Rentenreform: Deutschland schafft Riester ab und führt Aktienrente ein
31.03.2026 - 07:21:20 | boerse-global.de
Deutschlands Altersvorsorge wird grundlegend reformiert. Ein neues Depot und ein milliardenschweres Generationenkapital sollen das System zukunftsfest machen.
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Der Bundestag hat mit dem Altersvorsorgereformgesetz die private Vorsorge revolutioniert. Parallel stabilisiert das Rentenpaket II die gesetzliche Rente. Beide Reformen zielen darauf ab, die Finanzierung des Ruhestands angesichts einer alternden Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. Die Weichen für die Rente der Zukunft sind gestellt.
Das Altersvorsorgedepot: Einfacher, günstiger, chancenreicher
Das Herzstück der Reform ist das neue Altersvorsorgesdepot. Es tritt voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft und soll die komplizierte und oft unattraktive Riester-Rente ablösen. Der Clou: Das Geld wird vorrangig in Fonds und ETFs angelegt. Auf garantierte Mindestbeiträge wird verzichtet – zugunsten höherer Renditechancen am Kapitalmarkt.
Ein großer Fortschritt ist die erweiterte Förderung. Künftig profitieren nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige und Freiberufler von staatlichen Zulagen. Diese werden vereinfacht: Der Staat bezuschusst 50 Prozent der Beiträge bis 360 Euro im Jahr. Für Einzahlungen zwischen 360 und 1.800 Euro gibt es 25 Prozent. Familien erhalten eine pauschale Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr – schon ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. Besteuert wird erst bei der Auszahlung.
Die „Aktienrente“: Generationenkapital soll Beitragssätze stabilisieren
Bereits in diesem Jahr startet ein weiteres Großprojekt: das Generationenkapital. Oft als „Aktienrente“ bezeichnet, ist es eine vom Bund finanzierte Kapitalrücklage. Sie wird am Kapitalmarkt angelegt, um langfristig Erträge zu erwirtschaften. Das Ziel ist nicht höhere Einzelrenten, sondern stabile Beitragssätze für alle.
2026 fließen zunächst 12 Milliarden Euro in den Fonds. Die Zuführungen sollen jährlich um drei Prozent steigen. Bis Mitte der 2030er-Jahre peilt die Regierung ein Volumen von 200 Milliarden Euro an. Ab dann sollen die Erträge dazu beitragen, den Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge zu dämpfen. Ein langfristiges Spiel also, dessen Erfolg vom Kapitalmarkt abhängt.
Sofortwirkungen: Höhere Renten und neue Debatten
Neben den Strukturreformen gibt es 2026 auch direkte Entlastungen. Ab 1. Juli steigen die Renten um 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert klettert damit von 40,79 auf 42,52 Euro. Zudem wurde die Beitragsbemessungsgrenze auf 8.450 Euro monatlich angehoben.
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Doch die Diskussion ist damit nicht beendet. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) brachte einen Vorschlag für mehr Umverteilung ins Spiel: Höhere Renten für Geringverdiener, eine Deckelung für Besserverdienende. Gleichzeitig empfahl die Bundesbank, das Rentenalter nach 2031 an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Die Suche nach dem gerechtesten Weg geht weiter.
Ein System im Wandel: Mehr Kapitalmarkt, weniger Umlage
Die Reformen markieren einen klaren Paradigmenwechsel. Deutschland verlässt sich weniger auf das reine Umlageverfahren, bei dem die Jungen für die Alten zahlen. Stattdessen setzt es verstärkt auf kapitalgedeckte Elemente – sowohl in der privaten Vorsorge als auch in der gesetzlichen Rente.
Kritiker warnen vor den Risiken der Börse. Befürworter argumentieren, dass nur so angesichts der Demographie stabile Beiträge und angemessene Leistungen finanzierbar bleiben. Die politischen Reaktionen spiegeln diese Spannung wider: Während die Ampel-Koalition die Reformen als Meilenstein feiert, lehnte Die Linke sie ab. Grüne und AfD enthielten sich.
Die Zukunft der Rente ist jetzt auch eine Frage der Anlagestrategie. Ob das neue Modell hält, was es verspricht, werden erst die kommenden Jahrzehnte zeigen.
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