Schleswig-Holstein zeigt Europa den Weg zur digitalen Souveränität
26.01.2026 - 17:24:12Europas öffentliche Verwaltungen reduzieren massiv ihre Abhängigkeit von US-Tech-Riesen. Ein neuer Bericht zeigt: Die Bewegung für digitale Souveränität gewinnt an Fahrt. An vorderster Front steht das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein. Sein groß angelegter Umstieg auf Open-Source-Software wie LibreOffice wird zum europaweit beachteten Modellprojekt.
Es geht um mehr als einen Technikwechsel. Es ist ein grundlegender Wandel der IT-Philosophie. Getrieben wird er von Sorgen um Datenschutz, teure Lizenzabhängigkeiten und geopolitische Risiken. Deutsche Behörden gehen voran und liefern damit eine Blaupause für andere Regierungen. Sie wollen die Kontrolle über ihre digitalen Kernsysteme zurückgewinnen. Das Projekt im Norden Deutschlands gilt als eine der ambitioniertesten Tech-Transformationen der jüngeren Zeit im öffentlichen Sektor.
Die Blaupause aus dem Norden
Schleswig-Holstein tauscht systematisch seine zentrale Microsoft-Software gegen quelloffene Alternativen aus. Für seine Beamten und Mitarbeiter bedeutet das: Microsoft Office wird durch LibreOffice ersetzt. Die E-Mail-Infrastruktur mit Exchange und Outlook weicht der Kombination aus Open-Xchange und Thunderbird. Langfristig soll sogar das Windows-Betriebssystem Linux Platz machen.
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Dieser strategische Umzug ist Teil einer breiteren Initiative in Deutschlands öffentlicher Verwaltung. Open-Source-Software und offene Standards sollen bevorzugt werden. Das Ziel? Bessere Zusammenarbeit zwischen Systemen, das Umgehen restriktiver Lizenzverträge und die vollständige Hoheit über öffentliche Daten. Durch den Aufbau eines Ökosystems auf transparenter, überprüfbarer Open-Source-Basis will das Land eine widerstandsfähigere und unabhängigere digitale Infrastruktur schaffen.
Digitale Souveränität: Die treibende Kraft
Der Hauptantrieb für Deutschlands Open-Source-Bewegung ist das Prinzip der digitalen Souveränität. Dieses Konzept beschreibt die Fähigkeit einer Organisation oder Nation, ihr digitales Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – frei von Abhängigkeiten zu externen Akteuren. Für Regierungen hat das tiefgreifende Folgen für nationale Sicherheit, regulatorische Compliance und strategische Autonomie.
Software, die vollständig transparent ist und komplett offline ohne versteckte Datensammlung läuft, ermöglicht einen besseren Schutz sensibler Informationen. Die Gefahr ausländischer Überwachung oder plötzlicher Unternehmensentscheidungen sinkt. Diese Haltung findet in ganz Europa Anklang.
So kündigten etwa DNS Belgium, die Verwaltung der belgischen Internet-Domains, und das finnische Tech-Unternehmen Vertics kürzlich an, sich von amerikanischen Cloud-Diensten zu lösen. Als Grund nennen sie geopolitische Realitäten. Auch Behörden in Frankreich, den Niederlanden und Italien arbeiten gemeinsam an teilbaren, offenen Digital-Lösungen. Das signalisiert ein koordiniertes, gesamteuropäisches Interesse am Bruch technologischer Abhängigkeiten.
Herausforderungen auf dem Weg
Tausende Verwaltungsmitarbeiter von einer tief verwurzelten Software-Umgebung in eine neue zu überführen, ist eine Herkulesaufgabe. Der Übergang erfordert massive Investitionen in Schulungen. Die reibungslose Zusammenarbeit mit externen Partnern, die noch proprietäre Formate nutzen, muss gewährleistet sein. Spezialfunktionen müssen oft durch individuelle Lösungen nachgebaut werden.
Der langfristige Erfolg der schleswig-holsteinischen Initiative hängt davon ab, zu beweisen, dass die Vorteile der digitalen Souveränität die Kosten und Komplexität der Migration überwiegen. Das Projekt, das bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll, wird von anderen Verwaltungen genau beobachtet. Sein Ausgang wird künftige Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene beeinflussen. Historisch betrachtet hatten ähnliche Großprojekte im europäischen öffentlichen Sektor gemischte Ergebnisse. Das macht Schleswig-Holsteins methodischen Ansatz zu einem kritischen Praxistest.
Eine neue Ära für die Behörden-IT
Der strategische Schwenk zu LibreOffice und anderen Open-Source-Lösungen im deutschen öffentlichen Sektor markiert einen potenziellen Wendepunkt für die IT-Beschaffung von Behörden in Europa. Das Streben nach digitaler Souveränität ist kein Nischenthema mehr, sondern ein zentrales Politikziel. Es soll Sicherheit und langfristige Stabilität gewährleisten.
Während das Projekt in Schleswig-Holstein voranschreitet, liefert es wertvolle Daten und praktische Erkenntnisse. Sie zeigen, wie ein vollständig unabhängiger, Open-Source-basierter Digital-Arbeitsplatz im großen Maßstab machbar ist. Der Erfolg dieses ambitionierten Vorhabens könnte eine Welle ähnlicher Migrationen in ganz Europa beschleunigen. Das würde die Technologielandschaft für öffentliche Verwaltungen fundamental verändern und einen neuen Standard für Produktivität und Unabhängigkeit im digitalen Zeitalter setzen.
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