisheriges Rekordhoch von 121,67 USD pro Unze. Seitdem hat es einen lehrbuchmäßigen Ausverkauf gegeben, bei dem der Preis auf 69 USD einbrach. Diese Bewegung wurde in charttechnischen Analysen bereits Ende Januar prognostiziert, da klassische Muster wie der Durchbruch unter wichtige Unterstützungslinien erkennbar waren. Der aktuelle Stand bei etwa 68,70 USD, wie von Umicore für den 24. März 2026 berichtet, bestätigt den Abwärtstrend.

Im Gegensatz zum Spot-Markt zeigen COMEX/CME-Silber-Futures eine ähnliche, aber leicht verzögerte Entwicklung. Die Frontmonats-Futures notieren derzeit um die 69 USD, mit einem Abstand zu früheren Hochs, der auf übermäßige Spekulation hinweist. Der LBMA-Silber-Benchmark, der den Fixpreis für den Londoner Spot-Markt setzt, hat ebenfalls nachgegeben, bleibt jedoch aufgrund physischer Lieferungen stabiler als Futures-Preise.

Charttechnische Gründe für den Rückgang

Chartanalysten identifizieren mehrere technische Signale, die den weiteren Abstieg erklären. Die Unterstützung bei 72 USD wurde durchbrochen, wodurch sie zum Widerstand wurde. Die nächste relevante Linie ist die 200-Tage-Durchschnittslinie bei knapp 63 USD. Darunter folgen die 50-Wochen-Linie bei 59 USD und eine langfristige Unterstützung bei 54 USD. Diese Level dienen als potenzielle Ziele für weitere Verkäufe, falls der Momentum anhält.

Diese Analyse basiert auf täglichen und wöchentlichen Charts des Spot-Silbers. Der RSI-Indikator (Relative Strength Index) zeigt derzeit überverkaufte Bedingungen, was eine kurzfristige Erholung andeuten könnte, aber das MACD (Moving Average Convergence Divergence) bestätigt den Abwärtstrend. Für europäische Investoren ist der Umrechnungseffekt relevant: Bei einem EUR/USD-Kurs von etwa 1,05 entspricht 69 USD rund 65,70 Euro pro Unze.

Makroökonomische Treiber des Preisrückgangs

Der dominante Trigger für die Korrektur liegt in einer Stärkung des US-Dollars und steigenden US-Renditen. Höhere Treasury-Yields machen nicht-zinsbringende Rohstoffe wie Silber unattraktiv, da Opportunitätskosten steigen. Zudem haben Fed-Erwartungen zu weniger Lockerung geführt, was Inflationsängste dämpft – ein klassischer Mechanismus, der Silberpreise drückt, da das Metall als Inflationsschutz gilt.

Geopolitische Risiken, die zuvor den Preis antrieben, haben nachgelassen. Der Nahost-Konflikt und Spannungen in Asien verloren an Intensität, was risikoscheues Verhalten in den Märkten fördert. ETF-Flüsse zeigen Abflüsse aus Silber-ETFs, was den Druck verstärkt. Die industrielle Nachfrage, insbesondere aus dem Solarsektor, bleibt robust, kann den makroökonomischen Druck jedoch nicht kompensieren.

Unterschiede zwischen Spot, Futures und Benchmark

Es ist entscheidend, Spot-Silber vom COMEX-Futures-Markt zu trennen. Während Spot-Preise physische Transaktionen widerspiegeln, werden Futures von Spekulanten dominiert. Derzeit divergieren sie minimal, mit Futures leicht über Spot, was auf eine Contango-Struktur (Futures teurer als Spot) hinweist. Der LBMA-Benchmark, fixiert zweimal täglich, dient als Referenz für physische Lieferungen und notiert stabiler, aktuell um 68-70 USD.

In Europa beeinflusst der schwache Euro den Silberpreis in Euro zusätzlich negativ. DACH-Investoren sehen den Preis in EUR/kg bei Umicore mit 2.410 Euro (Ankauf) bis 2.670 Euro (Verkauf unverarbeitet), was den Spot-USD-Preis widerspiegelt, aber mit Lager- und Verarbeitungskosten.

Industrielle Nachfrage als Stabilisator

Trotz Preisrückgang wächst die industrielle Nachfrage. Silber wird in Solarpaneelen, Elektronik und Medizin benötigt. Der Solarboom, getrieben von EU-Grünem Deal und US-Inflation Reduction Act, könnte einen Bodensupport bilden. Schätzungen sehen einen Supply-Defizit von 200 Millionen Unzen jährlich, was langfristig bullisch ist. Kurzfristig überwiegen jedoch Finanzmarkt-Faktoren.

In der DACH-Region profitiert die Industrie von stabilen Lieferketten. Deutsche Hersteller von Photovoltaik-Modulen lagern Silbervorräte, was physische Prämien stützt. Dennoch drückt der schwache Automobilsektor die Nachfrage.

Ausblick und Risiken für Investoren

Charttechnisch droht ein Test der 63-USD-Marke. Eine Erholung hängt von Dollar-Schwäche und Fed-Signalen ab. Europäische Investoren sollten ETCs wie das Leonteq Silver CHF Hedged beachten, das CHF-abgesichert ist und seit November 2025 stark performte. Risiken umfassen weitere Yield-Steigerungen und Rezessionsängste.

Positionierung in COT-Reports (Commitment of Traders) zeigt Netto-Lang-Positionen bei Spekulanten auf Rekordniveau vor dem Crash, nun reduziert – ein bullishes Contrarian-Signal. Physische Nachfrage aus Indien und China könnte den Boden stützen.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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