Handel WeihnachtsgeschÀft, Schlechte

Handel: WeihnachtsgeschÀft deutlich schlechter als 2022

25.12.2023 - 14:05:58

Schlechte Konsumstimmung, magere UmsÀtze: Der Einzelhandel zieht zum Abschluss des WeihnachtsgeschÀftes eine negative Bilanz.

"Das GeschĂ€ft war leider deutlich schlechter als 2022 und verlief ohne große Impulse", sagte Stefan Genth, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Handelsverband Deutschland (HDE), der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Drittel der HĂ€ndler sind demnach unzufrieden und beklagen schlechtere UmsĂ€tze als im Vorjahr, nur jeder Sechste Ă€ußert sich zufrieden. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage des Verbandes unter mehr als 350 Unternehmen. Obwohl das WeihnachtsgeschĂ€ft schon 2022 nicht gut gewesen sei, erwartet Genth ein preisbereinigtes Minus von fĂŒnf bis sechs Prozent. Der HDE rechnet im November und Dezember 2023 mit UmsĂ€tzen in Höhe von rund 120 Milliarden Euro.

Den Hauptgrund fĂŒr den enttĂ€uschenden Jahresabschluss sieht Genth in der massiven KonsumzurĂŒckhaltung. Rezession, die hohe Inflation und Kriege hĂ€tten "bei den Verbrauchern große Unsicherheit ausgelöst und das Konsumverhalten sehr negativ geprĂ€gt". Auch der Einzelhandel hĂ€tte aufgrund von steigenden Energiekosten und höheren Einkaufspreisen mit einigen Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen gehabt.

Genth sieht jedoch auch Lichtblicke. Die verkaufsoffenen Sonntage seien in GroßstĂ€dten gut angenommen worden. Besonders gut gelaufen sei das GeschĂ€ft im Sporthandel. "Die Menschen sind geneigt, etwas fĂŒr sich zu tun. Dieser Trend aus der Corona-Zeit hat sich jetzt erneut bestĂ€tigt", sagt Genth. Weniger zufrieden waren HĂ€ndler im Bereich Bekleidung. Die Branche habe nicht die gewohnten UmsĂ€tze erzielen können und die Verunsicherung der Bevölkerung besonders gespĂŒrt.

EnttĂ€uschend lief auch das GeschĂ€ft im Internet. Nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) habe der Online-Handel kaum vom WeihnachtsgeschĂ€ft profitieren können. Der Handelsverband ist dennoch zufrieden mit der Entwicklung: Genth sieht eine SeitwĂ€rtsbewegung auf hohem Niveau. Die UmsĂ€tze seien 40 Prozent höher als noch 2019. Auch viele kleinere und mittlere GeschĂ€fte hĂ€tten das Online-GeschĂ€ft demnach inzwischen fĂŒr sich entdeckt.

Trotz des enttĂ€uschenden Jahresabschlusses blickt der Einzelhandel mit gedĂ€mpft optimistischen Erwartungen auf 2024. Der Arbeitsmarkt wirke stabilisierend, die Inflation gehe deutlich zurĂŒck. "Das sind gute Voraussetzungen dafĂŒr, dass die Menschen wieder sicherer und optimistischer werden und sich die Konsumstimmung verbessert", sagt Genth. Dadurch könne auch die Neigung zu höherpreisigen Anschaffungen wieder zunehmen.

Dennoch wird der Handel im neuen Jahr erneut mit Herausforderungen zu kÀmpfen haben. Genth verweist auf die negativen Auswirkungen der Kriege in der Ukraine und in Nahost. Zudem seien viele HÀndler von Lieferschwierigkeiten und ArbeitskrÀftemangel betroffen. Im Einzelhandel sind demnach mehr als 100 000 Stellen unbesetzt.

@ dpa.de