Ramones-Hype 2026: Warum die Punk-Ikonen wieder überall sind
13.02.2026 - 19:46:59Hey Ho, Let’s Go – der Slogan taucht 2026 gefühlt wieder überall auf: in TikTok-Sounds, auf Retro-Shirts in der Fußgängerzone, in Stadion-Playlists und natürlich in den Playlists von Gen Z und Millennials, die die Ramones vielleicht nie live gesehen haben, aber jeden Refrain mitsingen können. Der Ramones-Hype kocht hoch, obwohl die Originalband längst Geschichte ist – und genau das macht die aktuelle Welle aus Nostalgie, Reissues, Tribute-Shows und Dokus so spannend.
Offizielle Ramones-Infos, Merch & Legacy-Projekte
Für deutsche Fans heißt das: volle Ladung Oldschool-Punk, neue Einsteiger über Social Media und die Frage, wie sich ein Sound aus den 70ern so hartnäckig in den Köpfen von 2026 halten kann. Wir checken die aktuellen News, die Musik, die Fan-Theorien – und sortieren, was Hype, was Legende und was wirklich relevant ist.
Hintergründe: Die aktuellen News im Detail
Auch wenn die klassischen Ramones in Originalbesetzung nicht mehr existieren, ist 2026 alles andere als Ruhe im Fanlager. Stattdessen rollen gleich mehrere Entwicklungen parallel, die den Namen Ramones wieder nach oben in die Feeds spülen.
Zum einen setzt sich der Vinyl-Boom weiter fort. Labels bringen immer wieder limitierte Neupressungen von Klassikern wie “Ramones” (1976), “Rocket to Russia” (1977) oder “Road to Ruin” (1978) raus – oft mit alternativen Covern, farbigen Vinyls und Bonus-Material vom damaligen CBGB-Livekontext. In Sammlerforen berichten Fans, dass bestimmte Sondereditionen innerhalb von Minuten ausverkauft sind, vor allem wenn sie auf 500 oder 1.000 Stück limitiert sind. Deutsche Shops legen nach, weil die Nachfrage nach authentischem Oldschool-Punk seit der Pandemie nicht mehr nachgelassen hat.
Dazu kommt: Streaming-Dienste pushen Ramones-Songs massiv in ihre Punk- und Rock-Playlists. Tracks wie “Blitzkrieg Bop”, “I Wanna Be Sedated”, “Sheena Is a Punk Rocker” oder “Judy Is a Punk” landen regelmäßig in kuratierten Listen, die sich explizit an jüngere Zielgruppen richten. Das liegt nicht nur am Algorithmus, sondern auch an TikTok: Dort laufen kurze Clips mit schnellen, einprägsamen Hooks extrem gut – und die Ramones schrieben quasi nur solche Hooks. Mehrere Musik-Marketing-Analysen verweisen darauf, dass kurze, direkte Songs (unter 3 Minuten) von Gen-Z-Usern überproportional häufig durchgehört werden. Genau dort punkten die New Yorker Punk-Pioniere bis heute.
Ein weiterer Treiber sind Tribute- und Legacy-Projekte. In Europa und speziell in Deutschland touren mehrere Tribute-Bands, die Setlists der Ramones detailgetreu nachspielen, oft mit Lederjacke, Ramones-Logo-Backdrop und minimaler Ansage, genau wie früher. Clubs in Berlin, Hamburg, Köln oder München buchen diese Abende mit dem Hinweis auf ein "authentisches" 70er-Punk-Erlebnis. Ticketpreise bewegen sich meist irgendwo zwischen 20 und 40 Euro – also deutlich unter großen Arena-Shows, was die Abende für junge Fans attraktiv macht, die die Szene erstmal ausprobieren wollen.
Dazu gesellen sich immer wieder Musik-Dokus und Biografien, die im deutschsprachigen Raum gestreamt oder neu aufgelegt werden. Wenn ein großer Streamingdienst eine Ramones-Doku in seine Startseite schiebt, sieht man das direkt an den Suchanfragen nach der Band. In Interviews mit Musikjournalisten wird der nachhaltige Einfluss der Ramones auf Punk, Pop-Punk und Alternative-Rock hervorgehoben – von Green Day über The Offspring bis Blink-182. Für viele heutige Hörerinnen und Hörer läuft der Weg zurück: zuerst Pop-Punk aus den 2000ern, dann kommt die Frage: "Wer hat das eigentlich erfunden?" Die Antwort: sehr oft die Ramones.
Für deutsche Fans bedeutet das alles: Statt einer klassischen Reunion (die es mit der Originalband nie wieder geben wird) entsteht eine Art digitales und live-basiertes Weiterleben. Die Songs sind überall, die Ästhetik ist ikonisch und die Szene baut sich ihr eigenes Ritual: Tribute-Shows, Coverbands, Motto-Partys und Social-Media-Memes. Das Ganze bleibt nicht nur Nostalgie der Ü40-Crowd – immer mehr Jüngere identifizieren sich mit der kompromisslosen Einfachheit, der Anti-Perfektion und dem kompromisslosen Tempo dieser Songs.
Die Setlist & Show: Was dich erwartet
Wer heute eine Ramones-Tribute-Show oder eine Punk-Nacht mit starkem Ramones-Fokus besucht, bekommt meist eine sehr ähnliche Dramaturgie, egal ob in Berlin, Leipzig oder Dortmund. Die Setlisten greifen tief in den Klassiker-Pool, um genau das Gefühl zu erzeugen, das man von alten Live-Mitschnitten kennt: kurze Songs, kaum Ansagen, null Langeweile.
Typische Opener sind nach wie vor “Blitzkrieg Bop” oder “Rockaway Beach”. Beide Songs funktionieren perfekt, um ein Publikum sofort von 0 auf 100 zu bringen. Der "Hey Ho, Let’s Go"-Chant ist das wahrscheinlich einfachste und zugleich effektivste Call-and-Response-Element der Punk-Geschichte. Wer da vorne an der Bühne steht, hat keine Zeit zum Überlegen: Arm hoch, mitsingen, springen.
Danach folgen oft Blöcke aus Songs wie “Judy Is a Punk”, “Beat on the Brat”, “Now I Wanna Sniff Some Glue” oder “I Don’t Wanna Go Down to the Basement”. Viele dieser Tracks sind unter zwei Minuten lang, sodass in 90 Minuten Show schnell auf 25 bis 35 Songs kommt. Das ist einer der großen Unterschiede zu vielen modernen Konzerten, bei denen deutlich mehr Zwischenansagen, Breaks und Visuals eingebaut werden. Ramones-Tributes halten die Show schlank: Song, nächster Song, nächster Song.
Im zweiten Drittel eines solchen Abends tauchen häufig Fan-Favoriten wie “Sheena Is a Punk Rocker”, “Teenage Lobotomy”, “Do You Wanna Dance?” oder “California Sun” auf. Gerade deutsche Fans, die die Band vor allem über Spotify-Playlists kennen, sind überrascht, wie viele Melodien sofort im Ohr hängen bleiben, obwohl sie die Songs vielleicht noch nie bewusst gehört haben. Melodie war immer ein Kern der Ramones-DNA – nur eben in Tempo 200 km/h.
Die Atmosphäre auf diesen Shows: dicht, schwitzig, direkt. Stagediving gehört in manchen Clubs immer noch dazu, auch wenn die Security inzwischen strenger ist als Ende der 70er im CBGB. In kleinen Venues wie Astra Kulturhaus (Berlin), Logo (Hamburg), Zakk (Düsseldorf) oder Backstage (München) bilden sich vorne Circle Pits, während hinten Leute mit Bier in der Hand nostalgisch den Kopf nicken. Viele tragen das ikonische schwarze Logo-Shirt mit Adler, das längst zu einem universellen Rock-Symbol geworden ist – selbst für Leute, die gar nicht alle Alben kennen.
In Setlists tauchen außerdem immer wieder Songs aus den späteren Phasen der Ramones auf, etwa “Pet Sematary” oder “Poison Heart”. Diese Tracks zeigen, dass die Band nicht nur schnell und laut konnte, sondern auch dunklere, melancholischere Töne anschlug. Gerade "Pet Sematary" – ursprünglich für die Stephen-King-Verfilmung – wird von vielen Jüngeren durch Horror-Playlists und Filmausschnitte entdeckt und dann auf der Bühne nochmal ganz anders erlebt.
Soundtechnisch ist die Ansage klar: Gitarren meist mit wenig Schnickschnack, eher mittige, bissige Zerrsounds, Bass stoisch durchlaufend, Drums geradeaus. Kein ausuferndes Solo, keine Balladen-Nummer mit Akustikgitarre. Das ist auch der Grund, warum viele Nachwuchs-Bands in Deutschland den Ramones-Stil adaptieren: Man braucht keinen High-End-Equipment-Fuhrpark, nur Timing, Energie und die Bereitschaft, Songs auf den Punkt zu bringen.
Das sagt das Netz:
Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten
Auf Reddit, TikTok und in deutschsprachigen Foren brodelt die Diskussion rund um die Ramones längst über das klassische Fanwissen hinaus. Statt nur über Lieblingssongs zu reden, spekulieren User über mögliche neue Dokus, bisher ungehörte Live-Mitschnitte und übertriebene Ticketpreise bei Tribute-Events.
Ein Dauerthema sind mögliche unveröffentlichte Aufnahmen aus den 70er- und 80er-Jahren. Immer wieder tauchen Spekulationen auf, dass in Archiven von Labels oder Produzenten noch komplette CBGB-Gigs oder alternative Studio-Takes schlummern. In Threads wird darüber diskutiert, ob sich größere Reissue-Boxen lohnen würden, die genau diese Materialien bündeln. Einige Fans argumentieren, dass jede weitere Veröffentlichung den Mythos "verwässert". Andere kontern: Punk sei nie darum gegangen, rar und exklusiv zu bleiben – je mehr Leute die Songs hören, desto besser.
Auf TikTok wiederum hält sich hartnäckig die Theorie, dass ein großer Streamer an einer mehrteiligen Dramaserie über die New Yorker Punk-Szene der 70er arbeitet, in der die Ramones eine zentrale Rolle spielen sollen. Bestätigt ist davon nichts, aber Casting-Gerüchte, angebliche Leaks von Drehbuchseiten und Fancasts ("Wer sollte Johnny, Joey, Dee Dee spielen?") erzeugen ordentlich Buzz. Gerade junge User, die über Serien wie "Stranger Things" zum Retro-Sound gefunden haben, hoffen auf eine ähnliche Mischung aus Fiktion und Musikgeschichte rund um die Ramones.
Ein weiterer Reibepunkt sind die Ticketpreise für Tribute-Festivals. In Deutschland gibt es mehrtägige Punk-Open-Airs, bei denen Ramones-Tribute-Bands als Zugpferde dienen. Wenn Tagespässe dann 80 Euro oder mehr kosten, regen sich Fans in Kommentaren auf: "Für ne Coverband so viel zahlen?" Die Gegenposition: Man bezahlt nicht nur für eine Coverband, sondern für ein komplettes Line-up und Infrastruktur, und die Nachfrage nach genau diesen Klassikern sei eben hoch. Die Debatte zeigt, wie stark der Name Ramones immer noch zieht – selbst ohne Original-Mitglieder auf der Bühne.
Spannend ist auch, wie die Ramones im Netz politisch und kulturell diskutiert werden. Einige TikTok- und Insta-Creator aus Deutschland interpretieren den minimalistischen, teils ironischen Ansatz der Band als Kommentar zur damaligen US-Gesellschaft: Weg mit Überproduktion, weg mit Glam, direkt auf den Punkt. Andere widersprechen und sehen die Ramones eher als unpolitische, straighte Rock’n’Roll-Band, die vor allem Spaß, Geschwindigkeit und Pop-Sensibilität im Kopf hatte. Diese Spannbreite an Lesarten macht die Band anschlussfähig für verschiedenste Szenen – von DIY-Punk-Kollektiven bis zu Vintage-Fashion-Influencern.
Auf Reddit-Threads kursieren zudem Fan-Rankings der besten Alben, die regelmäßig für Streit sorgen. Während Classic-Fans die ersten vier Alben als unantastbar sehen, pushen jüngere Hörer auch Platten wie "Too Tough to Die" nach oben und betonen, wie stark die späten 80er-Jahre-Songs gealtert sind. In deutschen Kommentarspalten liest man dazu oft: "Hab das Album wegen eines Memes angeklickt und bin hängen geblieben." Die Memekultur wirkt also wie ein Trojanisches Pferd, das Leute zu bislang übersehenen Songs führt.
Ein kleineren, aber lauten Teil der Community beschäftigt die Frage, ob das omnipräsente Ramones-Logo inzwischen zu sehr als reines Mode-Item genutzt wird. Immer wieder postet jemand ein Foto von Fast-Fashion-Ketten, die das Motiv auf Shirts drucken, und fragt: "Kennen die Träger überhaupt einen Song?" Andere nehmen es gelassener: Jede Person im Logo-Shirt, die dadurch irgendwann einen Song entdeckt, sei ein Gewinn. Das spiegelt eine Grundspannung der Szene wider – zwischen Szene-Stolz und Offenheit für neue Fans.
Alle Daten auf einen Blick
Auch ohne eine klassische Welttour der Originalband gibt es 2026 viele Anknüpfungspunkte für deutsche Ramones-Fans: Tribute-Shows, Jubiläen, Reissues und Chartdaten der Klassiker.
| Ereignis | Datum | Ort / Bezug | Details |
|---|---|---|---|
| Veröffentlichung Debütalbum "Ramones" | 23.04.1976 | New York / weltweiter Release | Startschuss für den klassischen US-Punk, enthält u.a. "Blitzkrieg Bop" und "Judy Is a Punk" |
| Album "Rocket to Russia" | 10.1977 | USA, später weltweit | Beinhaltet Fan-Favoriten wie "Rockaway Beach" und "Sheena Is a Punk Rocker" |
| Album "Road to Ruin" | 09.1978 | USA / Europa | Hier erscheint u.a. "I Wanna Be Sedated", einer der größten Streaming-Hits der Band |
| Typische Tribute-Show in Deutschland | laufend 2026 | Clubs in Berlin, Hamburg, Köln, München u.v.m. | Setlists mit 25–35 Songs, Fokus auf den ersten Alben, Ticketpreise meist 20–40 Euro |
| Vinyl-Reissues klassischer Alben | regelmäßig seit den 2010ern | deutsche und europäische Plattenläden | Limitierte Farbvinyls, Bonus-Tracks, Booklets mit Fotos und Liner Notes |
| Streaming-Peaks auf Playlists | 2020er-Jahre, anhaltend 2026 | Spotify, Apple Music, YouTube Music | Ramones-Songs laufen in Punk-, Workout- und Throwback-Playlists, stark getrieben durch Social Media |
| Ramones-Dokus & Biografien | verschiedene Jahre, im Umlauf 2026 | deutsche Streamingdienste & Buchhandel | Mehrere Filme und Bücher beleuchten die Geschichte, oft mit Fokus auf CBGB und die New Yorker Szene |
| Ramones-Merch-Produktionen | kontinuierlich | offizielle Seite & lizensierte Händler | Logo-Shirts, Poster, Patches, limitierte Sammlerstücke für neue und alte Fans |
Häufige Fragen zu Ramones
Um den aktuellen Hype richtig einzuordnen, hilft ein Blick auf die wichtigsten Fragen, die deutsche Fans 2026 rund um die Ramones stellen – von der Bandgeschichte bis zum Umgang mit der Legacy.
Wer waren die Ramones überhaupt und warum sind sie so wichtig?
Die Ramones waren eine 1974 in New York gegründete Band, die oft als eine der ersten echten Punkbands überhaupt bezeichnet wird. Joey Ramone (Gesang), Johnny Ramone (Gitarre), Dee Dee Ramone (Bass) und Tommy Ramone (Drums) bildeten die klassische Urbesetzung. Sie traten mit einheitlichem Look (Lederjacken, Jeans, T-Shirt) auf, spielten extrem kurze, schnelle Songs mit simplen Akkorden und verzichteten auf den Bombast, der Mitte der 70er im Rock üblich war.
Wichtig sind die Ramones, weil sie vielen anderen Bands gezeigt haben, dass man kein komplexes Technikmonster sein muss, um mitreißende Musik zu machen. Ihr Einfluss zieht sich durch Punk, Hardcore, Pop-Punk, Alternative und sogar Indie-Pop. Ohne Ramones gäbe es zahlreiche spätere Größen in der bekannten Form nicht – von Green Day über The Offspring bis hin zu deutschen Acts, die bewusst auf Einfachheit und Direktheit setzen.
Kann man die Ramones 2026 noch live sehen?
Die Originalmitglieder der Ramones sind nicht mehr aktiv, mehrere sind verstorben. Eine klassische Reunion-Tour, wie man sie von anderen Bands kennt, wird es deshalb nicht geben. Was es aber überall, auch in Deutschland, gibt: sehr engagierte Tribute-Bands, die die Songs so nah wie möglich am Original nachspielen.
Wenn du 2026 ein Ticket für ein "Ramones-Event" siehst, lohnt sich also der Blick auf die Details: Handelt es sich um eine Tribute-Band, ein Punk-Festival mit starkem Ramones-Schwerpunkt oder um einen reinen Party-Abend mit Ramones-DJs? Die Qualität variiert, aber viele europäische Tribute-Acts bringen die Energie und Setlist-Struktur der Band extrem nah ans Original. Das ist für alle, die die Band nie gesehen haben, oft die beste Annäherung an das Live-Gefühl.
Welche Ramones-Songs sollte man als Einsteiger kennen?
Wenn du neu in der Ramones-Welt bist, gibt es ein paar Tracks, die quasi Pflicht sind. Ganz oben steht “Blitzkrieg Bop” mit dem ikonischen "Hey Ho, Let’s Go"-Chant. Dazu kommen “I Wanna Be Sedated”, “Sheena Is a Punk Rocker”, “Rockaway Beach”, “Judy Is a Punk”, “Beat on the Brat” und “Teenage Lobotomy”. Diese Songs zeigen die Mischung aus Melodie, Tempo und Humor, die die Band ausmacht.
Wenn du etwas tiefer gehen willst, lohnt ein Blick auf Stücke wie “Pet Sematary”, “Poison Heart” oder “Bonzo Goes to Bitburg”, die eine etwas dunklere, ernstere Seite zeigen. Viele Fans empfehlen, die ersten vier Alben chronologisch zu hören, weil man so gut nachvollziehen kann, wie sich die Band innerhalb ihres klaren Stils weiterentwickelt.
Warum sind die Ramones in der Gen Z und bei Millennials wieder so beliebt?
Für viele jüngere Hörerinnen und Hörer passen die Ramones perfekt in eine Zeit, in der Aufmerksamkeitsspannen kürzer werden und Playlists von Hooks leben. Die Songs sind kurz, direkt, ohne großes Intro. Man ist sofort im Refrain, kann mitsingen, ohne erst die zweite Strophe zu kennen. Dazu kommt die Ästhetik: Lederjacken, einfache Logos, klare Typografie – alles wirkt zeitlos und funktioniert auf Social Media extrem gut.
Gleichzeitig bedienen die Ramones eine Sehnsucht nach etwas Unperfektem. In einer Ära, in der Pop-Produktionen extrem glatt und digital sind, wirkt der trockene, raue Gitarrensound der Band befreiend. Viele berichten, dass sie über Memes, TikTok-Sounds oder Serien-Soundtracks zufällig auf Ramones-Songs gestoßen sind und dann hängen geblieben sind. Der Einstieg ist niedrigschwellig, aber wer will, findet im Katalog der Band genug Material für lange Deep Dives.
Wie unterscheidet sich eine Ramones-Tribute-Show von einem normalen Rockkonzert?
Der größte Unterschied ist die Struktur. Während viele moderne Rockkonzerte mit langen Intros, Visuals, Interludes und ausführlichen Ansagen arbeiten, orientieren sich Ramones-Tribute-Shows meist streng an der alten Maxime: kein Schnickschnack. Songs gehen nahtlos ineinander über, Pausen sind kurz, Kommunikation mit dem Publikum läuft über Gesten und ein paar wenige Sätze. So entsteht ein sehr dichtes, energetisches Erlebnis.
Auch die Songlängen spielen eine große Rolle. Statt acht Minuten Jams bekommst du anderthalb Minuten Hits am Fließband. In 60 bis 90 Minuten schafft eine gute Tribute-Band problemlos 25 oder mehr Tracks. Für viele Fans ist das intensiver und befriedigender als längere Shows, weil es kaum Längen gibt. Gleichzeitig fordern solche Abende körperlich mehr: Es wird viel gesprungen, gepogt und geshoutet – also besser in Sneakers als in feinen Schuhen auftauchen.
Wie kann man 2026 am besten in die Ramones-Welt einsteigen, ohne alles zu überfliegen?
Ein guter Einstieg ist eine Kombination aus Streaming und physischem Medium. Starte mit einer kuratierten Playlist oder einem Best-of, um ein Gefühl für die größten Songs zu bekommen. Danach such dir ein komplettes Album wie “Ramones” oder “Rocket to Russia” und hör es am Stück, am besten ohne Skippen. So merkst du, wie die Band ihre Dramaturgie aufgebaut hat – auch wenn sie nie ein Konzeptalbum im klassischen Sinne geschrieben hat.
Wenn es dir gefällt, lohnt sich der Griff zu einer Vinyl- oder CD-Ausgabe mit Booklet. Bilder, Liner Notes und Credits helfen, die Band besser einzuordnen: Wer hat was geschrieben, in welchem Studio wurde aufgenommen, welche Produzenten waren beteiligt? Ergänzend bieten Dokus einen guten Überblick über die Szene rund um CBGB und die New Yorker Clubs jener Zeit. Und wenn du wirklich Feuer gefangen hast, such nach einer Tribute-Show in deiner Nähe – dort merkst du, wie die Songs in einem vollen Raum wirken.
Warum polarisiert das Ramones-Logo so sehr?
Das runde Ramones-Logo mit Adler und Namen der Bandmitglieder ist eines der bekanntesten Rock-Logos der Welt. Es taucht auf Shirts, Jacken, Taschen, Kappen und sogar auf Baby-Bodys auf. Für Hardcore-Fans ist es ein Symbol für eine bestimmte Haltung: Einfach machen, laut sein, sich nicht anbiedern. Für andere ist es inzwischen ein Fashion-Symbol geworden, das auch Leute tragen, die vielleicht keinen einzigen Song bewusst kennen.
Genau das sorgt für Diskussionen. Manche Fans fühlen sich unwohl, wenn sie das Logo bei Fast-Fashion-Ketten sehen, weil es für sie Teil einer Subkultur war, nicht eines Massenprodukts. Andere argumentieren, dass sich Kultur ständig bewegt und dass es besser sei, wenn ein Ramones-Shirt Mainstream ist als irgendein beliebiges Noname-Print. Realistisch gesehen wird das Logo 2026 beides bleiben: Erkennungszeichen für Kenner und stylisches Motiv für alle anderen. Wer mehr daraus machen will, nutzt es als Gesprächsaufhänger – und empfiehlt direkt einen Lieblingssong dazu.
Wie beeinflussen die Ramones deutsche Bands heute noch?
Der Einfluss der Ramones auf deutschsprachige Musik ist subtil, aber überall spürbar. Viele junge Punk- und Indie-Bands orientieren sich an der einfachen Akkordstruktur, an klaren Refrains und an der Idee, Songs nicht künstlich zu verlängern. Tempo, Direktheit und Humor, wie man sie bei den Ramones findet, tauchen in abgewandelter Form in zahlreichen deutschen Releases auf – egal ob auf Major-Labels oder im DIY-Spektrum.
Ein anderer Punkt ist die Attitüde. Die Ramones haben gezeigt, dass man mit einer klaren, wiedererkennbaren Identität sehr weit kommen kann. Deutsche Bands übernehmen das, indem sie auf einheitliche Optik, starke Logos und ein durchgezogenes Bühnenkonzept setzen. Selbst wenn der Sound moderner produziert ist oder mehr Einflüsse aus Pop, Trap oder Elektronik enthält, bleibt die Grundidee: lieber Kante zeigen als beliebig klingen. In diesem Sinne wirken die Ramones 2026 immer noch wie ein stiller Mentor vieler junger Acts – auch wenn diese nicht immer offen zugeben, wie groß der Einfluss wirklich ist.
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