Quantencomputer zwingen Banken zum Krypto-Umbruch
26.01.2026 - 04:03:12Während Kunden bequem per Smartphone Überweisen, rüstet der globale Finanzsektor im Hintergrund gegen eine neue Bedrohung auf: Quantencomputer. Diese könnten die heutigen Verschlüsselungsstandards aushebeln und jede Online-Transaktion angreifbar machen. Banken starten daher die Migration zu quantensicheren Verfahren, um das Vertrauen in das digitale Banking zu erhalten.
Warum klassische Verschlüsselung bald wertlos ist
Die Sicherheit von Mobile und Online-Banking basiert auf Verfahren wie RSA und ECC. Für heutige Computer sind diese mathematischen Probleme praktisch unlösbar. Quantencomputer hingegen knacken diese Schutzschilde mit Leichtigkeit – etwa mit Shors Algorithmus.
Die Gefahr ist akut. Angreifer verfolgen bereits die „Harvest now, decrypt later“-Strategie: Sie fangen heute verschlüsselte Daten ab, um sie später zu entschlüsseln, sobald leistungsstarke Quantencomputer verfügbar sind. Das setzt Finanzinstitute unter enormen Druck.
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PQC: Die neue digitale Verteidigungslinie
Die Antwort heißt Post-Quanten-Kryptographie (PQC). Diese neuen Algorithmen basieren auf mathematischen Problemen, die auch für Quantencomputer extrem schwer zu lösen sind. Das US-Institut NIST hat erste PQC-Standards wie CRYSTALS-Kyber und CRYSTALS-Dilithium finalisiert.
Auch in Europa treiben Behörden wie das deutsche BSI und die ENISA den Übergang voran. Sie koordinieren Vorgaben, um eine einheitliche und sichere Migration in der Finanzbranche zu gewährleisten.
Die Herkulesaufgabe für die Banken
Für Banken ist dies kein einfaches Update, sondern ein tiefgreifender Umbau ihrer gesamten IT-Infrastruktur. Betroffen ist alles:
* Mobile Banking-Apps
* Geldautomaten
* Zentrale Mainframe-Systeme
* Kommunikationsnetzwerke
Zuerst müssen die Institute eine lückenlose Bestandsaufnahme aller kryptografischen Systeme machen. Dann folgt eine strategische Roadmap, die auch Abhängigkeiten von Cloud-Dienstleistern berücksichtigt. Aufsichtsbehörden erhöhen den Druck und fordern die Integration von Quantenrisiken in das IT-Risikomanagement – etwa durch die EU-Verordnung DORA.
Eine branchenweite Herausforderung mit hohen Kosten
Die Umstellung ist komplex und teuer. Sie erfordert technologische Expertise und muss strategisch auf Vorstandsebene verankert werden. Die G7 Cyber Expert Group, an der auch die deutsche BaFin beteiligt ist, hat einen Fahrplan vorgelegt. Demnach sollten kritische Systeme priorisiert migriert werden.
Doch Quantencomputer bieten nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Ihre enorme Rechenleistung könnte künftig für Risikoanalysen oder die Optimierung von Anlageportfolios genutzt werden. Doch zuerst muss die Sicherheitsgrundlage stehen.
Wann kommt der Umbau – und merkt der Kunde etwas?
Experten rechnen damit, dass die Migration in den nächsten fünf bis zehn Jahren Fahrt aufnimmt. Einige Zeitpläne, wie der der G7, sehen einen Abschluss für kritische Systeme bis etwa 2035 vor.
Für Bankkunden soll der tiefgreifende Wandel unsichtbar bleiben. Das Ziel ist ein nahtloser Übergang im Hintergrund, der die Sicherheit von Überweisungen und Kontodaten jederzeit gewährleistet. Die heutigen Entscheidungen werden die Resilienz des globalen Finanzsystems für die kommenden Jahrzehnte definieren.
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