ServiceNow-Aktie, Zahlen-Schock

ServiceNow-Aktie nach Zahlen-Schock: Chance für mutige DAX-Anleger?

22.02.2026 - 20:52:48 | ad-hoc-news.de

ServiceNow hat starke Cloud-Zahlen – doch die Aktie geriet zuletzt unter Druck. Warum Profi-Investoren trotzdem überwiegend optimistisch bleiben und was das für deutsche Anleger im Vergleich zu DAX-Techwerten bedeutet.

Bottom Line zuerst: Die Aktie von ServiceNow Inc. hat nach den jüngsten Quartalszahlen deutlich geschwankt – trotz starker Cloud-Nachfrage und hoher Margen. Für deutsche Anleger eröffnet sich damit ein spannendes Chance-Risiko-Profil im Vergleich zu heimischen Techwerten wie SAP oder Software AG. Was Sie jetzt wissen müssen...

ServiceNow gehört zu den profitabelsten Wachstumswerten im Cloud-Segment. Dennoch reagierte der Markt zuletzt nervös auf den Ausblick des Managements – und genau hier liegt die mögliche Einstiegschance für langfristig orientierte Anleger aus Deutschland.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

ServiceNow ist ein US-Softwarekonzern, der sich auf digitale Workflows und Automatisierung in Unternehmen spezialisiert hat. Die Plattform hilft Firmen, Prozesse von IT über HR bis hin zu Kundenservice zu digitalisieren und zunehmend mit KI zu automatisieren. In Zeiten von Kostendruck und Fachkräftemangel ist dieses Geschäftsmodell strukturell attraktiv.

In den jüngsten Quartalszahlen meldete ServiceNow erneut ein kräftiges Wachstum bei den Subskriptionsumsätzen. Insbesondere große Unternehmenskunden ("large enterprise deals") und Vertragsverlängerungen mit höherem Volumen stützten den Umsatz. Die Marge blieb dabei auf hohem Niveau, was die Preissetzungsmacht des Unternehmens unterstreicht.

Dennoch reagierte der Markt kurzfristig empfindlich auf vorsichtigere Töne im Ausblick. Investoren hatten teilweise noch ambitioniertere Wachstumsraten eingepreist, weshalb selbst solide Zahlen nicht ausreichten, um neue Kursrekorde zu rechtfertigen. Die Folge: Gewinnmitnahmen und erhöhte Volatilität – ein typisches Muster bei hoch bewerteten Qualitätswerten.

Für deutsche Anleger ist wichtig zu verstehen: Die operative Story ist intakt, der Bewertungsdruck aber real. ServiceNow wird an der Börse mit einem deutlichen Wachstumsaufschlag gegenüber klassischen Softwarewerten gehandelt. Schon kleine Abweichungen im Ausblick können dann größere Kursausschläge auslösen.

Im direkten Vergleich mit SAP zeigt sich ein klarer Unterschied in der Investment-Story. SAP steht stärker für den Umbau des bestehenden Lizenzgeschäfts in die Cloud und für Effizienzprogramme, während ServiceNow eher als reiner Wachstums-Play im Bereich Workflow-Automatisierung gilt. Wer also über deutsche Broker auf US-Tech setzt, diversifiziert mit ServiceNow seine Cloud-Exponierung außerhalb der typischen Mega-Caps wie Microsoft oder Alphabet.

Der Kursverlauf der letzten Wochen zeigt zudem, wie stark die Aktie auf Zins- und Makronachrichten reagiert. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen erhöhen den Diskontierungsfaktor für zukünftige Gewinne – hoch bewertete Growth-Aktien wie ServiceNow reagieren dann überproportional. Für Anleger im Euroraum kommt ein zweiter Hebel hinzu: der Wechselkurs.

Wechselkurs-Effekt für deutsche Anleger:

  • ServiceNow notiert in US-Dollar an der NYSE.
  • Ein schwächerer Euro kann Kursverluste teilweise abfedern, ein stärkerer Euro Gewinne schmälern.
  • Wer über Xetra oder Tradegate handelt, investiert faktisch trotzdem in USD-Risiko, nur über den heimischen Handelsplatz.

Das heißt: Wer die ServiceNow-Aktie aus Deutschland kauft, sollte nicht nur auf die Unternehmenszahlen, sondern auch auf die Zinsentwicklung in den USA und den EUR/USD-Wechselkurs achten. Gerade bei mittelfristigem Anlagehorizont kann der Währungseffekt einen spürbaren Anteil der Gesamtrendite ausmachen.

Gleichzeitig ist ServiceNow längst operativ in Europa und Deutschland angekommen. Viele DAX- und MDAX-Konzerne setzen auf die Plattform für IT-Service-Management und interne Prozesse. Dadurch profitieren deutsche Unternehmen von der Effizienz der Lösung – und deutsche Aktionäre können indirekt über heimische Titel davon profitieren, parallel aber auch direkt am US-Wachstum von ServiceNow partizipieren.

Investment-These für deutsche Anleger:

  • Strukturelles Wachstum durch Automatisierung und KI in Unternehmen.
  • Hohe Kundenbindung durch Plattform-Charakter und integrierte Workflows.
  • Risiko bleibt die ambitionierte Bewertung und die Abhängigkeit von IT-Budgets großer Konzerne.

In Foren und auf Social-Media-Plattformen wird ServiceNow derzeit kontrovers diskutiert. Viele Trader sehen nach der jüngsten Korrektur eine attraktive Nachkaufgelegenheit, verweisen aber auf die Gefahr weiterer Rücksetzer bei unerwartet schwachen Makrodaten oder einem generellen Risk-off-Modus am Markt. Langfristige Investoren betonen dagegen, dass ServiceNow eine "Compounder-Story" bleiben könne – also ein Unternehmen, das Gewinne und Cashflows über Jahre hinweg stetig steigert.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Mehrheit der großen Analystenhäuser bleibt trotz der jüngsten Kursvolatilität positiv für ServiceNow gestimmt. Basierend auf den aktuell einsehbaren Einschätzungen von Instituten wie Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley und deutschen Häusern wie der Deutschen Bank überwiegen weiterhin Kaufempfehlungen gegenüber Halte- oder Verkaufsvoten.

Typischerweise liegen die von diesen Banken veröffentlichten Kursziele über dem aktuellen Börsenkurs, was ein moderates bis deutliches Aufwärtspotenzial signalisiert. Gleichzeitig sind mehrere Analysten in den vergangenen Wochen dazu übergegangen, ihre Kursziele anzupassen – weniger aus Enttäuschung über die letzten Zahlen, sondern um ein realistischeres Verhältnis von Wachstum und Bewertung abzubilden.

Für deutsche Privatanleger sind vor allem drei Punkte aus den Analystenkommentaren relevant:

  • Bewertungsniveau: Viele Häuser betonen, dass ServiceNow zwar teuer im Vergleich zum Gesamtmarkt ist, die Prämie aber durch Wachstum, Margen und Marktposition teilweise gerechtfertigt wird.
  • Wachstumstreiber: Genannt werden insbesondere die Ausweitung der Plattform in neue Unternehmensbereiche, der verstärkte Einsatz von KI-Funktionen und die Internationalisierung – inklusive Europa und Deutschland.
  • Risiko-Szenarien: Vorsicht gilt bei einer möglichen Abkühlung der IT-Budgets großer Konzerne, insbesondere im Finanz- und Industriesektor, sowie bei stärkeren Konkurrenzaktivitäten anderer Cloud-Anbieter.

Interessant für Anleger im deutschsprachigen Raum: Einige Research-Häuser vergleichen ServiceNow direkt mit SAP und anderen europäischen Softwarespezialisten. Der Tenor: Während SAP eher als "Value + Transformation" gespielt wird, gilt ServiceNow als klarer Growth-Titel. Ein ausgewogenes Tech-Depot kann daher beide Titel kombinieren – mit dem Bewusstsein, dass ServiceNow die volatilere Komponente sein dürfte.

Wer bereits in der Aktie engagiert ist, sollte die nächsten Quartalszahlen und den Ausblick besonders im Blick behalten. Entscheidend ist, ob ServiceNow seine hohe Wachstumsdynamik halten und gleichzeitig die Profitabilität weiter verbessern kann. Gelingt dies, würden die positiven Analystenstimmen und Kursziele im Nachhinein eher konservativ wirken. Bleibt das Wachstum dagegen hinter den Erwartungen zurück, ist mit weiteren Abwärtsrevisionen zu rechnen.

Deutsche Anleger sollten außerdem prüfen, ob sie die Aktie direkt in USD über die NYSE kaufen oder über deutsche Handelsplätze wie Xetra oder Tradegate ordern. In beiden Fällen spielt die persönliche Risikobereitschaft eine zentrale Rolle: ServiceNow eignet sich eher als Baustein in einem breit gestreuten Portfolio als für eine hochkonzentrierte Einzelwette.

Fazit für Anleger in Deutschland: ServiceNow bleibt ein hochwertiger, aber anspruchsvoll bewerteter Wachstumswert aus dem US-Techsektor. Wer sich der höheren Volatilität und dem Währungsrisiko bewusst ist, kann die jüngsten Rücksetzer als Gelegenheit sehen, schrittweise eine Position aufzubauen – idealerweise im Rahmen einer breiten Diversifikation über Branchen und Regionen hinweg.

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