Siemens, Intapp und ServiceNow starten KI-Agenten-Offensive
28.02.2026 - 20:40:06 | boerse-global.deDie Ära der autonomen KI-Arbeiter ist angebrochen. Diese Woche haben führende Technologiekonzerne eine neue Generation von KI-Plattformen vorgestellt, die eigenständige Agenten direkt in Geschäftsprozesse integrieren. Diese Marktwende von der Experimentierphase zur produktiven Nutzung stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Steuerung.
Die sogenannte agentische KI – Systeme, die selbstständig planen und mehrstufige Aufgaben ausführen – verlässt die Labore. Die jüngsten Ankündigungen von Siemens, Intapp und ServiceNow zielen auf hochspezialisierte Anwendungen ab, vom Chipdesign bis zur IT-Störungsbehebung. Der Wettlauf gilt nicht mehr nur intelligenten Modellen, sondern der Infrastruktur für eine neue digitale Belegschaft.
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Spezialisierte Plattformen erobern Schlüsselindustrien
Die neuen KI-Agenten sind für anspruchsvolle Geschäftsumfelder maßgeschneidert. Siemens bringt mit dem Questa One Agentic Toolkit eine Lösung für den Entwurf und die Verifikation integrierter Schaltkreise auf den Markt. Intelligente Agenten automatisieren dabei Aufgaben wie Code-Generierung, um die Lücke zwischen Design-Komplexität und Produktivität zu schließen.
Im regulierten Finanz- und Rechtssektor setzt Intapp auf seine Plattform Celeste. Sie nutzt Modelle von Partnern wie Microsoft, um „Experten-Agenten“ für Compliance, Deal-Management und Kundenakquise bereitzustellen. Das Unternehmen rechnet dadurch mit einem Zuwachs von vielen Milliarden Euro im addressierbaren Markt.
Ebenfalls in diese Richtung geht der Kommunikationsanbieter Sinch. Er ermöglicht „agentische Konversationen“ über Nachrichten, Sprache und E-Mail, die sich nahtlos in bestehende Unternehmenssysteme einfügen.
Vom Assistenten zum autonomen Kollegen
ServiceNow geht mit seiner Autonomous Workforce-Plattform einen Schritt weiter. Statt einzelner Aufgaben übernehmen KI-„Spezialisten“ komplette Jobfunktionen. Der erste dieser Art, der L1 Service Desk AI, bearbeitet IT-Störungen vom Anfang bis zur Lösung – rund um die Uhr. Damit entwickelt sich die KI von einem Assistenten wie Microsoft Copilot zu einem eigenständigen Mitarbeiter für einfache administrative Aufgaben.
Ein ähnliches Ziel verfolgt Perplexity mit Perplexity Computer. Das System koordiniert 19 spezialisierte KI-Modelle, um komplexe Workflows über lange Zeiträume ohne menschliches Zutun auszuführen. Es agiert weniger wie ein Chatbot, sondern eher wie ein digitaler Angestellter, der Ziele in Teilaufgaben zerlegt und Dateisysteme sowie APIs nutzt.
Dringender Bedarf an Standards und Überwachung
Mit der wachsenden Zahl autonomer Agenten wird die Frage der Governance akut. Die Agentic AI Foundation (AAIF) unter dem Dach der Linux Foundation verzeichnete diese Woche einen massiven Zulauf: 97 neue Mitglieder wie Red Hat und ServiceNow schlossen sich an. Sieben Arbeitsgruppen entwickeln bereits offene Standards für Identität, Vertrauen und Überwachung, um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden.
Die Privatwirtschaft zieht nach. New Relic und Cisco (mit einem Monitoring-Tool für die Splunk Observability Cloud) bieten Lösungen an, um Leistung, Kosten und Verhalten der KI-Agenten in Echtzeit zu überwachen. Diese Tools werden essenziell, um unerwünschte Folgen und explodierende Betriebskosten zu verhindern.
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Daten-Infrastruktur als kritischer Erfolgsfaktor
Die Entwicklungen zeigen: 2026 wird das Jahr, in dem agentische KI zum Kern der Unternehmens-IT-Strategie wird. Der Markt driftet von allgemeinen Assistenten zu spezialisierten, autonomen Systemen. Branchenanalysten wie Gartner sagen voraus, dass bis Ende 2026 bereits 40 Prozent der Unternehmensanwendungen KI-Agenten integrieren werden.
Doch der erfolgreiche Einsatz hängt an einer Voraussetzung: Viele Unternehmen stellen fest, dass ihre bestehende Daten-Infrastruktur den Anforderungen nicht gewachsen ist. Der Erfolg der neuen Plattformen wird davon abhängen, ob Workflows neu gestaltet und Daten sauber sowie zugänglich gemacht werden können.
Die Zukunft dürfte weitere vertikalspezifische Plattformen und komplexe Multi-Agenten-Systeme bringen, in denen KI-Teams zusammenarbeiten. Die Arbeit der AAIF wird für ein vertrauenswürdiges, interoperables Ökosystem entscheidend sein. Mit der integration der KI-Agenten rücken Sicherheit, Governance und die messbare Rendite dieser autonomen Belegschaft in den Fokus.
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