ROBOTERA und SF Technology starten Allianz für humanoide Logistik-Roboter
15.01.2026 - 19:34:11In einer strategischen Partnerschaft wollen der Robotik-Hersteller ROBOTERA und der Logistikkonzern SF Technology humanoide Roboter in großem Stil in Lagerhäusern und beim Paketversand einsetzen. Die Allianz markiert den Übergang von Pilotprojekten zur breiten kommerziellen Nutzung.
Die heute bekanntgegebene Zusammenarbeit zielt darauf ab, neue Effizienzstandards in globalen Lieferketten zu setzen. Beide Unternehmen entwickeln und vermarkten künftig gemeinsam Lösungen mit embodied AI – also Robotern, die durch künstliche Intelligenz ihre Umgebung verstehen und eigenständig handeln können. Sie reagieren damit auf den akuten Fachkräftemangel und die Grenzen starrer Automatisierung.
Vom Lager bis zur Haustür: Skalierung geplant
Im Zentrum steht ein „Gemeinsam-entwickeln-und-einsetzen“-Modell. Die humanoide Technologie von ROBOTERA soll in die gesamte Logistikkette von SF Technology integriert werden – von der Kommissionierung im Lager über Umschlagzentren bis zur Zustellung. Der Logistikriese bringt seine digitale Infrastruktur ein, darunter die Supply-Chain-Plattform „Baichuan“ und das intelligente Entscheidungssystem „SF Super Brain“.
Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI‑Systeme – und wer komplexe „embodied AI“ wie humanoide Roboter in Lieferketten einsetzt, steht vor konkreten Kennzeichnungs-, Dokumentations- und Risikoklassifizierungs‑Pflichten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, welche Anforderungen Entwickler, Anbieter und Anwender jetzt beachten müssen (Risikoklassen, Kennzeichnung, Übergangsfristen) – speziell für Unternehmen, die KI in Robotik und Logistik nutzen. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden herunterladen
Durch diese tiefe Verzahnung sollen die Roboter flexibel auf dynamische Anforderungen reagieren können. Ein erklärtes Ziel ist es, gemeinsam neue Industriestandards für den Einsatz von Robotern in der Logistik zu etablieren. Die Branche gilt als reif für diese Technologie, getrieben durch Personalmangel und rasante Fortschritte in der Robotik.
Der ROBOTERA L7: Beweglich und geschickt
Zum Einsatz kommen soll unter anderem das Flaggschiff-Modell ROBOTERA L7. Der zweibeinige, 1,71 Meter große Roboter war bereits auf der CES 2026 ein Blickfang. Mit 55 Freiheitsgraden und einer Traglast von bis zu 20 Kilogramm vereint er Mobilität mit feinmotorischen Fähigkeiten.
Angetrieben wird er durch das hauseigene KI-Modell ERA-42, ein sogenanntes Vision-Language-Action-Modell. Es ermöglicht komplette Arbeitsabläufe wie „Sortieren–Scannen–Einlegen“. ROBOTERA setzt seine Lösungen bereits in Lagerhäusern in Zhejiang und Shenzhen ein und arbeitet mit dem chinesischen Zoll zusammen. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf die Entwicklung geschickter, menschenähnlicher Hände – eine Schlüsselkomponente für logistische Handgriffe.
Ein Branchentrend: Roboter-Entwickler suchen starke Partner
Die Allianz spiegelt einen breiteren Trend wider: Robotik-Start-ups gehen Partnerschaften mit etablierten Industriekonzernen ein, um ihre Technologie zu validieren und hochzuskalieren. Erst kürzlich testete etwa das britische Unternehmen Humanoid erfolgreich einen Roboter mit Siemens.
Die Automobilindustrie war hier ein Vorreiter. Konzerne wie Hyundai und BMW erproben humanoide Roboter für die Teileversorgung an Montagelinien. Diese Dynamik schwappt nun auf die Logistik über, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpft und von flexibler Automatisierung enorm profitieren kann.
Der Wettlauf um die kommerzielle Reife
Die Partnerschaft ist ein strategischer Schachzug im Wettrennen mit Konkurrenten wie Agility Robotics oder Figure AI. Die Hardware schreitet rasant voran, doch der Schlüssel zum Durchbruch liegt in der nahtlosen Integration in bestehende Unternehmenssysteme und einem klaren Return on Investment. Durch SF Technology erhält ROBOTERA Zugang zu einem riesigen Testfeld und wertvollen Echtzeit-Daten.
Experten betonen, dass die Roboter weniger Arbeitsplätze ersetzen als vielmehr verändern werden. Neue Aufgaben in der Überwachung, Wartung und Koordination von Roboterschwärmen entstehen. Das Ziel ist die Augmentation, nicht der Ersatz: Roboter übernehmen physisch anstrengende, monotone Tätigkeiten, Menschen konzentrieren sich auf komplexe Steuerung und Problemlösung.
Wendepunkt für intelligente Lieferketten?
Die kommenden Monate werden zeigen, wie skalierbar die humanoide Technologie in der anspruchsvollen Logistik wirklich ist. Analysten sehen den Markt für humanoide Roboter zwischen 2026 und 2027 an einem Wendepunkt, wenn Fragen zu Kosten, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zunehmend gelöst sind.
Gelingt die Integration, könnte sie widerstandsfähigere und effizientere Lieferketten schaffen – von den Verteilzentren bis zur letzten Meile. Die Branche wird genau beobachten, ob diese humanoiden Pioniere den Weg in eine neue Ära der Automation ebnen.
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