Realbotix, Ericsson

Realbotix und Ericsson testen humanoide Roboter im Büro

21.01.2026 - 17:23:12

Ericsson integriert einen menschenähnlichen Roboter von Realbotix in sein texanisches Innovationszentrum. Der Humanoid übernimmt Aufgaben in Schulung, Besucherbetreuung und Nachwuchsgewinnung.

Ein humanoider Roboter von Realbotix wird künftig Besucher begrüßen und Mitarbeiter beraten – zumindest im texanischen Innovationszentrum des schwedischen Telekommunikationsriesen Ericsson. Die ungewöhnliche Partnerschaft, die diese Woche bekannt wurde, markiert einen wichtigen Schritt: Sie bringt menschenähnliche Roboter aus der Forschung direkt in den Unternehmensalltag.

Vom Labor in die Unternehmenszentrale

Im Mittelpunkt steht die Integration eines hoch entwickelten Realbotix-Humanoiden in Ericssons „Imagine Studio“ in Plano, Texas. Der Roboter übernimmt dabei keine klassischen Fabrikjobs, sondern anspruchsvolle, kommunikative Aufgaben. Sein Einsatzgebiet ist dreigeteilt: Mitarbeiterschulung, Besucherbetreuung und Nachwuchsförderung.

Für die Belegschaft soll der Roboter als neuartige Schnittstelle für Personalentwicklung dienen. Er kann individuelle Karrierepfade vorschlagen und macht Entwicklungsmöglichkeiten datengestützt zugänglicher. Gleichzeitig fungiert er als interaktiver Gastgeber, der Besuchern die Möglichkeiten von Konversations-KI und Robotik demonstriert. Ein weiterer Fokus liegt auf der Nachwuchsgewinnung: Der Roboter wird Studenten Karriereberatung anbieten, um den Tech-Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen.

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Die Technik hinter den menschenähnlichen Interaktionen

Die Fähigkeit des Roboters, natürlich mit Menschen zu interagieren, basiert auf patentierten Realbotix-Technologien. Ein zentrales Merkmal ist das fortschrittliche Vision-System: Die „Augen“ des Roboters können Bewegung und menschliche Emotionen autonom erkennen. Das System ermöglicht auch Gesichtserkennung, Farbdetektion und sogar das Lesen von Texten.

Diese visuellen und emotionalen Erkennungsfähigkeiten sind entscheidend für die geplanten Aufgaben bei Ericsson, wo das Verstehen menschlicher Signale Priorität hat. Die Hardware des Roboters ist modular aufgebaut, und seine KI-Architektur ist herstellerunabhängig. Dieser flexible Ansatz erlaubt Anpassungen für verschiedene Einsatzszenarien – vom Kundenservice über Corporate Training bis hin zu HR-Analytik.

Der Trend zum Roboter-Kollegen

Die Zusammenarbeit spiegelt einen größeren Wandel in der Automatisierungslandschaft wider. Während Industrieroboter seit Jahrzehnten in Fabriken stehen, ist der Einzug humanoider Modelle in Büros und Servicebereiche neu. Fortschritte in künstlicher Intelligenz, Maschinellem Lernen und robotischer Geschicklichkeit machen die Maschinen immer leistungsfähiger und wirtschaftlicher.

Branchenanalysten sehen den Markt für humanoide Roboter an einem Wendepunkt. Treiber sind anhaltende Fachkräftelücken, der Automatisierungsbedarf in menschengerechten Umgebungen und sinkende Roboterpreise. Die Roboter gelten zunehmend nicht als Ersatz, sondern als Kollegen, die repetitive oder datenintensive Aufgaben übernehmen. So können menschliche Mitarbeiter sich auf wertschöpfendere Tätigkeiten wie Strategie und kreative Problemlösung konzentrieren. Die Ericsson-Partnerschaft ist ein prominentes Beispiel für diesen aufkeimenden „Hybrid Workplace“.

Vom Pilotprojekt zur Standardanwendung

Die erste Installation im Ericsson Showroom ist zwar ein begrenztes Pilotprojekt, aber ein wichtiger Praxistest für die gesamte Branche. Sein Erfolg könnte den Weg für eine breitere Einführung humanoider Roboter in ähnlichen Unternehmensumgebungen ebnen – und auch in Branchen wie Gesundheitswesen, Logistik und Einzelhandel.

Für Realbotix bedeutet der Einsatz beim globalen Technologieführer Ericsson eine bedeutende Bestätigung. CEO Andrew Kiguel sieht darin einen Sprung nach vorn, der humanoide Roboter als unverzichtbare Partner im Arbeitsleben der Zukunft positioniert. In den kommenden Monaten werden Daten zur Leistung, Akzeptanz und Effizienzsteigerung gesammelt. Die Ergebnisse werden weltweit aufmerksam verfolgt – von Unternehmen, die selbst über die Integration physischer KI in ihre Abläufe nachdenken.

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