Sanktions-Update, Risiken

Sanktions-Update: Neue Risiken für den globalen Handel

14.02.2026 - 16:30:11 | boerse-global.de

Aktualisierte Sanktionslisten, eine US-Strafe von 1,7 Millionen Euro und ein neues Hinweisgeber-Portal erhöhen den Compliance-Druck für deutsche Unternehmen erheblich.

Die internationale Handelspolitik verschärft sich erneut. Deutsche Unternehmen müssen sich ab sofort auf aktualisierte Sanktionslisten, eine teure US-Strafzahlung und ein neues Whistleblower-Portal einstellen.

Dringende Updates für Compliance-Teams

Die Lage für Exportabteilungen ist dynamisch. Seit dem 12. Februar 2026 gelten aktualisierte europäische Sanktionslisten, die sogenannte Finanzsanktionsliste (FiSaLis). Compliance-Dienstleister wie EasyCompliance mahnen zur sofortigen Synchronisation der Screening-Software. Nur so lassen sich unbeabsichtigte Geschäfte mit gesperrten Entitäten vermeiden.

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Parallel dazu passte das britische Amt für Finanzsanktionen (OFSI) am 13. Februar Details zu einer unter Sanktionen stehenden Person an: Saodat Narzieva. Selbst kleine Änderungen an solchen Identifikatoren erfordern eine Überprüfung der Kundendatenbanken. Zudem verlängerte London eine wichtige General-Lizenz für bestimmte Geschäfte bis August 2026.

Aus Washington kamen am gleichen Tag neue General-Lizenzen für Venezuela. Sie regeln Transaktionen im Hafen- und Ölsektor und betreffen somit auch europäische Firmen mit Südamerika-Geschäft.

Eine teure Lehre: 1,7 Millionen Euro Strafe

Die finanziellen Risiken sind real. Die US-Behörde OFAC verkündete am 12. Februar eine Einigung mit der IMG Academy, LLC. Die Organisation aus Florida zahlt rund 1,7 Millionen Euro, um zivilrechtliche Ansprüche wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße beizulegen.

Dieser Fall ist eine Warnung für den Dienstleistungssektor. Bisher sahen sich Branchen wie Bildung oder Beratung oft als weniger risikobehaftet an als Exporteure von Waren. Das Urteil zeigt: Auch die Erbringung von Dienstleistungen oder die Gewährung immaterieller Vorteile für sanktionierte Personen oder Regionen kann teuer werden. Die Compliance-Überwachung muss daher die gesamte Kundschaft erfassen.

Neues Whistleblower-Portal erhöht den Druck

Ein systemischer Wandel folgte am 13. Februar. Das US-Finanzaufsichtsamt FinCEN startete ein neues digitales Portal für Hinweisgeber. Über diese Plattform können Personen Betrug, Geldwäsche oder Sanktionsverstöße nun anonym melden.

Für internationale Konzerne, auch mit Sitz in Deutschland, steigt damit das Risiko. Interne Verfehlungen könnten leichter direkt an US-Behörden gelangen. Der vereinfachte Meldeweg dürfte zu schnelleren Ermittlungen und mehr Enforcement-Fällen führen. Unternehmen sind gut beraten, ihre internen Meldekanäle zu überprüfen. Ziel muss sein, dass Mitarbeiter Probleme zuerst intern ansprechen.

Technische Anpassungen und Ausblick

Auch auf nationaler Ebene gibt es Neuerungen. Die deutsche FiSaLis-Plattform wurde für 2026 technisch überarbeitet. Nutzer des Justizportals sollten ihren Browser-Cache leeren, um die aktuellste Version zu sehen.

Was kommt als Nächstes? Compliance-Experten rechnen mit weiteren Sanktionsanpassungen der G7-Staaten noch im Februar. Die EU arbeitet an neuen Paketen. Die Unterschiede zwischen britischen und EU-Listen bleiben nach dem Brexit eine besondere Herausforderung für automatische Prüfsysteme.

Die Handlungsempfehlungen für diese Woche sind klar: Screening-Systeme aktualisieren, Vertrieb über die Risiken bei Dienstleistungen informieren und interne Whistleblower-Richtlinien überprüfen. In einem sich täglich ändernden regulatorischen Umfeld sind Echtzeit-Daten und robuste interne Kontrollen der einzige Weg, Strafen zu vermeiden und Marktzugang zu sichern.

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