Randstad-Studie, Jobsicherheit

Randstad-Studie: Jobsicherheit verdrängt mentale Gesundheit

22.03.2026 - 06:49:00 | boerse-global.de

Die wirtschaftliche Unsicherheit verschiebt Prioritäten: Jobsicherheit ist für 71% der Beschäftigten oberstes Gebot, während die Bedeutung mentaler Unterstützung durch den Arbeitgeber stark sinkt.

Randstad-Studie: Jobsicherheit verdrängt mentale Gesundheit - Foto: über boerse-global.de
Randstad-Studie: Jobsicherheit verdrängt mentale Gesundheit - Foto: über boerse-global.de

Deutsche Arbeitnehmer stellen Jobsicherheit über mentale Gesundheit. Das zeigt das aktuelle Randstad Arbeitsbarometer 2026. Die wirtschaftliche Unsicherheit verändert die Prioritäten der Beschäftigten radikal – mit paradoxen Folgen für Unternehmen.

Psychische Gesundheit verliert dramatisch an Bedeutung

Nur noch 45 Prozent der Beschäftigten halten Unterstützung für ihre mentale Gesundheit durch den Arbeitgeber für wichtig. Vor einem Jahr waren es noch 61 Prozent, 2024 sogar 85 Prozent. Der Absturz ist steil.

Gleichzeitig steigt die Angst um den eigenen Job: 71 Prozent der Arbeitnehmer nennen Jobsicherheit als oberste Priorität. Diese Sorge lähmt die Kommunikation. Fast die Hälfte (46 Prozent) traut sich nicht mehr, Probleme offen anzusprechen, aus Furcht vor Nachteilen.

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Toxisches Klima bleibt Kündigungsgrund Nummer eins

Doch Vorsicht: Auch wenn die Erwartung an den Arbeitgeber sinkt – ein schlechtes Klima verzeihen Mitarbeiter nicht. 36 Prozent haben bereits wegen einer psychisch belastenden Atmosphäre gekündigt.

"Die Menschen agieren zurückhaltender, aber sie handeln, wenn das Umfeld akut belastend wird", sagt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. Die Hälfte der Befragten sieht die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zudem bei sich selbst. Nur 13 Prozent erwarten die Hauptinitiative vom Chef.

Unternehmen investieren – Ausfallzeiten auf Rekordhoch

Viele Firmen haben bereits reagiert. 37 Prozent haben gezielte Maßnahmen für mentale Gesundheit implementiert, 48 Prozent bieten allgemeine Gesundheitsunterstützung an.

Diese Investitionen sind dringend nötig. Die Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen erreichen historische Höchststände. Der aktuelle DAK-Psychreport verzeichnet über 340 Ausfalltage je 100 Versicherte. Experten raten zu präventiven Ansätzen: eine offene Kommunikationskultur, sensibilisierte Führungskräfte und niedrigschwellige Hilfsangebote.

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EU-Kampagne setzt neuen Fokus

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wird 2026 zum strategischen Steuerungsinstrument. Die EU startet die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028“ mit dem Schwerpunkt psychische Gesundheit. Förderprogramme sollen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen helfen, Präventionskonzepte zu etablieren.

Unternehmen, die hier vorangehen, erfüllen nicht nur gesetzliche Pflichten. Sie positionieren sich als attraktive Arbeitgeber in einem leeren Arbeitsmarkt.

Warum die Zahlen trügen können

Experten warnen vor falschen Schlüssen. Der Wunsch nach Jobsicherheit überlagert nur das Bedürfnis nach mentaler Unterstützung – er löst die Stressfaktoren nicht auf. Die Angst vor Jobverlust kann den psychischen Druck sogar erhöhen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre Kürzen im BGM ein Fehler. Die Kosten für Präsentismus – Arbeiten trotz Krankheit – und langfristige Ausfälle übersteigen Präventionsinvestitionen um ein Vielfaches. Im Fokus stehen 2026 gesunde Arbeitsorganisation und Führungskultur, nicht isolierte Wellness-Angebote.

Die Führungskraft als Gesundheitsmanager

In den kommenden Monaten wird der Spagat zwischen Effizienzdruck und Fürsorgepflicht größer. Unternehmen setzen verstärkt auf Daten, um Belastungen früh zu erkennen. Die Rolle der Vorgesetzten als „Gesundheitsmultiplikatoren“ wird gestärkt – was umfangreiche Schulungen erfordert.

Arbeitgeber, die jetzt konsequent investieren, bauen Resilienz auf. Wenn sich die Konjunktur entspannt, werden sie mit einer loyaleren und leistungsfähigeren Belegschaft belohnt.

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