Psychische, Gesundheitskompetenz

Psychische Gesundheitskompetenz: Deutschland hat ein massives Wissensproblem

29.01.2026 - 02:33:12

Fast neun von zehn Deutschen verfügen über eine zu geringe psychologische Gesundheitskompetenz. Das zeigt eine aktuelle Studie der Technischen Universität München. Die Wissenslücken erschweren die Früherkennung von psychischen Problemen und verhindern oft, dass Betroffene rechtzeitig Hilfe suchen.

Der Begriff beschreibt das Wissen und die Fähigkeiten, psychische Störungen zu erkennen, zu verstehen und vorzubeugen. Dazu gehören:
* Die Kenntnis von Risikofaktoren und Hilfsangeboten.
* Die Fähigkeit, erste Warnzeichen bei sich oder anderen zu deuten.
* Positive Einstellungen, die das Suchen nach Hilfe erleichtern und Stigmatisierung abbauen.

Eine gute Mental Health Literacy kann die Zeit bis zum Beginn einer Therapie verkürzen und damit den Behandlungserfolg deutlich verbessern. Die meisten psychischen Erkrankungen beginnen bereits im Jugendalter – frühes Wissen ist daher entscheidend.

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Die alarmierenden Zahlen der TU München

Die Studie offenbart ein dramatisches Defizit: 86,1 Prozent der Allgemeinbevölkerung weisen eine geringe psychologische Gesundheitskompetenz auf. Bei Auszubildenden sind es immer noch rund 80 Prozent. Besondere Schwierigkeiten bereiten den Befragten zwei Punkte:
1. Die Glaubwürdigkeit von Gesundheitsinformationen in den Medien einzuschätzen.
2. Zu erkennen, wann professionelle Hilfe notwendig ist.

Diese Lücken haben Folgen. Sie gelten als Hauptgrund für die niedrige Inanspruchnahme von Therapieangeboten, besonders bei jungen Menschen. Ein leicht gestiegenes Wissen über Krankheitsbilder führte bisher nicht zu weniger Vorurteilen.

Schule als Schlüssel zur Prävention

Die Lösung liegt für Experten in der Bildung. Ein vielversprechender Ansatz sind Programme, die bereits in der Schule ansetzen. Ein aus Kanada adaptiertes Curriculum für die 9. und 10. Klasse zeigte Erfolge: Es verbesserte das Wissen über psychische Gesundheit und die Hilfesuche-Bereitschaft signifikant. Die Module behandeln Entstigmatisierung, Störungsbilder und lokale Unterstützungsangebote.

Auch die Politik hat das Problem erkannt. Die Bundesregierung arbeitet an einer Strategie zur mentalen Gesundheit junger Menschen, die dieses Jahr in Maßnahmen münden soll. Schwerpunkte sind Prävention und eine bessere Vernetzung von Bildungs- und Gesundheitssystem. Großprogramme wie das „Startchancen-Programm“ mit 20 Milliarden Euro für benachteiligte Schulen sollen auch die psychische Gesundheit fördern.

Eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft

Die hohen psychisch bedingten Fehlzeiten verursachen nicht nur persönliches Leid, sondern auch enorme volkswirtschaftliche Kosten. Investitionen in Prävention könnten das Gesundheitssystem langfristig entlasten.

Die Herausforderung: Angebote müssen breit und niedrigschwellig zugänglich sein – nicht nur in Schulen, sondern auch in Betrieben, Vereinen und digital. Besonders Menschen mit niedrigerem Bildungsstand oder Migrationshintergrund haben Schwierigkeiten, Gesundheitsinformationen zu verarbeiten. Zielgerichtete, kultursensible Aufklärung ist daher unerlässlich.

Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung könnten 2026 einen wichtigen Impuls setzen. Entscheidend wird sein, psychologische Bildung dauerhaft in Lehrpläne zu integrieren und den öffentlichen Dialog – etwa durch Aktionen wie die „Woche der Seelischen Gesundheit“ – weiter voranzutreiben. Das Ziel ist eine Gesellschaft, in der das Sprechen über psychische Probleme genauso selbstverständlich ist wie über körperliche Beschwerden.

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