Safran-Aktie, Airbus-Schock

Safran-Aktie nach Airbus-Schock: Chance für mutige Anleger?

22.02.2026 - 13:15:20 | ad-hoc-news.de

Airbus senkt überraschend seine Ziele – doch die Safran-Aktie hält sich stark. Warum der französische Triebwerkspezialist jetzt im Fokus deutscher Anleger steht und was Analysten der Aktie noch zutrauen.

Bottom Line zuerst: Während die Luftfahrtbranche wegen der Gewinnwarnung von Airbus nervös ist, zeigt sich die Safran-Aktie (ISIN FR0000073272) bemerkenswert stabil. Für deutsche Anleger wird damit die Frage drängend: Ist Safran jetzt die robustere Luftfahrt-Wette im Depot – oder lauert ein Nachzügler-Risiko?

Was Sie jetzt wissen müssen: Safran profitiert von vollen Auftragsbüchern bei Triebwerken und Wartung, steht aber zugleich im Schatten der Turbulenzen bei Airbus und Boeing. Die Bewertung ist nicht mehr günstig – doch etliche Analysten sehen weiteres Upside.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Safran S.A. ist einer der weltweit wichtigsten Zulieferer für die zivile Luftfahrt: zusammen mit General Electric baut der Konzern die CFM-Triebwerke, die in vielen Kurz- und Mittelstreckenjets von Airbus und Boeing verbaut sind. Dazu kommen ein starkes Wartungs- und Ersatzteilgeschäft sowie Aktivitäten in der Rüstungs- und Raumfahrttechnik.

Genau diese Mischung macht die Aktie aktuell spannend: Während Flugzeugbauer wie Airbus und Boeing mit Lieferproblemen, Qualitätsfragen und verschobenen Auslieferungen kämpfen, verdient Safran vor allem an der Nutzung der bestehenden Flotte. Mehr Flugstunden bedeuten mehr Wartung, Ersatzteile und Service – ein strukturell margenstarkes Geschäft.

In den jüngsten Meldungen zur Branche stand zwar Airbus im Mittelpunkt, nachdem der Konzern seine Auslieferungs- und Gewinnziele gekappt hat. Für Safran ist das ambivalent: Kurzfristig kann ein gedrosselter Auslieferungsplan den Absatz von neuen Triebwerken belasten, gleichzeitig verlängern sich aber die Einsatzzeiten älterer Jets – was das lukrative Aftermarket-Geschäft stützt.

Hinzu kommt: Die Nachfrage nach Flugreisen bleibt trotz Konjunktursorgen robust. Airlines in Europa, Nordamerika und Asien berichten weiter von hohen Auslastungen, gerade auf Mittelstrecken. Das stützt die Investitionsbereitschaft in effizientere Triebwerke und treibt Wartungsvolumina nach oben. Safran steht hier als einer der Systemlieferanten im Zentrum der Wertschöpfungskette.

Warum das für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Privatanleger ist Safran kein Exot mehr. Die Aktie ist an mehreren europäischen Börsen – unter anderem in Paris und via Xetra – handelbar und wird von vielen Online-Brokern hierzulande als Standardwert angeboten. Zudem ist Safran Bestandteil wichtiger Indizes wie dem CAC 40, die in zahlreichen europäischen Aktien- und Branchen-ETFs vertreten sind.

Das bedeutet konkret: Wer etwa in breit streuende Eurozonen- oder Luftfahrt-/Defence-ETFs investiert, ist oft bereits indirekt in Safran engagiert – ohne es im Detail zu verfolgen. Für aktive Stockpicker öffnet sich dagegen eine Alternative oder Ergänzung zu bekannten Titeln wie Airbus, Lufthansa oder MTU Aero Engines.

Gerade im Vergleich zum DAX und zum deutschen Luftfahrtsektor sticht Safran hervor: Der Konzern kombiniert Luftfahrt-Exposure mit einem signifikanten Verteidigungs- und Sicherheitsteil – ein Bereich, der seit der geopolitischen Zeitenwende und den steigenden Verteidigungsbudgets in Europa einen strukturellen Rückenwind verspürt. Deutsche Anleger, die auf diesen Trend setzen wollen, finden in Safran eine französische Blue-Chip-Alternative zu heimischen Rüstungstiteln.

Bewertung: Keine Billig-Aktie – aber Qualität hat ihren Preis

Wichtig für die Einordnung: Die Safran-Aktie ist nach dem starken Lauf der vergangenen Jahre kein Geheimtipp zum Schnäppchenpreis mehr. Die Börse preist bereits ein anhaltend hohes Gewinnwachstum und starke Cashflows ein. Luftfahrt-Zulieferer mit hoher technologischer Eintrittsbarriere und quasi-oligopolistischen Marktstrukturen werden traditionell mit einem Aufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt bewertet.

Für deutsche Anleger, die überwiegend DAX-Werte gewohnt sind, wirkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Safran daher im ersten Moment ambitioniert. Im Branchenvergleich – etwa mit MTU oder Rolls-Royce – relativiert sich dieses Bild jedoch. Der zentrale Punkt ist weniger das absolute KGV, sondern die Frage, ob Safran seine Wachstumsstory in Umsatz, Margen und Cashflow in den nächsten Jahren tatsächlich liefern kann.

Ein Vorteil aus Anlegersicht: Das Wartungs- und Servicegeschäft sorgt in der Regel für relativ planbare, wiederkehrende Erträge. Diese Cashflows sind in einem Umfeld steigender Zinsen und konjunktureller Unsicherheit ein wichtiger Stabilitätsanker – und rechtfertigen aus Sicht vieler Profis einen Bewertungsaufschlag.

Risiken: Abhängigkeit vom Flugverkehr und geopolitische Spannungen

Trotz der robusten Positionierung bleibt Safran stark von der globalen Luftfahrtentwicklung abhängig. Ein unerwarteter Einbruch im Flugverkehr – etwa durch neue Reisebeschränkungen, Terrorereignisse oder eine tiefe Rezession – könnte sich rasch in weniger Flugstunden und damit geringeren Wartungserlösen niederschlagen.

Zudem ist Safran, wie die gesamte Branche, von komplexen Lieferketten und einer überschaubaren Anzahl hochspezialisierter Zulieferer abhängig. Störungen – etwa durch geopolitische Spannungen, Exportbeschränkungen oder Engpässe bei Spezialmaterialien – können den Produktionsfluss stören und Kosten nach oben treiben.

Ein weiterer Punkt: Der Verteidigungsanteil des Geschäfts ist politisch sensibel. Zwar profitieren die Umsätze derzeit vom Aufrüstungsdruck in vielen NATO-Staaten, zugleich drohen bei einem Stimmungsumschwung oder Regierungswechsel Beschränkungen bei Exporten und Projekten. Deutsche Anleger sollten sich bewusst sein, dass politische Entscheidungen die Kursentwicklung beeinflussen können – positiv wie negativ.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Institutionelle Analysten verfolgen Safran seit Jahren eng. Viele internationale Häuser sehen den Konzern als einen der Qualitätstitel im Luftfahrt- und Rüstungssektor, was sich in einer überwiegend positiven Einschätzung niederschlägt. Insbesondere die langfristige Visibilität im Servicegeschäft und der technologische Vorsprung bei Triebwerken werden immer wieder hervorgehoben.

Die Tendenz der jüngsten Studien: Die Mehrheit der Analysten hat Safran mit einem Kauf- oder Übergewichten-Rating eingestuft, teils mit angehobenen Kurszielen. Begründet wird das unter anderem mit:

  • Strukturellem Wachstum im globalen Flugverkehr, insbesondere auf Mittelstrecken.
  • Margenstarkem Aftermarket-Geschäft, das über Zyklen hinweg stabilere Erträge liefert.
  • Steigenden Verteidigungsbudgets in Europa, von denen Safran im Bereich Ausrüstung und Systeme profitiert.
  • Solider Bilanz und Cash-Generierung, die Spielraum für Dividenden und mögliche Aktienrückkäufe lässt.

Gleichzeitig mahnen einige Häuser zur Vorsicht mit Blick auf die Bewertung. Die Kursziele implizieren zwar in vielen Fällen weiteres, aber begrenztes Aufwärtspotenzial, was vor allem für kurzfristig orientierte Trader relevant ist. Langfristige Investoren dagegen schauen stärker auf den strategischen Rückenwind und die Marktstellung – und akzeptieren dafür einen Bewertungsaufschlag.

Aus deutscher Sicht interessant: Auch Research-Abteilungen großer hiesiger Banken und Broker haben Safran auf dem Schirm. In ihren Sektorreports wird Safran häufig in einem Atemzug mit MTU und Airbus genannt, allerdings mit teils unterschiedlichen Empfehlungsschwerpunkten. Wer bereits stark in deutschen Luftfahrtwerten engagiert ist, kann über Safran eine geografische und geschäftliche Diversifikation innerhalb desselben Sektors erreichen.

Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie?

Für sicherheitsorientierte Anleger dürfte die Volatilität des Luftfahrtsektors insgesamt eher hoch sein. Safran bleibt ein zyklischer Wert, der in Krisenzeiten spürbar unter Druck geraten kann. Wer allerdings mittel- bis langfristig auf wachsenden Flugverkehr, höhere Effizienzanforderungen und steigende Verteidigungsausgaben setzt, findet in Safran einen Kandidaten mit strukturellem Rückenwind.

Spannend ist die Aktie auch für Anleger, die ihr Depot bewusst breiter europäisch ausrichten wollen und dabei nicht nur auf rein deutsche Titel setzen. Im Zusammenspiel mit DAX-Werten kann Safran helfen, das Sektor- und Länderprofil zu variieren – insbesondere, wenn man sich im Bereich Luftfahrt und Defence stärker positionieren möchte.

Unabhängig davon gilt: Einzelaktien wie Safran sollten nur einen klar definierten Anteil im Gesamtportfolio ausmachen. Eine saubere Diversifikation über Branchen, Regionen und Anlageklassen bleibt entscheidend – gerade in einem Umfeld geopolitischer Spannungen und geldpolitischer Unsicherheit.

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