Silberpreis bricht ein: 50 Prozent Verlust seit Januar-Hoch durch Iran-Krieg und Zinserhöhungsängste
23.03.2026 - 16:05:20 | ad-hoc-news.deDer Silberpreis notiert heute, am 23. Maerz 2026, bei etwa 61 bis 64 US-Dollar pro Feinunze und hat seit dem Wochenstart weitere 5 bis 8 Prozent verloren. Dies beschleunigt einen Absturz, der seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs vor ueber drei Wochen ueber 30 Prozent betraegt. Vom Januar-Hoch bei knapp 122 Dollar ist der Verlust nun fast 50 Prozent.
Stand: 23. Maerz 2026
Dr. Felix Baarz, Edelmetalle-Marktanalyst. Der ploetzliche Einbruch zeigt, wie geopolitische Risiken und makrooekonomische Wendepunkte Silberpreise uebersteuern koennen.
Iran-Krieg als zentraler Trigger fuer den Absturz
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat sich seit Ende Februar zu einem massiven Verkaufsdruck auf Edelmetalle entwickelt. Silber, als volatileres Gut denn Gold, reagiert ueberempfindlich auf solche Ereignisse. Seit dem Kriegsausbruch vor mehr als drei Wochen hat der Spot-Silber ueber 30 Prozent verloren, waehrend Gold moderater korrigiert.
Bestätigte Fakten: Am Montagmorgen fiel Silber zeitweise auf 61 Dollar, bevor es sich leicht erholte auf 63,6 bis 64,25 Dollar. COMEX-Futures fuer Mai notierten Ende letzter Woche bei 69,66 Dollar, dem niedrigsten Stand seit Dezember 2025.
Warum das fuer Silber speziell relevant ist: Anders als Gold, das zentralbankgesteuert als Reserve dient, wird Silber zu 50 Prozent industriell verbraucht. Geopolitische Stressphasen triggern Liquidationen aus spekulativen Positionen, was den Preis ueberproportional drueckt. Der siebte Rueckgangstag in Folge an der COMEX unterstreicht dies.
Steigende US-Renditen und Fed-Erwartungen veraendern das Makrobild
Neben dem Iran-Krieg haben restriktivere Toene der Fed und anderer Zentralbanken den Druck verstärkt. Der Markt preist nun eine Zinserhoehung im September mit 75 Prozent Wahrscheinlichkeit ein, im Juli ueber 50 Prozent. Silber als unverzinstes Asset leidet unter hoeheren Opportunitaetskosten.
Reale Renditen steigen, der US-Dollar staerkt sich – beides klassische Gegner von Edelmetallen. Seit dem Hoechststand im Januar hat der Dollar-Index zugenommen, was Spot-Silber direkt belastet. Interpretation: Der Absturz laesst alle Jahresgewinne verpuffen, Spot-Silber liegt 15,87 Prozent unter dem Wochenstart.
Fuer DACH-Investoren: Die ECB bleibt dovish, doch ein staerkerer Dollar verteuert Euro-denominierte Silber-ETCs und physische Barren. Inflation in der Eurozone bleibt ueber 2 Prozent, doch hoehere US-Zinsen koennen globale Renditen anheben und Silbers Rolle als Inflationshedge schwächen.
Sixstes Angebotsdefizit – doch Preis ignoriert Fundamentale
Trotz des Einbruchs meldet das Silver Institute fuer 2026 das sechste Defizitjahr in Folge mit 67 Millionen Unzen. J.P. Morgan hat die Jahresprognose auf 81 Dollar angehoben, Quartalsziele bei 84-85 Dollar. Der 40-prozentige Rueckgang vom Januar-Hoch geht nicht auf Nachfrageschwäche zurueck, sondern auf makrobedingte Liquidationen.
Industrielle Nachfrage bleibt robust: Photovoltaik verbraucht trotz Reduktion des Silbergehalts pro Modul weiterhin 194 Millionen Unzen, bei 15 Prozent Wachstum der globalen Solarkapazitaet. China-Importe erreichen den hoechsten Stand seit acht Jahren, treiben lokale Preise ueber Weltmarktnotierungen.
Warum Investoren in Deutschland und der Schweiz aufpassen sollten: Europa ist stark in Solar-Photovoltaik involviert, mit steigender Eigenverbrauchs-Nachfrage. Ein niedriger Silberpreis koennte nun Einstiege in physisches Silber oder ETCs attraktiv machen, solange das Defizit anhält.
Charttechnik: Unterstuetzung bei 60 Dollar als Wendepunkt?
Technisch hat Silber die Haelfte des Aufschwungs seit dem Allzeittief verloren und testet nun 60 Dollar als wichtige Unterstuetzung. Solange ueber diesem Niveau, koennte ein Rebound auf 65-69 Dollar folgen. Der dreiteilige Absturz signalisiert ueberverkauftes Terrain.
Gold-Silber-Ratio: Sie hat sich ausgeweitet, da Gold bei 4.300 Dollar robuster faellt (-4 Prozent). Silber unterperformt, was auf spekulative Ueberhitzung hinweist. ETF-Flows fehlen aktuelle Daten, doch Liquidationen deuten auf Abfluesse hin.
Risiken: Weitere Eskalation im Nahen Osten koennte Lieferketten stoeren, paradoxerweise industrielle Nachfrage steigern. Gleichzeitig drohen hoehere Energiepreise Inflation zu befeuern, was langfristig Silber stuetzt.
DACH-Perspektive: Chancen in der Schwächephase
Fuer deutsche, oesterreichische und schweizerische Investoren bietet der Einbruch Einstiegschancen. Physisches Silber ueber Wiener Boerse oder Schweizer Raffinerien ist eurobezogen guenstiger geworden. ETCs wie Xetra-Gold-Silber-Varianten profitieren von Dollar-Schwankungen.
Industrie in der DACH-Region: Automobil-Elektrifizierung und Solaranlagenbau (z.B. in der Schweiz und Bayern) treiben Nachfrage. Ein BHP-Wheaton-Streaming-Deal ueber 4,3 Milliarden USD signalisiert langfristiges Vertrauen trotz Korrektur.
Steuerlich: In der Schweiz gilt Silber als roher Rohstoff, frei von Mehrwertsteuer bei Export. Oesterreich und Deutschland bieten Depot-ETCs fuer steueroptimierte Haltung. Warum jetzt handeln? Das Angebotsdefizit bleibt strukturell.
Ausblick: Prognosen und Katalysatoren
Kurzfristig pessimistisch per Kitco: Investoren rotieren in Energie-Sektor wegen Nahost-Risiken. China-Nachfrage koennte stuetzen, Importe hoechst seit acht Jahren. J.P. Morgan sieht 81 Dollar Jahresdurchschnitt, trotz kein schnelles Hoch.
Katalysatoren: Deeskalation Iran -> Preiserholung. Zinserhoehung Fed -> weiterer Druck. Solar-Nachfrage Q2 könnte ueberraschen. Sentiment: Volatil, mit Ueberverkaufsignalen.
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