ResMed-Aktie, KI-Euphorie

ResMed-Aktie nach KI-Euphorie & Ozempic-Angst: Chance für Mutige?

16.02.2026 - 17:46:50

Die ResMed-Aktie schwankt heftig zwischen KI-Fantasie und Diabetes-/Abnehmboom à la Ozempic. Was steckt hinter den jüngsten Analysten-Updates – und warum das Papier für deutsche Anleger jetzt wieder spannend wird.

Bottom Line zuerst: Die ResMed Inc.-Aktie steht wieder im Fokus – zwischen Sorgen um Abnehmmedikamente wie Ozempic, neuen KI-Initiativen im Schlafapnoe-Markt und frischen Analystenratings. Für deutsche Anleger eröffnet sich damit eine interessante Turnaround-Story im Gesundheitssektor.

Wenn Sie US-Gesundheitswerte wie Novo Nordisk oder Eli Lilly schon auf dem Zettel haben, sollten Sie ResMed nicht übersehen: Das Unternehmen ist weltweit führend bei Schlafapnoe-Therapie und profitiert direkt von dem Megatrend alternde Bevölkerung – ist aber an der Börse zuletzt deutlich volatiler als klassische Pharmawerte.

Was Sie jetzt wissen müssen, bevor Sie die nächste Kursbewegung bei ResMed nur im Chart sehen…

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

ResMed Inc. (ISIN US7611521078) ist an der NYSE gelistet und einer der weltweit wichtigsten Anbieter von Geräten und Software zur Behandlung von Schlafapnoe, darunter CPAP-Geräte, Masken und eine wachsende Cloud-Plattform für das Management von Patientendaten.

In den vergangenen Quartalen war die Aktie ein Paradebeispiel dafür, wie stark Stimmungen an den US-Märkten schwanken können: Zunächst Abstrafung wegen der Furcht, dass erfolgreiche Abnehmmedikamente das Schlafapnoe-Geschäft langfristig belasten könnten, anschließend deutliche Erholung dank robuster Zahlen und Zuversicht der Analysten.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist besonders wichtig: Die Aktie ist über gängige Broker problemlos handelbar, korreliert aber nur begrenzt mit dem DAX – sie bietet damit echte Diversifikation in einem defensiven, aber wachstumsstarken Nischensegment des Gesundheitssektors.

Wesentliche Treiber der ResMed-Aktie aktuell:

  • Persistente Nachfrage nach Schlafapnoe-Therapie in den USA, Europa und Asien.
  • Diskussion um die langfristigen Effekte von GLP?1-Medikamenten (z.B. Ozempic, Wegovy, Mounjaro) auf Übergewicht und damit auf Schlafapnoe.
  • Digitalisierung der Patientenüberwachung und Einsatz von KI zur Auswertung von Schlafdaten.
  • Margenentwicklung nach Lieferketten- und Hardware-Kostenschocks der letzten Jahre.

Im deutschsprachigen Anlegerumfeld wird ResMed häufig in einem Atemzug mit Philips genannt, nachdem dessen Schlafapnoe-Geschäft durch Rückrufe und Rechtsrisiken massiv belastet wurde. ResMed hat hier kurzfristig profitiert, weil Ärzte und Kliniken auf alternative Anbieter ausweichen mussten – ein struktureller Vorteil, den der Markt zunehmend einpreist.

ResMed im Kurzprofil

KriteriumDetails
ISIN / TickerUS7611521078 / RMD (NYSE)
BrancheMedizintechnik, Schlafapnoe, Digital Health
GeschäftsschwerpunkteCPAP-Geräte, Masken, Beatmung, Cloud-Software für Schlaf- und Atemtherapie
Wichtige MärkteUSA, Europa (inkl. Deutschland), Asien-Pazifik
Relevanz für DeutschlandGeräte in Schlaflaboren & Kliniken, wachsender Markt für häusliche Therapie
WettbewerberPhilips (Sleep & Respiratory Care), kleinere Spezialanbieter

Warum deutsche Anleger hinsehen sollten

Deutschland ist einer der größten Märkte für Schlafmedizin in Europa – mit einer alternden Bevölkerung und hoher Prävalenz von Übergewicht und kardiovaskulären Erkrankungen. Die Zahl der Diagnosen von Schlafapnoe ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, auch weil Hausärzte und Kardiologen das Thema stärker adressieren.

Für ResMed bedeutet das: Ein stabiler, strukturell wachsender Markt mit Cashflow-Charakter. Viele Patienten nutzen Geräte über Jahre hinweg, Masken und Verbrauchsmaterial werden regelmäßig ausgetauscht – ein attraktives, wiederkehrendes Geschäftsmodell, das deutschen Dividenden- und Qualitätsinvestoren entgegenkommt.

Hinzu kommt die Schwäche lokaler Player: Philips kämpfte lange mit Rückrufen, kleinere Hersteller haben Schwierigkeiten, die Anforderungen an Konnektivität, Datenintegration und regulatorische Vorgaben in der EU zu stemmen. ResMed positioniert sich in diesem Umfeld als technologischer Standardanbieter, dessen Produkte in vielen deutschen Schlaflaboren bereits etabliert sind.

GLP?1, Ozempic & Co.: Bedrohung oder übertriebene Angst?

Einer der wichtigsten Gründe für die Volatilität der ResMed-Aktie ist die Angst vor GLP?1-Medikamenten wie Ozempic (Novo Nordisk) oder Mounjaro (Eli Lilly). Die Logik der Bären: Wenn Millionen Patienten mit diesen Mitteln abnehmen, sinkt das Risiko für Schlafapnoe – und damit der Bedarf an CPAP-Geräten.

Analysten und das Management von ResMed argumentieren jedoch differenzierter: Viele Fälle von Schlafapnoe hängen nicht nur am Gewicht, sondern auch an anatomischen und genetischen Faktoren. Zudem werden GLP?1-Medikamente aktuell primär bei schweren Fällen von Adipositas eingesetzt – oft zusätzlich, nicht anstelle einer Atemtherapie.

Für deutsche Anleger ist relevant: Die Durchdringung mit teuren GLP?1-Therapien dürfte im deutschen Kassensystem deutlich langsamer und selektiver erfolgen als in den USA. Damit ist das unmittelbare Risiko für ResMed im deutschsprachigen Markt eher begrenzt, während der Markt trotzdem global auf diese Bedrohung reagiert – eine potenzielle Bewertungsdiskrepanz, die Chancen eröffnen kann.

KI, Daten & Plattform-Strategie: Mehr als nur Hardware

Ein unterschätzter Aspekt in vielen Social-Media-Debatten ist der zunehmende Software- und Datenfokus von ResMed. Das Unternehmen entwickelt Cloud-Plattformen, die Therapiegeräte mit Ärzten, Patienten und Kostenträgern verbinden und Therapietreue sowie Behandlungserfolg verbessern sollen.

Gerade in Deutschland, wo Krankenkassen immer stärker auf Ergebnisorientierung achten und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) erproben, kann eine solche Plattform Mehrwerte bieten. Mit KI-gestützten Auswertungen von Schlafdaten lassen sich Auffälligkeiten früh erkennen, Behandlungspläne optimieren und Rückläufer vermeiden – ein klarer betriebswirtschaftlicher Vorteil für Kliniken und Praxen.

Für Investoren bedeutet das: ResMed entwickelt sich vom reinen Hardware-Hersteller zum integrierten Gesundheits-IT-Anbieter. Das kann langfristig höhere Margen und eine stärkere Kundenbindung bringen – ähnlich wie man es von anderen Medtech-Konzernen mit erfolgreichen Plattformstrategien kennt.

Makro-Umfeld & Euro-Faktor

Als in US-Dollar bilanzierendes Unternehmen ist ResMed für Euro-Anleger auch eine Währungswette. In Phasen, in denen der Dollar gegenüber dem Euro stärker ist, profitiert der Wert Ihres Depots bei unverändertem Aktienkurs. Eine mögliche Abschwächung des Dollars kann diese Effekte umkehren.

Gleichzeitig agiert ResMed in einem eher konjunkturresistenten Segment: Schlafapnoe-Patienten verschieben ihre Behandlung selten, nur weil das BIP schrumpft, und auch die Kostenerstattung durch Krankenkassen bleibt relativ stabil. Das macht die Aktie zu einer Ergänzung für Anleger, die ihren Fokus vom zyklischen DAX (Chemie, Auto, Industrie) etwas weg diversifizieren möchten.

Interessant ist zudem, dass viele deutsche Anleger bereits indirekt über Gesundheits-ETFs oder globale Quality-Fonds in ResMed investiert sind, ohne dies im Detail zu wissen. Ein direkter Einstieg in die Einzeltitel-Story erlaubt jedoch eine gezieltere Gewichtung – insbesondere, wenn man der Meinung ist, dass der Markt die GLP?1-Risiken überzeichnet.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Während in sozialen Netzwerken häufig emotional diskutiert wird, fällt das Bild bei den etablierten Analysten vergleichsweise konstruktiv aus. Mehrere große US- und internationale Investmenthäuser sehen in ResMed einen Qualitätswert, der von kurzfristigen Ängsten um Abnehmmedikamente überlagert wird.

Zu den wiederkehrenden Kernaussagen in aktuellen Research-Berichten gehören:

  • Solides, zweistelliges Umsatzwachstum im Kerngeschäft, getragen von demografischen Trends und zunehmender Diagnoserate von Schlafapnoe.
  • Verbesserung der Bruttomarge mit Fortschreiten der Normalisierung von Lieferketten- und Frachtkosten.
  • Bewertungsabschlag im Vergleich zu früheren Jahren, der einen Teil des GLP?1-Risikos bereits einpreist.
  • Starke Marktposition als technologischer und klinischer Standardanbieter in vielen Ländern, inklusive Deutschland.
Analyst / HausEinschätzungEinordnung für Anleger
US-Großbank (z.B. Goldman/JPM, je nach Quelle)Überwiegend positive Langfristperspektive, Fokus auf Qualität und CashflowsSie sehen ResMed als defensiven Wachstumswert mit GLP?1-Risiko, aber strukturellem Rückenwind.
Internationale Research-HäuserMehrheitlich "Buy" oder "Outperform"-EinstufungenBewerten die aktuelle Unsicherheit als Einstiegs- bzw. Aufstockchance.
Einige vorsichtige AnalystenNeutral / "Hold", abwartend bei GLP?1-DatenlageRaten dazu, neue klinische Studien und Verschreibungsdaten abzuwarten.

Für deutsche Anleger entscheidend: Die Analysten sehen den GLP?1-Effekt eher als gestrecktes Langfristthema und weniger als unmittelbare Gewinnwarnung. Gleichzeitig wird die starke Bilanz und die Fähigkeit betont, durch F&E und Zukäufe neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Ein häufig genannter Investment-Case lautet daher: Wer an eine weiter steigende Zahl diagnostizierter Schlafapnoe-Fälle und an die Attraktivität digitaler Gesundheitsplattformen glaubt, findet in ResMed einen Marktführer mit Discount.

Natürlich bleibt die Aktie nichts für Anleger, die absolut keine regulatorischen, technologischen oder pharmazeutischen Disruptionsrisiken im Depot haben möchten. Für langfristig orientierte Investoren, die auch mit Volatilität leben können, passt ResMed dagegen gut in ein breit diversifiziertes Gesundheitsportfolio.

Hinweis für Anleger: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Prüfen Sie vor einer Investitionsentscheidung Ihre persönliche Risikotragfähigkeit, Steuer- und Währungssituation und informieren Sie sich zusätzlich über die aktuellsten Unternehmenszahlen und offiziellen Investor-Relations-Unterlagen von ResMed.

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