Registrierkassen-Betrug: Software löschte Gastronomie-Umsätze
31.01.2026 - 23:04:12Ein aufgedeckter Betrugsfall erschüttert Österreichs Gastronomie. Bei einer landesweiten Razzia deckten Ermittler ein System auf, bei dem manipulierter Software Umsätze verschleierte. Der Steuerschaden geht in die Millionen.
Software löschte Bargeld-Umsätze auf Knopfdruck
Im Zentrum des Skandals steht ein Software-Hersteller. Seine Anwendung ermöglichte es Gastronomen, Bargeld-Umsätze nachträglich aus den digitalen Aufzeichnungen zu löschen. Das funktionierte, wenn Gäste bar bezahlten und keinen Beleg verlangten.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen. Gegen den geständigen Software-Hersteller und rund 20 Beschuldigte laufen Verfahren. Unter den betroffenen Betrieben in Wien, Niederösterreich und anderen Bundesländern sollen sich „durchaus bekannte Gastronomen“ befinden.
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- Bei über 50 Hausdurchsuchungen sicherte die Steuerfahndung Datenträger, Telefone und Kassensysteme.
- Der geschätzte Steuerschaden liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich.
- Auf die Spur kam das Amt für Betrugsbekämpfung durch Hinweise aus der Branche.
Politik verspricht Konsequenzen, Wirtschaft warnt vor Pauschalurteil
Das Finanzministerium betonte umgehend: Steuerbetrug sei kein Kavaliersdelikt, sondern schade dem Gemeinwesen. Man gehe konsequent gegen Betrug vor, um ehrliche Unternehmen zu schützen. Doch warum funktionierten die seit 2016 geltenden Sicherheitsvorkehrungen nicht?
Die Wirtschaftskammer warnte dagegen vor einem Generalverdacht. Es handele sich um Einzelfälle. Der Großteil der ohnehin unter Druck stehenden Gastronomie wirtschafte korrekt. Illegale Praktiken seien jedoch keine Entschuldigung.
Neue Regeln: Digitaler Beleg und höhere Umsatzgrenze
Unabhängig vom Skandal hat die Regierung bereits Entlastungen für kleine Betriebe beschlossen:
- Ab Herbst wird der digitale Beleg per QR-Code oder Link eingeführt.
- Die Umsatzgrenze für Betriebe mit Außenverkauf (z.B. Marktstände, Almhütten) steigt von 30.000 auf 45.000 Euro jährlich.
Gleichzeitig kündigte das Amt für Betrugsbekämpfung schärfere Kontrollen an. Für 2025 sind Hotel- und Gastgewerbe bereits als Schwerpunkt definiert. Die Finanzpolizei prüft dabei regelmäßig Personalanmeldungen und Kassensysteme.
Wird die Echtzeit-Überwachung kommen?
Der Fall befeuert die Diskussion um noch strengere Kassensysteme. Experten debattieren über eine direkte Echtzeit-Datenübermittlung an die Finanzbehörden, wie sie andere Länder kennen. Für Wirtschaftsverbände ist das oft unverhältnismäßiger Bürokratie-Aufwand.
Klar ist: Die Kontrolldichte in der Gastronomie wird steigen. Die Auswertung der sichergestellten Daten könnte zudem das volle Ausmaß des Netzwerks offenlegen. Für die Branche beginnt eine Phase der Unsicherheit – und der Chance, durch Transparenz verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
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