Rogers Communications Aktie: Still, günstig – und übersehene Chance für deutsche Anleger?
16.02.2026 - 13:04:57 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Rogers Communications, einer der größten Telekom-Konzerne Kanadas, liefert stabile Cashflows, eine attraktive Dividende und treibt nach der milliardenschweren Übernahme von Shaw die Integration voran – doch der Aktienkurs kommt nur langsam in Fahrt. Für deutsche Anleger eröffnet sich damit eine seltene Telekom-Wette außerhalb Europas, die deutlich weniger im Fokus steht als Deutsche Telekom oder Vodafone.
Was Sie jetzt wissen müssen: Die jüngsten Quartalszahlen zeigen: Umsatz wächst, Synergien aus der Shaw-Übernahme beginnen zu wirken, der Schuldenabbau läuft – aber das Marktumfeld bleibt zins- und regulierungsgetrieben. Wer als deutscher Investor auf defensive Erträge und Nordamerika-Exposure setzt, sollte Rogers genau jetzt auf die Watchlist nehmen.
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Rogers Communications (ISIN: CA7751092007, Ticker u.a. RCI.B an der TSX und RCI an der NYSE) steht seit der milliardenschweren Übernahme des Kabel- und Internetanbieters Shaw im Fokus nordamerikanischer Investoren. Das Unternehmen ist ein Kernspieler im kanadischen Mobilfunk- und Breitbandmarkt – vergleichbar mit einer Mischung aus Deutsche Telekom und 1&1, allerdings in einem oligopolistischen Markt mit wenigen starken Wettbewerbern.
Die Aktie hat sich in den vergangenen Monaten trotz robuster Geschäftsentwicklung eher seitwärts bis leicht schwächer entwickelt. Hintergrund sind vor allem drei Faktoren: hohe Verschuldung durch die Shaw-Transaktion, ein insgesamt schwächer bewerteter Telekomsektor bei höheren Zinsen und der Abbau von Altlasten wie Netzstörungen und regulatorischem Druck.
Für deutsche Anleger ist Rogers deshalb spannend, weil das Unternehmen defensive Cashflows ähnlich europäischen Telkos bietet, aber gleichzeitig in einem wachstumsstärkeren, demografisch jungen Markt aktiv ist. Während viele DAX-Werte bereits stark gelaufen sind, bleibt Rogers vergleichsweise moderat bewertet.
| Kennzahl | Rogers Communications | Einordnung für deutsche Anleger |
|---|---|---|
| Geschäftsmodell | Telekom (Mobilfunk, Internet, TV, Medien) | Defensiver Sektor ähnlich Deutsche Telekom, aber stärkerer Fokus auf Kanada |
| Region | Kanada, Nordamerika | Geografische Diversifikation weg von Eurozone und DAX |
| Dividendenprofil | Regelmäßige Ausschüttung in CAD | Interessant für Einkommensinvestoren, aber mit Währungsrisiko (EUR/CAD) |
| Verschuldung | Erhöht nach Shaw-Übernahme, Fokus auf Deleveraging | Wesentliches Risiko, das durch sinkende Zinsen und Synergien abgemildert werden kann |
| Wettbewerb | Oligopol mit wenigen großen Playern | Stabilere Margen als in stark fragmentierten Märkten wie Deutschland |
| Handelbarkeit in Deutschland | Über gängige Broker als Auslandsaktie/ADR | Für Privatanleger einfach via Xetra-Alternativen oder Direkthandel mit Auslandsbörsen zugänglich |
Die jüngste Nachrichtenlage dreht sich im Kern um zwei Themenkomplexe: operative Performance nach der Shaw-Integration und die Fähigkeit von Rogers, in einem wettbewerbsintensiven Markt weiterhin Preissetzungsmacht auszuüben. Analysten achten aktuell besonders auf Netto-Neukunden, durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer (ARPU) und die Entwicklung der Free-Cashflow-Marge.
Während bei vielen europäischen Telekomwerten die Wachstumsaussichten begrenzt erscheinen, spielt Rogers die Karte eines strukturell wachsenden Breitband- und Mobilfunkmarkts in Kanada aus. Gleichzeitig reagiert das Management mit Kostensynergien aus der Shaw-Übernahme – ein Hebel, der noch nicht vollständig im Kurs eingepreist sein dürfte.
Für deutsche Investoren, die bereits stark in DAX-Standardwerte investiert sind, kann Rogers als ergänzender Baustein im defensiven Depot dienen: stabile Ausschüttungen, aber mit einem anderen Währungs- und Regulierungsregime als in der EU.
Warum der Kurs trotzdem bremst
Dass der Kurs hinter der operativen Entwicklung zurückbleibt, hat viel mit der Zinslandschaft und der Bilanzstruktur zu tun. Hohe Nettoverbindlichkeiten sind im Telekomsektor üblich, doch die Kombination aus steigenden Zinskosten und hoher Kapitalintensität (5G-Ausbau, Glasfaser, Spektrumslizenzen) macht Anleger vorsichtig.
Hinzu kommt, dass Telekomwerte in vielen globalen Indizes als "Bond-Proxy" wahrgenommen werden – also als eine Art Anleiheersatz mit Dividende. In Phasen, in denen Staatsanleihen wieder attraktive Renditen bieten, geraten solche Titel häufig unter Bewertungsdruck, selbst wenn die Geschäfte solide laufen.
Langfristig orientierte Anleger können diese Bewertungszyklen nutzen: Wer nicht auf kurzfristige Kursfantasie, sondern auf stetige Cashflows und mögliche Kurserholung bei sinkenden Zinsen setzt, findet in Rogers ein plausibles Setup. Der Markt konzentriert sich derzeit stark auf US-Tech und KI-Gewinner – klassische Telkos wie Rogers bleiben im Schatten und bieten dadurch potenziell Value-Charakter.
Relevanz für den deutschen Markt
Für deutsche Anleger ist eine Kernfrage: Wie fügt sich Rogers in ein bestehendes Portfolio ein? Wer bereits Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica Deutschland hält, erhöht mit einem Engagement in Rogers die Diversifikation, ohne das Sektorprofil zu verändern. Das Marktrisiko (Telekom) bleibt, das Länder- und Währungsrisiko ändert sich.
Ein praktischer Punkt: Rogers ist über die gängigen Neobroker und Direktbanken in Deutschland handelbar – entweder als kanadische Stammaktie oder über die in New York gelisteten Papiere. Allerdings sollten Anleger die kanadische Quellensteuer auf Dividenden berücksichtigen, die sich mit Doppelbesteuerungsabkommen teilweise anrechnen lässt, aber den Nettoertrag beeinflusst.
Gerade im Vergleich zur gut gelaufenen Deutschen Telekom wirkt Rogers auf Basis klassischer Kennzahlen wie EV/EBITDA und Dividendenrendite teilweise günstiger. Wer also an die Sektorstory "Telekom als Cash-Maschine" glaubt, kann über Rogers eine Nordamerika-Komponente ins Depot holen, ohne auf spekulative Wachstumswerte ausweichen zu müssen.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Die aktuelle Analystenstimmung zu Rogers Communications ist überwiegend positiv, aber nicht euphorisch. Viele Häuser sehen die Aktie als unterbewerteten Qualitätswert mit moderatem Aufwärtspotenzial, sofern der Schuldenabbau wie geplant vorankommt.
Ein Großteil der einschlägigen Research-Häuser – darunter nordamerikanische Großbanken – führt Rogers mit einem "Buy"- oder "Outperform"-Rating, flankiert von einigen neutralen Einstufungen ("Hold"). Die Bandbreite der genannten 12-Monats-Kursziele liegt in der Tendenz über dem aktuellen Kursniveau, was Raum für zweistellige Prozentchancen signalisiert, allerdings ohne die Dynamik eines Wachstumswerts.
Wichtig für deutsche Anleger: Analysten betonen immer wieder den Trade-off zwischen Verschuldung und Dividende. Kurzfristig steht klar der Schuldenabbau im Fokus; größere Dividendensprünge oder Aktienrückkäufe sehen viele Experten erst dann, wenn die Bilanzkennzahlen wieder komfortabel im Zielkorridor liegen.
| Aspekt | Analysten-Einschätzung | Implikation für Anleger in Deutschland |
|---|---|---|
| Rating-Tendenz | Mehrheitlich "Kaufen/Outperform", einige "Halten" | Solider Qualitätswert, aber kein klassischer Turnaround-Play |
| Kursziel-Spanne (12 Monate) | Überwiegend oberhalb des aktuellen Kursniveaus | Moderates Aufwärtspotenzial bei begrenztem Abwärtsrisiko |
| Haupttreiber | Shaw-Synergien, ARPU-Steigerung, Schuldenabbau | Auf die Entwicklung von Free Cashflow und Nettoverschuldung achten |
| Risiken | Regulierung, Wettbewerb, Zinsniveau, Integrationsrisiken | Geeignet eher für risikoaffine Dividendenanleger als für absolute Sicherheitsorientierte |
| Sektorvergleich | Bewertung günstiger als einige europäische Peers | Interessante Ergänzung zu bestehenden Telekom-Positionen im DAX/MDAX |
Für das Research vieler Banken gilt Rogers als klassischer "Buy and Monitor"-Titel: kaufen, laufende Cashflows und Bilanzpfad beobachten, statt auf kurzfristige Kursausschläge zu spekulieren. Wer sich für die Aktie interessiert, sollte deswegen nicht nur Kursziele, sondern insbesondere die Entwicklung von Verschuldungsgrad, Zinskosten und Investitionsvolumen im Blick behalten.
So könnte eine Anlagestrategie aussehen
Für deutsche Privatanleger bieten sich – je nach Risikoprofil – drei grundlegende Ansätze an:
- Dividenden-Fokus: Einstieg in Tranchen, Haltehorizont mindestens 3–5 Jahre, klare Erwartung: stabile Ausschüttungen in CAD, potenziell moderate Kurssteigerung.
- Value-Ansatz: Aufbau einer Position in Schwächephasen, insbesondere bei Marktkorrekturen im Telekomsektor oder bei Kanada-spezifischen Rücksetzern.
- Satellite-Strategie: Kleine Beimischung (z.B. 2–4 % des Aktienportfolios) zur Ergänzung eines europäischen Dividendenkerndepots.
Unabhängig von der Strategie gilt: Währungsrisiko sollte bewusst einkalkuliert werden. Ein stärkerer Euro kann CAD-Dividenden und Kursgewinne schmälern, ein schwächerer Euro sie verstärken. Für risikoaversere Anleger können abgesicherte Produkte (z.B. währungsgesicherte Fonds/ETFs mit Rogers-Anteil) eine Alternative sein, sofern verfügbar.
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Fazit für deutsche Anleger: Rogers Communications ist kein spektakulärer KI-Highflyer, sondern ein solider nordamerikanischer Telekomwert mit Dividendenfokus, Integrationsstory und moderater Bewertung. Wer sein Depot über den DAX hinaus diversifizieren möchte und mit Währungs- sowie Zinsrisiken bewusst umgehen kann, findet hier eine interessante, in Deutschland noch vergleichsweise wenig beachtete Option.
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