Siemens Aktie: KI-Dilemma
25.02.2026 - 22:49:37 | boerse-global.deSiemens profitiert sichtbar vom KI-Boom – und wird gleichzeitig genau daran gemessen, ob die eigene Industriesoftware in ein paar Jahren selbst unter Druck gerät. Eine Bloomberg-Analyse von heute legt den Finger in diese Wunde und zeigt: Am Markt gehen die Meinungen über die langfristige KI-Wirkung zunehmend auseinander. Kann der Konzern KI als Wachstumsmotor nutzen, ohne dass generative Modelle am Ende das Softwaregeschäft aushöhlen?
Rückenwind aus dem operativen Geschäft
Die Diskussion trifft Siemens in einer Phase, in der die Zahlen Stabilität ausstrahlen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) wuchs der Auftragseingang auf 21,4 Mrd. Euro, der Umsatz stieg auf 19,1 Mrd. Euro. Der Gewinn im Industriegeschäft legte auf 2,9 Mrd. Euro zu, die Marge verbesserte sich auf 15,6%.
Wichtig für die Bewertung: Siemens hat nach dem Quartal die EPS-Prognose (vor PPA) für 2026 leicht angehoben – auf 10,70 bis 11,10 Euro nach zuvor 10,40 bis 11,00 Euro. Gleichzeitig relativiert sich das niedrigere Nettoergebnis von 2,2 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr, weil damals der Verkauf von Innomotics das Bild verzerrte.
Am Markt wirkt das Kursbild passend „solide, aber nicht euphorisch“: Der Schlusskurs liegt heute bei 245,55 Euro. Damit notiert die Aktie rund 6,1% unter dem 52?Wochen?Hoch von 261,55 Euro, aber gut 40% über dem 52?Wochen?Tief.
Datencenter als KI-Profiteur – Software als Prüfstein
Ein klarer Treiber in den jüngsten Aussagen: das Datencenter-Geschäft. Laut Reuters verwies CEO Roland Busch darauf, dass der Umsatz in diesem Segment im Quartal um mehr als ein Drittel gestiegen sei – und die Nachfrage die Erwartungen des Managements deutlich übertroffen habe. Siemens positioniert sich hier mit Elektrifizierungs- und Automatisierungslösungen für Rechenzentren und arbeitet laut Earnings Call mit Partnern wie NVIDIA und Microsoft zusammen.
Parallel bleibt die Software der neuralgische Punkt der Debatte. Die Annual Recurring Revenue (ARR) im Software-Bereich von Digital Industries wuchs organisch um 10% im Jahresvergleich. Außerdem läuft die Integration von Altair Engineering, das Siemens für rund 10 Mrd. US?Dollar übernommen hat, laut Management planmäßig.
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Genau an dieser Schnittstelle setzt Bloomberg an: Während KI Investitionen in Infrastruktur und Automatisierung anschiebt, wächst bei Investoren die Sorge, dass generative KI mittelfristig industrielle Softwarelösungen kannibalisieren könnte – etwa in Bereichen wie CAE und PLM. Busch hielt dagegen und verwies laut Bloomberg auf die hohe Komplexität und die geringe Fehlertoleranz industrieller Simulationssoftware als Eintrittsbarriere.
Umbau mit Healthineers als zweites Thema
Neben KI treibt Siemens den Konzernumbau weiter voran. Bereits im November 2025 kündigte das Unternehmen an, den rund 67%-Anteil an Siemens Healthineers zu dekonsolidieren. Geplant ist, 30% der Healthineers-Anteile per Abspaltung an Siemens-Aktionäre zu übertragen. Details sollen Anfang des zweiten Kalenderquartals 2026 folgen; Busch bestätigte diesen Zeitplan auf der Hauptversammlung am 12. Februar.
Auch personell gibt es Bewegung: Reuters zufolge übernimmt Peter Koerte ab Juli 2026 die Leitung der Division Smart Infrastructure.
Zum Ausblick: Siemens bestätigte für 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8% auf Konzernebene. Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 120 Mrd. Euro (Rekord). Die nächste konkrete Wegmarke ist der 13. Mai 2026: Dann stehen die Q2-Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 an – und damit neue Daten, ob der KI-Rückenwind aus Datencentern und Automatisierung die Sorgen um die Software-Seite überdeckt oder weiter schürt.
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