Revolut, US-Banklizenz

Revolut beantragt US-Banklizenz – Fintech-Branche im Umbruch

08.03.2026 - 03:18:17 | boerse-global.de

Führende Fintech-Unternehmen wie Revolut und Kraken erlangen durch neue Banklizenzen und Fed-Konten direkten Zugang zu nationalen Zahlungssystemen und treiben so die Branchenreife voran.

Revolut beantragt US-Banklizenz – Fintech-Branche im Umbruch - Foto: über boerse-global.de
Revolut beantragt US-Banklizenz – Fintech-Branche im Umbruch - Foto: über boerse-global.de

Die digitale Finanzwelt hat innerhalb von 72 Stunden einen Strukturwandel erlebt. Führende Fintech-Unternehmen drängen nun mit eigenen Banklizenzen in den globalen Wettbewerb.

Revolut stellte am 5. März 2026 offiziell den Antrag auf eine nationale US-Banklizenz. Damit will der britische Fintech-Riese den Sprung vom reinen Digital-Wallet zum vollwertigen Kreditinstitut schaffen. Die Bewilligung durch die US-Aufsichtsbehörden OCC und FDIC würde es Revolut erlauben, als „Revolut Bank US“ aufzutreten. Das Unternehmen könnte dann eigenständig Einlagen versichern und Kredite vergeben – ohne auf Partnerbanken angewiesen zu sein.

Anzeige

Der Trend zu digitalen Finanzplattformen macht das Bezahlen im Netz zwar komfortabler, erfordert aber auch ein grundlegendes Verständnis der Sicherheitsfunktionen. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie moderne Bezahlsysteme wie PayPal sicher einrichten und den Käuferschutz optimal nutzen. PayPal Startpaket gratis herunterladen

Für die expansion in Nordamerika holte sich Revolut mit Cetin Duransoy einen erfahrenen Manager von Visa und Capital One als neuen US-Chef. Das Unternehmen, das bereits 70 Millionen Kunden in 40 Märkten bedient, peilt bis 2027 die Marke von 100 Millionen aktiven Nutzern an. Die US-Lizenz ist der strategische Schlüssel, um als erste wirklich globale Bankplattform zu agieren.

N26 baut in Madrid aus – Kraken erreicht Fed-Anschluss

Während Revolut den Atlantik überquert, verstärkt der Berliner Mitbewerber N26 seine europäischen Strukturen. Am 4. März kündigte das Unternehmen ein neues „Centre of Excellence“ in Madrid an. Der 2.000 Quadratmeter große Standort soll operative Risiken streuen und die Abläufe in den 24 europäischen Märkten koordinieren. Eine gezielte Investition in den Süden Europas, um lokales Tech-Know-how zu nutzen.

Einen historischen regulatorischen Durchbruch erzielte zeitgleich Kraken Financial. Die auf digitale Assets spezialisierte Bank aus Wyoming erhielt als erste ihrer Art ein Federal Reserve Master Account. Diese Genehmigung ist ein Quantensprung: Sie erlaubt Kraken, Transaktionen direkt über das Kerngeschäft der US-Zahlungssysteme wie Fedwire abzuwickeln. Bislang waren solche Institute auf Zwischenbanken angewiesen. Experten sehen darin einen Reifepunkt für die Krypto-Infrastruktur – digitale Asset-Banken rücken ins Zentrum des Finanzsystems.

Ualá sammelt 195 Millionen – KI führt erste Live-Zahlung aus

In den Schwellenländern schreitet die digitale Revolution ebenfalls rasch voran. Das argentinische Neobank Ualá sicherte sich am 5. März eine Finanzspritze von 195 Millionen Euro. Angeführt wurde die Runde von Allianz X, der Investment-Tochter des Versicherungsriesen. Mit einer Bewertung von nun 3,2 Milliarden Euro will Ualá die Expansion in Lateinamerika beschleunigen. Das lizenzierte Institut bedient bereits über 11 Millionen Kunden in Argentinien, Mexiko und Kolumbien.

Anzeige

Da Fintechs und etablierte Banken zunehmend auf künstliche Intelligenz für ihre Transaktionen setzen, rücken auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen in den Fokus. Dieser kompakte Leitfaden erklärt Unternehmen verständlich, welche Pflichten und Fristen die aktuelle EU-KI-Verordnung für den Einsatz solcher Systeme vorschreibt. Gratis E-Book zur KI-Verordnung sichern

Die Partnerschaft mit Allianz geht noch weiter: Gemeinsam haben sie bereits digitale Lebens- und Unfallversicherungen in die Ualá-App integriert. Ein Modell für die Zukunft – aus spezialisierten Apps werden umfassende Finanz-Hubs.

Unterdessen testen etablierte Player die nächste Technologie-Generation: Banco Santander und Mastercard führten in der ersten März-Woche die erste Live-Zahlung Europas durch, die komplett von einem KI-Agenten ausgeführt wurde. Die Technologie, die auf Microsofts Azure OpenAI Service basiert, soll Reibungsverluste im grenzüberschreitenden Handel und bei Firmenzahlungen drastisch reduzieren. Nach dem erfolgreichen Pilot wird nun die Skalierung vorbereitet.

Branche reift – Druck auf etablierte Banken wächst

Die Entwicklungen markieren eine neue Reifephase der Fintech-Branche. Die Ära, in der digitale Banken nur als schicke Frontends für traditionelle Partner fungierten, neigt sich dem Ende zu. Der eigene Zugang zu nationalen Zahlungssystemen und die Möglichkeit, versicherte Einlagen anzubieten, werden zum neuen Standard für Profitabilität und Kundenvertrauen.

Die Grenzen zwischen traditionellem Banking, digitalen Assets und eingebetteten Versicherungen lösen sich auf. Die US-Notenbank ebnet mit der Master-Account-Genehmigung für Kraken den Weg für alternative Finanzmodelle im regulierten Rahmen.

Für das restliche Jahr 2026 wird ein verschärfter regulatorischer Fokus erwartet. Revoluts US-Antrag wird einem strengen Prüfverfahren unterzogen, das sich über mehrere Quartale hinziehen könnte. Eine Bewilligung könnte eine Welle ähnlicher Anträge europäischer und asiatischer Neobanken auslösen.

Während KI-Pilotprojekte in den kommerziellen Betrieb übergehen, stehen traditionelle Banken unter wachsendem Modernisierungsdruck. Die zunehmend grenzenlosen, voll lizenzierten Digitalbanken werden Marktanteile fordern. Der Wettlauf um die Finanzplattform der Zukunft ist in seine entscheidende Phase getreten.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

boerse | 68646704 |