Schattenkampagnen: Spionagegruppe infiltriert Regierungen in 37 Ländern
07.02.2026 - 08:54:12Eine hochsophistische Cyber-Spionagekampagne hat im vergangenen Jahr weltweit Regierungen und kritische Infrastrukturen kompromittiert. Die als TGR-STA-1030 identifizierte, mutmaßlich staatlich unterstützte Gruppe aus Asien hat sensible Wirtschafts-, Diplomatie- und Sicherheitsdaten in nahezu jedem fünften Land der Welt erbeutet.
Die von Forschern der Unit 42 von Palo Alto Networks aufgedeckten „Schattenkampagnen“ zeigen eine alarmierende Entwicklung. Die Angreifer sind von simplen Phishing-Versuchen zur Ausnutzung bekannter Schwachstellen in Unternehmenssoftware wie Microsoft Exchange, SAP und Atlassian übergegangen. Allein Ende 2025 führten sie Aufklärung gegen Regierungsnetze in 155 Ländern durch. Ihr Hauptziel: Wirtschaftsspionage, insbesondere im Umfeld von Handelsabkommen und Rohstoffvorkommen.
Angriffsmuster: Maßgeschneiderte Malware und getarnte Infrastruktur
Die Gruppe arbeitet mit bemerkenswerter technischer Agilität. Nach dem Eindringen setzt sie maßgeschneiderte Schadsoftware ein, um unentdeckt zu bleiben. Ein Schlüsselinstrument ist der neu identifizierte Linux-Rootkit „ShadowGuard“. Dieser nutzt eBPF-Technologie, um seine Prozesse tief im Systemkern zu verstecken – eine enorme Herausforderung für Sicherheitsscanner.
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Zur Tarnung mietet die Gruppe Server-Infrastruktur bei legitimen VPS-Anbietern in den USA, Großbritannien und Singapur an. So verschleiert sie ihre Kommunikation mit den kompromittierten Systemen. Der Name einer Malware-Datei verrät die Herkunft: „DiaoYu.exe“ – chinesisch für „Fischen“, ein klarer Verweis auf die Phishing-Einstiege.
Gezielte Jagd auf Wirtschafts- und Staatsgeheimnisse
Das Zielprofil ist eindeutig strategisch. Auf der Opferliste stehen fünf nationale Polizei- oder Grenzschutzbehörden, drei Finanzministerien sowie zahlreiche Handels-, Rohstoff- und Außenministerien. Auch nationale Parlamente, hochrangige Amtsträger und Telekommunikationsunternehmen wurden erfolgreich angegriffen.
Die Angreifer erbeuteten hochsensible Daten direkt von E-Mail-Servern. Darunter: Details zu Finanzverhandlungen, private Bankinformationen und militärische Lageberichte. Auffällig ist die zeitliche Kopplung an geopolitische Ereignisse. So fanden intensive Aufklärungsaktivitäten gegen IP-Adressen in Amerika genau während wichtiger politischer Entwicklungen in der Region statt.
Globale Bedrohung und die Spur nach Asien
Die Kampagne unterstreicht die systemischen Schwachstellen globaler Lieferketten. Die Forscher haben die Angriffe noch keinem Staat direkt zugeschrieben. Die Analyse zeigt jedoch Verbindungen zu IP-Adressen eines großen chinesischen Telekommunikationsanbieters.
Der Fokus auf Wirtschaftsinformationen entspricht klassischen staatlichen Strategien zur Wettbewerbsvorteilssicherung. Die Erkenntnisse werden bereits mit Behörden wie der US-Cybersicherheitsbehörde CISA geteilt, um Gegenmaßnahmen zu koordinieren.
Anhaltende Gefahr und notwendige Abwehr
TGR-STA-1030 bleibt aktiv. Experten erwaten, dass die Gruppe ihre Werkzeuge weiter verfeinern wird. Besonders Länder mit neuen Handelsabkommen oder bedeutenden Rohstoffvorkommen dürften im Visier bleiben.
Gegenmaßnahmen konzentrieren sich auf drei Bereiche: Konsequentes Patch-Management, um bekannte Lücken zu schließen, verbesserte E-Mail-Sicherheit gegen Phishing und moderne Endpoint-Detection-Lösungen, die auch Tarnkappen-Malware wie ShadowGuard erkennen können. Im Kampf gegen staatliche Spionagekampagnen dieser Größenordnung wird internationale Kooperation zum entscheidenden Faktor.
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