SharpaWave, Roboterhand

SharpaWave: Roboterhand aus Serienfertigung soll Automatisierung revolutionieren

11.01.2026 - 21:24:12

Sharpa Robotics löst mit der Serienproduktion der sensiblen SharpaWave-Hand einen Schlüsselengpass für humanoide Roboter. Die Technologie mit 22 Freiheitsgraden ermöglicht feinste Manipulationen.

Singapur – Mit der Serienfertigung seiner hochsensiblen Roboterhand SharpaWave löst der Hersteller Sharpa Robotics einen zentralen Engpass in der Automatisierung. Die Technologie, die menschliche Fingerfertigkeit nachahmt, könnte der Schlüssel für den Durchbruch von Servicerobotern sein.

Vom Labor in die Fabrikhallen

Bislang waren menschenähnliche Roboterhände teure Einzelstücke für Forschungslabore. Das singapurische Unternehmen Sharpa Robotics hat nun den Schritt in die industrielle Massenproduktion geschafft. Damit wird erstmals eine zuverlässige, hochpräzise Hand in größeren Stückzahlen verfügbar – eine Grundvoraussetzung für den Einsatz von Humanoiden in der echten Welt.

Die SharpaWave unterscheidet sich fundamental von simplen Greifern. Mit 22 Freiheitsgraden bewegt sie jeden Finger einzeln und kann so nicht nur zupacken, sondern auch feinfühlig agieren. Das ermöglicht Aufgaben vom Bedienen von Werkzeugen bis zum Hantieren mit zerbrechlichen Objekten.

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Fühlen durch Sehen: Die Technologie dahinter

Das Geheimnis der Präzision liegt in der proprietären „Dynamic Tactile Array“-Technologie (DTA). Jede Fingerspitze beherbergt eine Miniaturkamera und über 1.000 taktile Sensorelemente. Dieses visuell-taktile System erfasst in Echtzeit Oberflächenbeschaffenheit, Druck und Rutschgefahr. Die Hand spürt Berührungen von nur 0,005 Newton – fast so leicht wie eine Feder –, kann aber auch mit über 20 Newton kraftvoll zupacken.

Für die Serienreife war vor allem die Haltbarkeit entscheidend. Das Unternehmen setzt auf automatisierte Tests für die tausenden Mikrogetriebe und Motoren. Die nun produzierten Einheiten sind für über eine Million Greifzyklen zertifiziert, ein Wert, der an Automobilstandards heranreicht. Ein modularer Aufbau erlaubt zudem den Austausch einzelner Finger, was Wartungskosten und Ausfallzeiten drastisch reduziert.

Der Praxistest: Ein Roboter spielt Karten und baut Papierwindmühlen

Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas demonstrierte Sharpa die Fähigkeiten der Hand am eigenen Humanoiden „North“. Die Vorführungen ließen Fachleute aufhorchen:
* Der Roboter bestritt ein Tischtennis-Duell mit einer Reaktionszeit von nur 0,02 Sekunden.
* Er mischte und teilte ein Kartenspiel aus, eine Aufgabe, die feinstes Reibungsmanagement erfordert.
* In der komplexesten Demonstration faltete und baute er über 30 Schritte hinweg eine Papierwindmühle.

Analysten werteten dies als Durchbruch. Es zeige, dass das System langfristige, komplexe Abfolgen bewältigen kann – und nicht nur isolierte Kunststücke.

Wettlauf um die „physische Intelligenz“

Der Produktionsstart kommt zu einem strategischen Zeitpunkt. Während Künstliche Intelligenz (KI) immer besser plant und entscheidet, fehlte es oft an der „physischen Intelligenz“ für die Ausführung. Unternehmen wie Sharpa liefern nun die Hardware, um die Befehle der KI-Köpfe auch in der realen Welt umzusetzen.

Mit seinem Fokus auf Massenfertigung und höchste Sensorik positioniert sich Sharpa anders als manche Konkurrenten, die auf Leichtbau setzen. Die offene Software-Architektur, inklusive der „SharpaPilot“-App und Kompatibilität mit NVIDIA Isaac Gym, zielt darauf ab, zum Standard-Entwicklungsplattform für Greifforschung zu werden.

Ausblick: Ein neuer Standard für die Robotik?

Mit den ersten Auslieferungen an kommerzielle und akademische Kunden wird nun ein Schub in der Anwendungsentwicklung erwartet. Die Technologie könnte die Forschung in den Bereichen Teleoperation (Fernsteuerung für Gefahrenbereiche) und autonome Haushaltshilfen beschleunigen.

Perspektivisch ist denkbar, dass andere Hersteller von Humanoiden die SharpaWave-Hände lizenzieren, anstatt eigene Lösungen zu entwickeln. Sollte Sharpa die Qualität in der Großserie halten, könnte die Roboterhand zum De-facto-Standard für die nächste Generation vielseitiger Serviceroboter werden – und die lang erwartete, menschenzentrierte Automatisierung entscheidend voranbringen.

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