SABIC, PFAS-freie

SABIC lanciert PFAS-freie Hochleistungswerkstoffe für Medizinroboter

03.02.2026 - 12:15:12

Der Chemiekonzern SABIC stellt eine neue Materialfamilie für chirurgische Roboter vor, die ohne fluorhaltige Substanzen auskommt und so auf verschärfte Umweltvorschriften reagiert.

Der Chemiekonzern SABIC bringt eine neue Materialfamilie für Operationsroboter auf den Markt – rechtzeitig vor verschärften Umweltvorschriften in der EU und den USA.

PFAS-Verbot zwingt Industrie zum Umdenken

Im Zentrum der Neuentwicklung steht das LNP ELCRES NPCRX9612U-Harz, ein polycarbonatbasierter Werkstoff, der komplett auf fluorhaltige Substanzen verzichtet. Die sogenannten PFAS („Ewige Chemikalien“) stehen weltweit unter regulatorischem Druck. In der Europäischen Union werden ihre Verwendungsmöglichkeiten drastisch eingeschränkt, ähnliche Entwicklungen zeichnen sich in den USA ab.

„Medizintechnik-Hersteller brauchen jetzt zukunftssichere Alternativen“, erklärt Sergi Monros, Vice President Polymers bei SABIC. Das neue Material ist nach UL746G als PFAS-frei zertifiziert – eine wichtige Voraussetzung für den Marktzugang in immer mehr Regionen. Für deutsche Medizintechnik-Unternehmen wie Siemens Healthineers oder B. Braun wird die Materialwahl damit zur strategischen Entscheidung.

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Präzision und Haltbarkeit für milliardenschweren Roboter-Markt

Der Markt für chirurgische Robotik wächst rasant. Allein in Deutschland werden jährlich zehntausende roboterassistierte Eingriffe durchgeführt. Die Systeme benötigen Werkstoffe, die höchste Präzision mit extremer Belastbarkeit verbinden.

Hier setzt SABIC mit zwei spezialisierten Materialgruppen an: Die ULTEM HU-Harze kommen in tragenden Strukturen wie Roboterarmen zum Einsatz. Ihr hohes Festigkeitsgewicht ermöglicht schnellere und präzisere Bewegungen. Für Getriebe und Gelenke bietet SABIC die LNP LUBRILOY-Compounds – selbstschmierende Kunststoffe, die ohne das problematische PTFE auskommen.

Widerstandsfähig gegen aggressive Krankenhaus-Chemie

Die wahre Bewährungsprobe besteht im Klinikalltag. Medizinprodukte müssen hundertfache Sterilisationszyklen überstehen, oft mit aggressiven Desinfektionsmitteln wie quaternären Ammoniumverbindungen. Herkömmliche Kunststoffe neigen dabei zu Mikrorissen, die Bakterienherde bilden können.

Labor tests zeigen: Das neue PFAS-freie Material behält selbst nach intensiver Chemikalienbelastung seine Stoßfestigkeit. Gleichzeitig ist es mit allen gängigen Sterilisationsverfahren kompatibel – von Dampfsterilisation über Ethylenoxid bis zu Gammabestrahlung. Diese Kombination aus Chemikalienbeständigkeit und Biokompatibilität nach ISO 10993 wird zum neuen Standard in der Branche.

Miniaturisierung ermöglicht neue Operationstechniken

Die eigentliche Innovation liegt im Detail: Die neuen Werkstoffe ermöglichen dünnwandigere und leichtere Bauteile. Für die Medizintechnik bedeutet das konkrete Fortschritte. Kleinere Roboterinstrumente können in bisher unzugängliche Körperregionen vordringen, minimalinvasive Eingriffe werden noch präziser.

„Die Nachfrage nach miniaturisierten Lösungen treibt die Materialentwicklung“, bestätigen Branchenbeobachter auf der MD&M West-Messe in Anaheim. SABIC kündigte bereits an, dass das vorgestellte Harz nur der Anfang einer ganzen Serie PFAS-freier Materialien sei. Weitere Typen sollen noch 2026 folgen.

Während die Messe bis zum 5. Februar läuft, diskutieren Entwickler auf dem Messegelände bereits konkrete Anwendungen. Die Botschaft ist klar: In der Hochpräzisionsmedizin von morgen wird es keinen Platz mehr für problematische Chemikalien geben – und wer frühzeitig umstellt, sichert sich Wettbewerbsvorteile.

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