Remote-Zugang, Cyberkriminelle

Remote-Zugang: Cyberkriminelle nutzen kritische Lücken aus

23.02.2026 - 03:54:12 | boerse-global.de

Aktive Exploits in Microsofts Remote Desktop Services und raffinierte Phishing-Kampagnen mit manipulierter Software gefährden Unternehmensnetzwerke. Experten fordern mehrschichtige Sicherheitsstrategien.

Fernwartungssoftware wird zum Hauptziel für Hackerangriffe. Aktuell werden Schwachstellen in Microsofts Remote Desktop Services aktiv ausgenutzt, während gleichzeitig Phishing-Kampagnen vertraute Tools für Datendiebstahl missbrauchen. Für Unternehmen wird die Absicherung dieser Zugänge zur Überlebensfrage.

Microsoft schließt aktiv genutzte Zero-Day-Lücken

Im Rahmen der Patch-Tuesday-Updates vom Februar 2026 hat Microsoft 59 Sicherheitslücken geschlossen. Sechs davon waren bereits als Zero-Day-Schwachstellen bekannt und wurden aktiv von Angreifern ausgenutzt. Besonders kritisch für Remote-Arbeitsplätze sind zwei Lücken in zentralen Windows-Komponenten.

Die erste, CVE-2026-21533, betrifft den Windows Remote Desktop Service. Sie ermöglicht es einem Angreifer mit lokalem Zugang, seine Berechtigungen zu eskalieren und die vollständige Systemkontrolle zu übernehmen. Die zweite, CVE-2026-21525, ist eine Denial-of-Service-Schwachstelle im Remote Access Connection Manager. Ein lokaler Angreifer könnte damit den Dienst oder das gesamte System zum Absturz bringen. Microsoft drängt auf sofortige Installation der Patches.

Phishing: Legitime Software als trojanisches Pferd

Parallel zu den Software-Schwachstellen läuft eine raffinierte Phishing-Kampagne. Seit dem 18. Februar 2026 zielen Angreifer auf Organisationen in den USA, Kanada und Großbritannien ab. Sie verschicken E-Mails, die angeblich von der US-Sozialversicherungsbehörde stammen.

Im Anhang versteckt sich eine manipulierte Version des Fernwartungstools ConnectWise ScreenConnect. Das Programm hat ein widerrufenes Sicherheitszertifikat und baut eine Verbindung zu einem Server der Angreifer auf. So entsteht eine dauerhafte Hintertür in das Netzwerk des Opfers. Die Täter durchsuchen dann Systeme in Behörden, im Gesundheitswesen und in der Logistik nach sensiblen Daten.

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Warum Remote-Tools so attraktiv für Angreifer sind

Die Angriffe zeigen ein bekanntes Muster: Remote-Zugangssoftware bietet einen direkten Pfad in das interne Firmennetzwerk. Beliebte Angriffsvektoren sind Brute-Force-Attacken auf offene Ports – insbesondere den Standard-RDP-Port 3389 – und die Ausnutzung nicht gepatchter Schwachstellen.

Die aktuelle Bedrohungslage erinnert an frühere Vorfälle. Bereits in der Vergangenheit wurden kritische Lücken in Tools wie AnyDesk und ScreenConnect für groß angelegte Ransomware-Angriffe genutzt. Jede Schwachstelle in diesen Zugangspunkten wird von Cyberkriminellen schnell erkannt und ausgenutzt.

Die zweischneidige Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Umstellung auf Hybrid- und Remote-Modelle hat Fernwartungssoftware zur unverzichtbaren Geschäftsgrundlage gemacht. Gleichzeitig hat sie die Angriffsfläche für Unternehmen massiv vergrößert. Die Sicherheit dieser Verbindungen ist heute eine Kernfrage der Unternehmenssicherheit.

Neue Trends wie die Integration von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung bringen weitere Komplexität. KI-Tools versprechen zwar mehr Produktivität für verteilte Teams, schaffen aber auch neue Systeme und Datenflüsse, die gesichert werden müssen. Die grundlegende Herausforderung bleibt: Die Werkzeuge, die Remote-Arbeit ermöglichen, dürfen nicht zum Einfallstor für Angreifer werden.

Mehrschichtige Verteidigung ist unverzichtbar

Die jüngsten Vorfälle sind ein Weckruf für alle Organisationen. Die Sicherheit von Remote-Zugängen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Experten empfehlen eine mehrschichtige Verteidigungsstrategie.

Dazu gehören:
* Sofortiges Patchen aller bekannten Schwachstellen
* Kontosperrrichtlinien gegen Brute-Force-Angriffe
* Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Remote-Logins
* Änderung der Standard-RDP-Ports
* Kontinuierliche Überwachung von RDP-Sitzungen auf verdächtige Aktivitäten

Solange Remote-Arbeit zum Standard gehört, wird die Sicherheit der Verbindungssoftware oberste Priorität bleiben – für Software-Hersteller und für die Unternehmen, die auf sie angewiesen sind.

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