Ransomware, Smartphone-Backups

Ransomware zielt jetzt auf Ihre Smartphone-Backups in der Cloud

02.03.2026 - 15:52:51 | boerse-global.de

Cyberkriminelle attackieren verstärkt gesicherte Daten in Diensten wie iCloud. Das BSI warnt vor einer angespannten Lage, obwohl Lösegeldzahlungen gesunken sind.

Eine neue Angriffswelle von Ransomware hat Cloud-Backups von Smartphones im Visier. Cybersicherheitsexperten beobachten eine strategische Wende: Angreifer zielen gezielt auf in Diensten wie iCloud oder Google Drive gesicherte Daten. Für viele Nutzer sind diese automatischen Backups die letzte vermeintlich sichere Kopie – das macht die Eskalation gefährlich. Die Angriffe infiltrieren oft unbemerkt Backup-Prozesse, manipulieren oder stehlen Daten, bevor sie die Cloud erreichen.

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Bedrohungslage bleibt angespannt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer weiterhin angespannten Lage. Cyberkriminelle entwickeln ihre Taktiken stetig weiter. Zwar ging die Gesamtsumme der Lösegeldzahlungen im vergangenen Jahr leicht auf rund 820 Millionen US-Dollar zurück. Doch die Anzahl der gemeldeten Angriffe schnellte gleichzeitig um 50 Prozent in die Höhe. Ein klarer Trend: Angreifer weiten ihre Aktivitäten massiv aus, auch wenn sie pro Angriff weniger erfolgreich sind.

So funktionieren die modernen Angriffe

Heutige Ransomware, sogenannte Kryptotrojaner, ist raffinierter als einfache Bildschirmsperren. Sie verschlüsselt persönliche Dateien wie Fotos, Kontakte und Dokumente und macht sie unbrauchbar. Für den Entschlüsselungsschlüssel fordern die Erpresser Lösegeld, meist in Kryptowährungen. Der Infektionsweg führt häufig über bösartige Apps aus inoffiziellen Stores, Phishing-Mails oder kompromittierte Links.

Die neue Taktik setzt genau hier an: Sie attackiert gezielt die Cloud-Backups. Angreifer nutzen Schwachstellen in den Speicherdiensten oder falsch konfigurierte Zugänge. Einige Gruppen setzen sogar KI-gesteuerte Agenten ein. Diese identifizieren autonom wertvolle Zieldaten und stehlen sie, bevor die Verschlüsselung überhaupt beginnt.

Doppelte Erpressung erhöht den Druck

Immer häufiger kommt die Methode der „doppelten Erpressung“ zum Einsatz. Dabei werden die Daten nicht nur verschlüsselt, sondern vorab gestohlen. Die Kriminellen drohen dann mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der sensiblen Informationen im Darknet. Diese zusätzliche Drohung erhöht den Druck auf die Opfer enorm.

Das Geschäftsmodell hat sich professionalisiert. Über „Ransomware-as-a-Service“-Plattformen (RaaS) können auch technisch weniger versierte Kriminelle fertige Malware-Kits kaufen. Das führt zu einer zersplitterten Angreiferlandschaft mit vielen kleinen, opportunistischen Gruppen.

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Sollte man Lösegeld zahlen?

Behörden wie das BSI raten grundsätzlich davon ab, Lösegeldforderungen nachzukommen. Eine Zahlung ist keine Garantie für die Rückgabe der Daten. Manchmal fordern die Täter sogar ein zweites Mal Geld. Zudem finanziert jede Zahlung die kriminelle Infrastruktur und motiviert zu weiteren Angriffen.

Statistiken zeigen zwar eine sinkende Zahlungsbereitschaft. Die Rate der gezahlten Lösegelder fiel im letzten Jahr auf 28 Prozent. Doch der Median der einzelnen Zahlungssumme schoss gleichzeitig um 368 Prozent auf fast 60.000 US-Dollar in die Höhe. Die Gesamtkosten eines Angriffs für Unternehmen liegen im Schnitt bei über 5 Millionen US-Dollar – inklusive Ausfallzeiten und Reputationsschäden.

So schützen Sie Ihr Smartphone

Der wirksamste Schutz ist eine proaktive Sicherheitsstrategie. Für Smartphone-Nutzer sind diese Maßnahmen entscheidend:

  • Updates sofort installieren: Halten Sie Betriebssystem und Apps immer aktuell, um Sicherheitslücken zu schließen.
  • Nur offizielle Quellen nutzen: Laden Sie Apps ausschließlich aus dem Google Play Store oder Apple App Store herunter.
  • Zugänge stark sichern: Verwenden Sie starke, einzigartige Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) für alle Konten, besonders für Cloud-Dienste.
  • Phishing erkennen: Klicken Sie nie auf verdächtige Links in Mails oder Nachrichten und öffnen Sie keine Anhänge unbekannter Absender.
  • Backups absichern: Sichern Sie wichtige Daten zusätzlich zur Cloud auf einem externen, vom Netzwerk getrennten Speichermedium.
  • Sicherheitssoftware einsetzen: Eine seriöse Antiviren-App kann helfen, bekannte Bedrohungen zu erkennen.

Angesichts der wachsenden Bedrohung wird die eigene Wachsamkeit zur wichtigsten Verteidigungslinie. Überprüfen und sichern Sie Ihre Backup-Routinen – bevor es zu spät ist.

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