RTX, Corporation

RTX Corporation: Rüstungsboom, Dividende – lohnt jetzt der Einstieg?

24.02.2026 - 01:14:24 | ad-hoc-news.de

RTX profitiert von vollen Rüstungsaufträgen, liefert stabile Dividende und klettert Richtung Mehrjahreshoch. Doch Analysten sind gespalten. Was heißt das konkret für deutsche Anleger – halten, kaufen oder lieber Gewinne mitnehmen?

RTX Corporation steht so hoch im Fokus wie lange nicht mehr: volle Auftragsbücher im Rüstungs- und Luftfahrtgeschäft, stabile Dividende – aber auch ein Kurs, der nach der kräftigen Erholung nicht mehr billig wirkt. Für deutsche Anleger stellt sich damit die Frage: Ist das jetzt noch ein Kauf – oder schon eine Halteposition? Was Sie jetzt wissen müssen...

Die Aktie von RTX (ISIN: US75511L1035), dem Rüstungskonzern hinter Marken wie Pratt & Whitney und Collins Aerospace, hat sich nach den Turbulenzen rund um Triebwerksprobleme deutlich erholt. Geopolitische Spannungen, steigende Verteidigungsbudgets und eine robuste Dividendenrendite machen den Wert zur heißen Wette im Depot vieler deutscher Anleger – aber die jüngsten Analystenkommentare zeichnen ein differenziertes Bild.

Offizieller Überblick zu Geschäftsbereichen und Investor-Relations von RTX

Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

RTX ist einer der größten Rüstungs- und Luftfahrtkonzerne der Welt – mit einem breiten Portfolio von Flugzeugtriebwerken über Avionik bis hin zu Raketenabwehrsystemen. Das Unternehmen profitiert direkt von den weltweit steigenden Verteidigungsausgaben, die sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs und der steigenden Spannungen im Nahen Osten und im Indopazifik massiv nach oben bewegen.

Die Aktie hatte im Jahr 2023 einen herben Rückschlag erlitten, als Materialprobleme bei Triebwerken von Pratt & Whitney publik wurden. RTX musste Milliarden für Inspektionen und Reparaturen zurückstellen, was auf Gewinn und Vertrauen drückte. Genau dieser Sonderfaktor ebbt inzwischen ab – und der Markt schaut wieder stärker auf das strukturelle Wachstum im Rüstungs- und Luftfahrtgeschäft.

Jüngste Quartalsberichte zeigten: Umsatz und Auftragseingang liegen über den Erwartungen vieler Analysten. Der zivilen Luftfahrt kommt die anhaltende Erholung des globalen Flugverkehrs zugute, während die Rüstungssparte von Großaufträgen aus den USA, der NATO und Partnerstaaten im asiatisch-pazifischen Raum profitiert. Die operative Marge konnte trotz der Belastungen im Triebwerkssegment stabil gehalten oder teilweise verbessert werden.

Für den Kursverlauf der RTX-Aktie waren zuletzt vor allem drei Faktoren entscheidend:

  • Geopolitik: Jeder neue Konflikt und jede Ankündigung höherer Verteidigungshaushalte sorgt für verstärkte Nachfrage nach Systemen von RTX.
  • Bereinigung der Triebwerksprobleme: Der Markt nimmt an, dass der Großteil der finanziellen Belastungen inzwischen eingepreist ist.
  • Kapitalrückführung: Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe machen die Aktie für langfristige Investoren attraktiv.

Dennoch ist die Bewertung kein Schnäppchen: RTX wird – gemessen an den erwarteten Gewinnen – mit einem spürbaren Aufschlag gegenüber vielen europäischen Rüstungswerten wie Rheinmetall oder Hensoldt gehandelt. Der Markt honoriert die globale Aufstellung und die starke Position im profitablen Triebwerks- und Hightech-Segment, verlangt aber auch, dass das Management in den kommenden Quartalen liefert.

Relevanz für deutsche Anleger

Für Anleger aus Deutschland ist RTX aus mehreren Gründen besonders interessant:

  • Rüstungsboom auch im DAX-Umfeld: Während deutsche Werte wie Rheinmetall stark gelaufen sind, suchen viele Investoren nach internationalen Ergänzungen, um das Risiko zu streuen. RTX bietet hier einen breiten US-Exposure mit globaler Kundenbasis.
  • Handelbarkeit: Die RTX-Aktie ist an deutschen Börsen wie Xetra, Frankfurt und Stuttgart in Euro handelbar und auch bei gängigen Neobrokern und Direktbanken verfügbar.
  • Währungsaspekt: Deutsche Anleger profitieren bei einem schwächeren Euro zusätzlich von möglichen Dollar-Gewinnen, tragen umgekehrt aber Währungsrisiken, wenn der Euro aufwertet.
  • Portfolio-Diversifikation: RTX kombiniert Rüstungs- und Luftfahrtexposure – ein Bereich, der im typischen deutschen Depot häufig unterrepräsentiert ist.

Besonders relevant im deutschen Kontext: Die Bundesregierung hat das 2?Prozent-Ziel der NATO als neue Untergrenze ausgerufen und einen Sonderfonds von 100 Milliarden Euro beschlossen. Auch wenn RTX davon nicht direkt wie ein deutscher Prime-Kontraktor profitiert, fließt ein großer Teil der beschlossenen Investitionen in Systeme, die über internationale Lieferketten laufen und in denen RTX-Technologien verbaut sind.

Damit fungiert RTX für deutsche Anleger als eine Art „indirekte Wette“ auf die Aufrüstung des Westens insgesamt – weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Wer also das Thema Verteidigung im Depot spielen will, aber nicht ausschließlich auf deutsche Einzelwerte setzen möchte, findet in RTX einen globalen Blue Chip.

Dividende und Cashflow – der stille Kursmotor

RTX ist traditionell ein Dividendenwert. Das Unternehmen zahlt seit vielen Jahren regelmäßig und erhöht die Ausschüttung in der Regel schrittweise, wenn es die Bilanz zulässt. Für viele institutionelle Investoren – aber auch für private Anleger in Deutschland – ist genau das ein wichtiges Argument, RTX als Basisinvestment im Rüstungs- und Luftfahrtsegment zu halten.

Der Free Cashflow, also der für Dividenden und Rückkäufe relevante Barmittelzufluss, wurde durch die Triebwerksprobleme zwar zeitweise belastet, zeigt aber wieder aufwärts. Das Management hat angekündigt, weiterhin sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in die Rückführung von Kapital an die Aktionäre zu investieren.

Für deutsche Investoren ist dabei folgendes wichtig:

  • US-Quellensteuer: Auf Dividenden von RTX fällt US-Quellensteuer an, die in Deutschland teilweise angerechnet werden kann. Die effektive Netto-Dividendenrendite im deutschen Depot ist daher niedriger als die offiziell ausgewiesene Bruttorendite.
  • Langfristiger Anlagehorizont: RTX eignet sich eher für Anleger, die einen Anlagehorizont von mindestens drei bis fünf Jahren mitbringen und bereit sind, zwischenzeitliche Volatilität – etwa bei geopolitischen Entspannungsphasen – auszuhalten.

Risiken, die der Markt einpreist – und die Sie kennen sollten

So attraktiv das Chance-Profil erscheint: RTX ist kein Selbstläufer. Zu den zentralen Risiken gehören:

  • Technische Probleme: Weitere Rückrufaktionen oder Qualitätsprobleme im Triebwerkssegment könnten die positive Story erneut unterbrechen.
  • Politische Risiken: Ein abrupter Stimmungswechsel in der US-Politik – etwa durch haushaltspolitische Blockaden oder ein Isolationismus-Szenario – könnte die Rüstungsbudgets unter Druck setzen.
  • Bewertungsniveau: Nach der Erholung ist die Aktie anfälliger für Rückschläge, wenn Quartalszahlen oder Auftragsmeldungen auch nur leicht hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben.
  • Regulatorik und ESG: Gerade im deutschsprachigen Raum wächst der Druck, Rüstungsaktien unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten kritisch zu prüfen. Viele Fonds haben teils strikte Ausschlusskriterien.

Für deutsche Privatanleger heißt das: RTX sollte ein bewusst gewählter Baustein im Portfolio sein – kein „Zufallswert“, der nur wegen kurzfristiger Kursgewinne ins Depot wandert.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten großer Häuser haben RTX in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv neu eingeordnet. Die Mehrheit sieht die Aktie positiv, aber nicht mehr als krassen Geheimtipp – vielmehr als soliden Kernwert der globalen Rüstungs- und Luftfahrtbranche.

Mehrere US-Investmentbanken haben ihre Kursziele nach den jüngsten Quartalszahlen angehoben, vor allem mit Verweis auf:

  • Robuste Auftragspipeline im Verteidigungsgeschäft, insbesondere Raketenabwehr, Sensorik und Kommunikationssysteme.
  • Erholung im Triebwerksbereich durch steigende Flugstunden und Wartungsbedarf der Airlines weltweit.
  • Verbesserte Margenerwartungen, sobald die Sondereffekte aus dem Triebwerksproblem auslaufen.

Gleichzeitig betonen einige Analystenhäuser, dass viel Optimismus im Kurs bereits eingepreist ist. Das spiegelt sich häufig in Einstufungen vom Typ „Halten“ bei gleichzeitig etwas höheren Kurszielen wider. Insbesondere europäische Analysten vergleichen RTX inzwischen stärker mit stark gelaufenen Titeln wie Lockheed Martin oder BAE Systems und sehen das Aufwärtspotenzial als begrenzt, solange es keine weiteren positiven Überraschungen bei Umsatz oder Marge gibt.

Für Anleger aus Deutschland ergibt sich daraus ein klares Bild:

  • Langfristige Wachstumsstory intakt: Wer auf strukturell steigende Verteidigungsbudgets und weiter wachsenden Luftverkehr setzt, findet in RTX einen etablierten Profiteur.
  • Bewertung nicht mehr billig: Neueinstiege sollten mit Augenmaß und – im Idealfall – in Rücksetzern erfolgen.
  • Dividende als Puffer: Die Ausschüttung stützt den Kurs und macht das Halten einfacher, selbst wenn der Markt zwischenzeitlich konsolidiert.

Fazit für deutsche Anleger: RTX eignet sich aktuell eher als strategische Depotbeimischung im Sicherheits- und Luftfahrtsektor, weniger als spekulative Turnaround-Wette. Wer bereits investiert ist, kann mit Blick auf die Dividende und die vollen Auftragsbücher weiter dabeibleiben – sollte aber die Risiken aus Technik, Politik und Bewertung im Blick behalten.

Anzeige

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.