Riester-Reform: Neues Altersvorsorgedepot ab 2027
25.03.2026 - 06:51:23 | boerse-global.deDeutschlands private Altersvorsorge wird einfacher, günstiger und renditestärker. Die Regierungskoalition hat sich auf die finale Reform der Riester-Rente geeinigt. Das neue Altersvorsorgedepot soll ab 2027 die bisherige Riester-Rente für Neuverträge ablösen. Der Bundestag will das Gesetz noch diese Woche beschließen.
Die Reform beendet jahrelange Debatten über die als zu teuer und unflexibel kritisierte Riester-Rente von 2002. Ziel ist eine grundlegende Modernisierung, die allen Generationen das private Vorsorgen erleichtert. „Wir müssen die private Altersvorsorge in Deutschland ausbauen und modernisieren“, betonte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
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Flexibel statt starr: Das neue Altersvorsorgedepot
Der Kern der Reform ist die Abschaffung der starren 100-Prozent-Beitragsgarantie. Sie galt als größtes Hindernis für renditestarke Anlagen. Künftig können Sparer zwischen Produkten mit null, 80 oder 100 Prozent Garantie wählen. Das eröffnet den Weg zu flexibleren und potenziell ertragsreicheren Investments, etwa in Aktien-ETFs.
Zudem führt der Staat ein eigenes Standardprodukt ein. Es soll Menschen mit wenig Kapitalmarkterfahrung den Einstieg erleichtern. Die genaue Ausgestaltung, etwa zu Vertrieb und Beratung, wird noch festgelegt.
Mehr Geld vom Staat, weniger Kosten für Sparer
Die Attraktivität soll durch höhere Zulagen und striktere Kostengrenzen steigen. Die Förderung wird deutlich vereinfacht und angehoben:
* Pro gespartem Euro bis 360 Euro jährlich gibt es 50 Cent Zuschuss.
* Für jeden weiteren Euro bis zur Jahresgrenze von 1.800 Euro kommen 25 Cent dazu.
Besonders Familien profitieren: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr gibt es schon ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. Bisher waren 100 Euro geplant.
Die Kosten werden gedeckelt: Für das Standardprodukt darf die jährliche Rendite durch Gebühren maximal um ein Prozent gemindert werden. Ursprünglich waren 1,5 Prozent im Gespräch. Durch wegfallende Garantiekosten und gestreckte Abschlussgebühren erwarten Sparer spürbar höhere Nettorenditen.
Selbstständige erstmals förderberechtigt
Ein großer Fortschritt: Erstmals erhalten auch Selbstständige Zugang zur staatlichen Förderung. Bisher blieben sie in der Riester-Rente außen vor. Diese Öffnung soll ihrer oft unsicheren Altersvorsorge entgegenwirken. Allein diese Maßnahme kostet nach Koalitionsangaben rund 370 Millionen Euro zusätzlich.
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Die Reaktionen der Finanzbranche sind gespalten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt zwar mehr Flexibilität, kritisiert aber das staatliche Standardprodukt als „falschen Ansatz“. Auch die Unionsfraktion hatte am Entwurf bemängelt, dass ein echtes, einfaches Online-Produkt fehle.
Was bedeutet das für bestehende Verträge?
Die neuen Regeln gelten ab dem 1. Januar 2027. Bestehende Riester-Verträge bleiben unverändert. Sie können aber auch in das neue Fördersystem überführt werden. Für Geringverdiener mit mehreren Kindern kann es sich lohnen, noch bis Ende 2026 einen Riester-Betrag abzuschließen. Hier fließen die festen Kinderzulagen unabhängig von der Sparrate.
Die Bundesregierung hat ehrgeizige Ziele: Die private Vorsorge soll günstiger, einfacher und für alle Einkommen zugänglich werden. Experten sehen Potenzial für eine grundlegende Verbesserung. Mehr Flexibilität und Kapitalmarktorientierung könnten das Vertrauen stärken und mehr Menschen zum privaten Vorsorgen motivieren.
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