Roche erhält CE-Zertifizierung für neuen Alzheimer-Bluttest
18.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDer Schweizer Pharmakonzern Roche hat die europäische Zulassung für einen Bluttest zur Alzheimer-Früherkennung erhalten. Zeitgleich zeigt eine Studie: Biomarker können das Demenzrisiko bei Frauen bis zu 25 Jahre vorher anzeigen. Diese Woche markiert damit einen Wendepunkt in der Diagnostik der neurodegenerativen Erkrankung.
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Ein simpler Bluttest ersetzt die Lumbalpunktion
Am 16. März erhielt Roches „Elecsys Apolipoprotein E4-Biomarker-Test“ die CE-Kennzeichnung für den europäischen Markt. Der Test identifiziert über eine einfache Blutprobe, ob Patienten Träger der ApoE4-Genvariante sind. Diese genetische Disposition gilt als starker Risikofaktor für die spät einsetzende Alzheimer-Erkrankung.
Bislang erforderte der Nachweis aufwendige DNA-Analysen oder belastende Lumbalpunktionen. Der neue Test soll Ärzten nun ein minimalinvasives Werkzeug an die Hand geben, um Risikopatienten früher und gezielter zu identifizieren. Branchenbeobachter sehen darin einen wichtigen Schritt zu einer flächendeckenden und kostengünstigeren Diagnostik.
Warnsignal im Blut: 25 Jahre Vorlauf
Parallel liefert eine aktuelle Studie im Fachjournal JAMA Network Open beeindruckende Daten. Die Auswertung der „Women's Health Initiative Memory Study“ zeigt: Erhöhte Werte des phosphorylierten Tau-Proteins 217 (p-tau217) im Blut korrelieren eng mit einem späteren Demenzausbruch bei Frauen.
Die Forscher analysierten Blutproben von über 2.700 ursprünglich gesunden Frauen retrospektiv. Das Ergebnis: Ein erhöhter p-tau217-Spiegel konnte ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bis zu einem Vierteljahrhundert im Voraus anzeigen. Der Zusammenhang war besonders stark bei Frauen über 70 und Trägerinnen des APOE ?4-Risikogens.
Experten werten dies als bahnbrechenden Beleg dafür, dass die krankhaften Prozesse im Gehirn extrem früh beginnen. Ein Zeitfenster, das künftig für präventive Maßnahmen genutzt werden könnte. Ob die Ergebnisse auch für Männer gelten, muss noch validiert werden.
Euphorie mit Vorsicht: Biomarker sind nicht immer spezifisch
Trotz der Fortschritte mahnt eine weitere Studie in „Nature Medicine“ zur differenzierten Betrachtung. Forscher des DZNE und des Hertie-Instituts fanden heraus, dass der Biomarker pTau nicht nur bei Alzheimer, sondern auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein kann.
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Konkret traten hohe Werte auch bei systemischen Amyloidosen auf – Erkrankungen, bei denen sich Proteine in Organen wie Herz oder Nieren ablagern. Die Wissenschaftler vermuten, dass pTau eine allgemeine Stressreaktion des Körpers auf schädliche Proteinablagerungen sein könnte.
Die Botschaft ist klar: Ein einzelner Blutwert reicht für eine sichere Diagnose nicht aus. Neurowissenschaftler betonen die Notwendigkeit einer umfassenden Abklärung, die klinische Symptome, Genetik und Bildgebung einbezieht.
Neue Therapie hofft auf weniger Nebenwirkungen
Die verbesserte Früherkennung ist nur sinnvoll, wenn wirksame Therapien folgen. Hier rückt der Arzneistoffkandidat PRI-002 in den Fokus, der sich aktuell in einer europäischen Phase-II-Studie befindet.
Im Gegensatz zu neueren Antikörpertherapien, die mit schweren Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen einhergehen können, verfolgt die oral einzunehmende Substanz einen anderen Ansatz. Sie zielt darauf ab, toxische Eiweiß-Oligomere direkt zu zerlegen, ohne das Immunsystem stark zu aktivieren.
Sollte sich dieser Ansatz bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung bewähren, könnte er das ideale Pendant zu den neuen, einfachen Bluttests werden. Eine sichere und leicht anwendbare Medikation wäre der Schlüssel, um früh identifizierte Risiken auch behandeln zu können.
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