Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen verdrängen Rückenleiden auf Platz zwei

10.03.2026 - 08:22:38 | boerse-global.de

Psychische Leiden sind erstmals zweithäufigster Grund für Arbeitsausfälle. Die Politik reagiert mit Plänen für einen nationalen Gesundheitsgipfel, um Lösungen zu erarbeiten.

Psychische Erkrankungen verdrängen Rückenleiden auf Platz zwei - Foto: über boerse-global.de
Psychische Erkrankungen verdrängen Rückenleiden auf Platz zwei - Foto: über boerse-global.de

Psychische Leiden sind erstmals der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen in Deutschland. Das belegen aktuelle Daten der großen Krankenkassen. Während die Gesamtzahl der Fehltage leicht sinkt, steigen die Ausfälle durch Depressionen und Angststörungen weiter an. Die Politik reagiert auf den alarmierenden Trend und diskutiert einen nationalen Gesundheitsgipfel im Kanzleramt.

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Krankenkassen schlagen Alarm

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Psychische Erkrankungen verdrängen Muskel-Skelett-Probleme von Rang zwei der Krankschreibungsgründe. Laut DAK-Gesundheit stiegen die Fehltage aus diesem Grund zuletzt um knapp sieben Prozent. Depressionen verursachten allein rund 183 Fehltage je 100 Versicherte.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) bestätigt den Anstieg. Zwar sank der durchschnittliche Krankenstand leicht auf 18,6 Tage, was vor allem auf mildere Erkältungsweles zurückzuführen ist. Doch psychische Diagnosen nehmen weiter zu – ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt.

Langer Ausfall, hohe Belastung

Das Problem: Eine psychische Erkrankung dauert im Schnitt 28,5 Tage. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report der AOK hervor. Solche langen Ausfälle treffen die Betriebe besonders hart und verschärfen den Personalmangel.

Betroffen sind nicht mehr nur klassische Belastungsberufe wie Pflegekräfte. Eine neue Studie von TK und LMU München zeigt, dass auch im akademischen Umfeld der Druck enorm ist. Rund zwei Drittel der Professorinnen und Professoren leiden häufig unter Stress.

Merz unter Druck: Ruf nach Kanzlergipfel

Die hohen Zahlen haben eine politische Debatte ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Krankenstände wiederholt kritisiert. Jetzt fordern Spitzen des Gesundheitswesens konkrete Maßnahmen.

Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit drängt auf einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Arbeitgeber, Gewerkschaften und Krankenkassen sollen dort gemeinsam Lösungen erarbeiten. Diskutiert wird auch eine „Teilkrankschreibung“, um Betroffene schrittweise zurück in den Beruf zu begleiten.

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Was können Unternehmen tun?

Experten betonen: Ein gesunder Schreibtischstuhl reicht nicht mehr. Gefragt ist eine Unternehmenskultur, die psychologische Sicherheit bietet und Überlastung offen themisiert. Niedrigschwellige Hilfen wie psychologische Ersthelfer im Betrieb gewinnen an Bedeutung.

Auch der Umgang mit neuen Technologien spielt eine Rolle. Laut AOK-Report fürchten zwar nur wenige Beschäftigte, ihren Job an KI zu verlieren. Doch mangelnde Fortbildungen führen oft zu Überforderung. Gezielte Schulungen sind daher entscheidend.

Wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe

Die wirtschaftlichen Folgen sind immens. Jeder psychische Ausfall bedeutet im Schnitt fast einen Monat Produktivitätsverlust. Für die deutsche Wirtschaft summieren sich die Wertschöpfungsverluste jährlich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Unternehmen, die jetzt in die mentale Gesundheit ihrer Belegschaft investieren, könnten langfristig profitieren. In Zeiten des Fachkräftemangels wird ein gesunder Arbeitsplatz zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Der Druck auf Politik und Wirtschaft, zu handeln, wächst weiter.

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