SAP und Google starten KI-Zertifizierungen, während weltweit erste ISO-Akkreditierung erteilt wird
18.01.2026 - 10:02:12Die Ära der standardisierten KI-Verwaltung hat begonnen. Diese Woche fielen gleichzeitig zwei entscheidende Pflöcke für die globale Regulierung Künstlicher Intelligenz. Während Großbritanniens Akkreditierungsstelle die weltweit erste Zertifizierung für KI-Managementsysteme freigab, lancierten Tech-Giganten wie Google und SAP neue Ausbildungsprogramme für KI-Administratoren. Damit endet die „Wildwest“-Phase der KI-Nutzung.
Erste akkreditierte ISO 42001-Zertifizierung ist verfügbar
Am Donnerstag, dem 15. Januar 2026, setzte der United Kingdom Accreditation Service (UKAS) einen historischen Meilenstein. Die Behörde akkreditierte das British Standards Institute (BSI) als erste Zertifizierungsstelle weltweit für den Standard ISO/IEC 42001:2023. Dieser Standard definiert die Anforderungen an ein künstliches Intelligenz-Managementsystem (AIMS).
Bisher konnten Unternehmen lediglich behaupten, den Richtlinien zu entsprechen. Jetzt ermöglicht die UKAS-Akkreditierung eine offiziell anerkannte, überprüfbare Zertifizierung durch unabhängige Dritte. „Dies ist ein entscheidender Schritt, um das Vertrauen in Industrie und öffentliche Dienste zu stärken“, kommentierte Manuela Gazzard, Präsidentin der Regulierungsdienste bei BSI, den Schritt.
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Tech-Konzerne schulen die KI-Administratoren von morgen
Parallel zum regulatorischen Durchbruch starteten die Technologieführer eigene Initiativen, um die dringend benötigten Fachkräfte auszubilden.
Google reagierte am Freitag, dem 16. Januar, mit einem neuen Schulungsprogramm. Die „Generative AI Leader Training and Certification“ richtet sich nicht primär an Techniker, sondern an Führungskräfte. Sie vermittelt Grundlagen generativer KI, Google Cloud-Angebote und Strategien zur Optimierung von Modell-Outputs. Das Ziel: „KI-versierte“ Entscheider zu schaffen, die Technologie und Compliance strategisch steuern können. Für Bildungseinrichtungen ist der Kurs kostenfrei.
SAP hat sein gesamtes Zertifizierungsprogramm für das „KI-Zeitalter“ neu erfunden. Seit Mitte Januar 2026 setzt der Walldorfer Software-Riese auf eine praxisnahe, leistungsbasierte Prüfung. Die Tests sind „Open-Book“ – Kandidaten dürfen sogar KI-Tools zur Hilfe nehmen, wie im echten Arbeitsalltag. Statt theoretischem Wissen wird so praktische Kompetenz im Umgang mit KI-gestützten Workflows geprüft. Eine Revolution im IT-Zertifizierungswesen.
Studie warnt vor dramatischer Qualifikationslücke
Die Dringlichkeit dieser Initiativen unterstreicht eine aktuelle Studie. Das Beratungshaus Cognizant veröffentlichte am 15. Januar seinen Report „New Work, New World 2026“. Die Analyse kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Während KI die US-Arbeitsproduktivität um umgerechnet über vier Billionen Euro steigern könnte, klafft eine riesige Qualifikationslücke.
93 Prozent aller Jobs sind demnach von KI betroffen. Doch es mangelt an Fachleuten, die diesen Wandel managen können. Der Bericht betont: Nur durch menschliche Steuerung und anpassungsfähige Prozesse lässt sich der volle Wert der KI erschließen. Genau hier setzen die neuen Zertifizierungen an. Sie schaffen eine verifizierte Klasse von KI-Administratoren, die Technologie, Produktivität und Compliance verantwortungsvoll zusammenführen.
Ausblick: Zertifizierung wird zum Einkaufs-Kriterium
Die Entwicklungen dieser Woche geben den Ton für das Jahr 2026 vor. Rechtsexperten erwarten, dass große Konzerne und Behörden die ISO-42001-Zertifizierung bald verbindlich von ihren KI-Zulieferern fordern werden. Auch das von SAP eingeführte Prüfungsmodell dürfte zum neuen Standard für technische Zertifizierungen werden.
Für IT-Profis und Unternehmen ist die Botschaft klar: Die Phase des unregulierten Experimentierens ist vorbei. Wer jetzt nicht in anerkannte Zertifizierungen und die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, riskiert, in einem Markt abgehängt zu werden, der verifizierbares Vertrauen zur Grundlage macht.
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