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Prince: Warum 2026 alle wieder über ihn reden

15.02.2026 - 19:11:03 | ad-hoc-news.de

Prince ist seit Jahren tot – aber 2026 explodiert der Hype. Was steckt dahinter, welche Musik must du jetzt (wieder) hören?

Prince ist seit 2016 nicht mehr da – und trotzdem fühlt es sich 2026 so an, als würde er jeden Moment wieder die Bühne betreten. Auf TikTok drehen plötzlich wieder Clips zu “Purple Rain” und “Kiss” viral, deutsche Vinyl-Shops melden ausverkaufte Bestände und in den Streaming-Charts tauchen Songs auf, die Gen?Z eigentlich nur von den Plattenschränken ihrer Eltern kennen. Für viele fühlt sich das an wie ein kollektives Wiederentdecken eines Genies, das nie wirklich weg war.

Offizielle Prince?Site: Archiv, Videos & seltene Releases

Dass Prince wieder überall Thema ist, kommt nicht aus dem Nichts: Jubiläen, unveröffentlichte Songs aus dem legendären Vault, neue Dokus und aufwendig kuratierte Re?Releases lassen seine Musik frischer wirken als vieles, was aktuell im Radio läuft. Und genau das ist der Moment, in dem sich deutsche Fans fragen: Was passiert da eigentlich gerade genau – und wie kann ich so tief wie möglich in dieses Universum eintauchen?

Hintergründe: Die aktuellen News im Detail

Auch ohne klassische Tour-News gibt es 2026 rund um Prince mehr Action als bei manch lebendem Popstar. Zentraler Punkt sind die laufenden Archivprojekte seines Nachlasses. Seit Jahren arbeitet das Prince?Estate zusammen mit dem Label daran, systematisch die Aufnahmen aus dem „Vault“ zu sichten – jenem mythischen Tresor in Paisley Park, in dem Prince über Jahrzehnte Demos, Live-Mitschnitte, alternative Versionen und komplette, nie veröffentlichte Alben ablegte.

In den letzten Jahren kamen bereits große Deluxe-Editionen von Klassikern wie “1999” und “Sign o’ the Times” mit umfangreichem Bonusmaterial. 2026 dreht sich vieles um Jubiläen: “Parade” (mit dem Megahit “Kiss”) und die Spätphase der Achtziger stehen im Fokus kuratierter Playlists, Radiospecials und Re?Issues. Brancheninsider spekulieren über weitere „Super Deluxe“-Boxen, die nicht nur Remaster enthalten, sondern auch komplette Konzertmitschnitte und bislang ungehörte Studio-Sessions.

Gerade für deutsche Fans sind die Live-Releases spannend, weil Prince immer eine besondere Beziehung zum europäischen Publikum hatte. In Fan-Foren tauchen Erinnerungen an legendäre Gigs in Hamburg, Berlin, Köln oder Werchter auf, teils als inoffizielle Bootlegs, teils als alte TV-Mitschnitte. Wenn das Estate hochwertige, offiziell gemasterte Versionen solcher Shows nachliefert, könnte das ein Highlight für alle werden, die ihn nie live erlebt haben – oder die ihre verschwommenen Handyvideos aus den Nullerjahren endlich in besserer Qualität sehen wollen.

Dazu kommen Dokus und Serienprojekte. Streamingdienste arbeiten an neuen Formaten über Prince – mal mit Fokus auf seine künstlerische Freiheit, mal auf seine Kämpfe mit der Musikindustrie, Stichwort „Slave“ auf der Wange in den Neunzigern. Solche Produktionen haben in den letzten Jahren schon bei anderen Legenden dafür gesorgt, dass eine neue Generation die Musik entdeckt. Bei Prince ist die Wirkung besonders stark, weil sein Stil sich so gut in aktuelle Trends übersetzen lässt: Genderfluid Fashion, DIY?Mentalität im Studio, radikale Unabhängigkeit und ein Mix aus Funk, Pop, Rock und R&B, der heute immer noch modern klingt.

Für den deutschen Markt heißt das: Mehr Radiofeatures, mehr Podcast?Specials, mehr Themenwochen auf Pop? und Kultursendern. Viele Festivals planen 2026 Tribute-Slots, bei denen Bands komplette Prince?Sets spielen, und Clubs laden zu “Purple Nights” ein, bei denen DJ?Sets zwischen Minneapolis-Sound, Neo?Soul und modernen Hyperpop?Tracks pendeln, die klar von Prince beeinflusst sind. Die Labels testen dabei, wie weit sie gehen können: Von farbigen Vinyl-Pressungen über limitierte Boxen mit Fotobüchern bis hin zu Dolby?Atmos?Versionen klassischer Alben.

Unterm Strich zeigt sich: Die aktuelle Prince?Welle ist kein kurzfristiger Nostalgieflash, sondern eine gezielte, aber von echter Fanliebe getragene Wiederentdeckung. Die offiziellen Stellen liefern Material, aber das Feuer kommt aus der Community – und es brennt in Deutschland gerade besonders hell.

Die Setlist & Show: Was dich erwartet

Prince wird nie wieder live auf einer Bühne stehen – und trotzdem entstehen 2026 Shows, die sich für viele anfühlen, als sei er im Raum. Der Grund: Aufwendige Tribute?Konzerte, Orchesterprojekte und kuratierte Listening?Events, die seine Songs in den Mittelpunkt stellen. Wer seine Musik nur aus dem Radio kennt, unterschätzt oft, wie kraftvoll diese Stücke in einem Konzertkontext wirken.

Typisch für große Tribute?Abende – etwa mit Band und wechselnden Sänger:innen – ist eine Setlist, die Prince’ Karriere als Spannungsbogen erzählt. Eröffnet wird gern mit einem gnadenlosen Funk?Brett wie “Let’s Go Crazy”. Der ikonische Gitarren-Opener, der Übergang in den wuchtigen Groove: Ideal, um ein Publikum sofort auf Betriebstemperatur zu bringen. Im Anschluss folgen Hits aus der „Purple Rain“-Ära: “When Doves Cry”, “I Would Die 4 U” oder “Take Me With U”. Diese Songs wirken live extrem direkt, weil sie rhythmisch klar sind und viel Platz für Call?and?Response mit dem Publikum lassen.

Im Mittelteil solcher Shows tauchen Veranstalter gern tiefer in die Kataloge ein. Tracks wie “Controversy”, “Dirty Mind”, “Uptown” oder “The Beautiful Ones” drehen die Stimmung: Mal aggressiver Synth?Funk, mal fast schon Musical?Dramatik. Spannend wird es, wenn Bands sich trauen, weniger offensichtliche Fan?Favorites einzubauen – zum Beispiel “Adore”, “The Ballad of Dorothy Parker”, “Mountains” oder “Sometimes It Snows in April”. Letzterer Song hat sich seit seinem Tod quasi zum kollektiven Trauerritual der Community entwickelt und sorgt in Clubs und Konzertsälen regelmäßig für Gänsehaut?Momente.

Gegen Ende wird die Show meist wieder maximal zugänglich. “Kiss”, “Raspberry Beret”, “1999”, “Little Red Corvette”, “Cream”, “Gett Off” – die Liste an Songs, bei denen jede Generation mitsingen kann, ist bei Prince länger als bei vielen Kollegen. Besonders “1999” erlebt seit einigen Jahren ein verrücktes Comeback, weil Zeilen wie „Tonight we’re gonna party like it’s 1999“ als ironischer Kommentar auf digitale Dauerkrisen gelesen werden. In deutschen Hallen oder Open?Air?Settings ist das der Moment, in dem selbst Leute mitgehen, die eigentlich nur wegen Freund:innen da sind.

Was die Atmosphäre angeht, versuchen viele Produktionen, sich an den Originalshows zu orientieren: knallige Lila?Lichtstimmungen, Projektionen von ikonischen Fotos, Falsett?Chöre, extended Jams, in denen sich die Band austobt. Einige Orchester-Projekte gehen einen anderen Weg und stellen die Komposition in den Mittelpunkt: Streicher übernehmen die Harmonien von “Purple Rain” oder “Nothing Compares 2 U”, Bläser betonen den Funk in Tracks wie “Musicology” oder “Sexy MF”. Dabei fällt auf, wie präzise diese Songs gebaut sind – weit weg vom Klischee des chaotischen Genies.

Spannend aus analytischer Sicht: Prince schrieb oft so, dass Songs sich live aufknacken lassen. Ein Beispiel ist “Purple Rain”: Die Studioversion basiert auf einem Live?Take, minimal bearbeitet. Der ruhige Aufbau, das offene Harmonieschema und das lange Solo?Fenster machen den Track zu einem perfekten Finale. Kein Wunder, dass nahezu jedes Tribute?Konzert genau damit endet – oft begleitet von Publikum, das die Gitarrenlinien mitsingt.

Zusätzlich entstehen 2026 zunehmend Listening?Events, bei denen komplette Alben unter perfekten Soundbedingungen laufen, teils in Dolby?Atmos?Kinos, teils in High?End?Hi?Fi?Studios. Dort hörst du Details, die auf Laptop?Boxen untergehen: den trockenen Drum?Sound von “Sign o’ the Times”, die geschichteten Vocals in “If I Was Your Girlfriend”, die brutal punktgenauen Bassläufe in “Kiss”. Wer sich fragt, warum Produzent:innen von Billie Eilish bis The Weeknd immer wieder Prince als Referenz nennen, versteht es nach so einem Abend.

Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten

In der Prince?Community gehört Spekulation quasi zum guten Ton. Seit bekannt ist, wie randvoll der Vault in Paisley Park wirklich ist, dreht sich auf Reddit, in Discords und auf TikTok fast alles um eine Frage: Was kommt als Nächstes raus – und was wird das Bild von Prince noch mal komplett verschieben?

Eine hartnäckige Theorie: Es existiert ein fast fertiges, aber nie veröffentlichtes Album aus der frühen 2010er?Phase, in dem Prince intensiv mit elektronischen Sounds experimentierte – deutlich näher an heutigen Hyper?Pop?Produktionen, als man es von ihm erwartet. Jede minimale Andeutung aus dem Umfeld des Estates – ein Dateihint in einem Boxset, eine Interview-Bemerkung – wird seziert. Manche Fans sind überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren ein Projekt hören werden, das retrospektiv wie ein direkter Vorläufer von Acts wie FKA twigs oder Christine and the Queens wirkt.

Ein zweites heißes Thema sind mögliche Hologramm?Shows. Seit anderen Ikonen mit mehr oder weniger fragwürdigen Digital?Touren posthum „auf Tour“ geschickt wurden, diskutiert das Prince?Fandom, ob so etwas mit seinem künstlerischen Vermächtnis vereinbar wäre. Viele verweisen darauf, dass Prince extrem kontrolliert mit seinem Image umging und zu Lebzeiten eher kritisch auf Nostalgie?Formate reagierte. Die Mehrheit der lautesten Stimmen lehnt die Idee ab: Lieber hochwertige Restaurierungen echter Live?Mitschnitte als eine inszenierte Avatar?Show, die nie seinen eigenen Qualitätsansprüchen standgehalten hätte.

Auf TikTok entwickeln sich währenddessen eigene Mikro?Narrative. Ein Trend dreht sich um die These, dass praktisch jede moderne Pop?Ästhetik auf irgendeine Weise bei Prince andockt. User schneiden Clips zusammen: Harry Styles in Glitzer?Jumpsuits neben Prince im Rüschenhemd, Doja Cat neben “Darling Nikki”, The Weeknd neben düsteren “The Beautiful Ones”-Performanceausschnitten. Das ist natürlich popkulturell verkürzt, aber es zeigt, wie sehr Gen?Z Prince als einen von „ihnen“ liest – queer?codiert, maximal eigen, kompromisslos.

Dazu kommen Debatten um Preise und Kommerz. Wenn neue Deluxe?Boxen zum Premiumpreis erscheinen, melden sich Fans, die seit Jahrzehnten alles sammeln, ebenso zu Wort wie junge Hörer:innen mit schmalem Budget. Die einen argumentieren, dass aufwendige Archivarbeit, Rechteklärung und hochwertige Pressungen nun mal Geld kosten. Die anderen wünschen sich günstigere Digital?Bundles, Schüler:innen?Rabatte oder gestaffelte Angebote, bei denen man nicht direkt in die Oberklasse greifen muss, nur um an seltene Tracks zu kommen. In deutschen Communities wird häufig betont, dass Prince selbst sehr viel Wert auf direkten Zugang legte – etwa über seine NPG Music Club?Phase, in der er Fans exklusive Musik online zur Verfügung stellte.

Ein weiterer Diskussionspunkt: Wie geht man mit problematischen Lyrics oder damaligen Grenzüberschreitungen um? Songs wie “Darling Nikki” oder bestimmte Sex?Fantasien wirken 2026 anders als in den Achtzigern. In Foren und auf TikTok analysieren User Texte im Detail, setzen sie in den Kontext von Prince’ damaliger Auseinandersetzung mit Sexualität, Religion und Machtverhältnissen. Oft entsteht dabei kein einfacher Freispruch, sondern eine differenzierte Auseinandersetzung: Ja, manches ist schwierig. Ja, das gehört zur Geschichte. Und ja, genau deshalb lohnt es sich, darüber zu reden, statt nur ikonografische Poster zu feiern.

Typisch Prince?Fandom ist dabei der Ton: viel Leidenschaft, manchmal harte Ansagen, aber meistens verbunden mit tiefer Wertschätzung. Egal ob es um ungeklärte Rechte, mysteriöse Demos mit den Revolution, seine Beziehung zu Warner Bros. oder seine Konversion zum Zeugen Jehovas geht – am Ende dominiert eine Haltung: Diese Kunst ist zu wichtig, um sie nur als Retro?Accessoire zu benutzen.

Alle Daten auf einen Blick

Auch wenn es 2026 keine neue Tour gibt, lohnt sich ein Blick auf zentrale Fakten, Meilensteine und Eckdaten, die für deutsche Fans spannend sind.

KategorieDatum/JahrInfo
Geburtsdatum07.06.1958Prince Rogers Nelson wird in Minneapolis, Minnesota (USA) geboren.
Todestag21.04.2016Prince stirbt im Alter von 57 Jahren in Paisley Park.
Durchbruch-Single1982“1999” bringt ihm erstmals massive internationale Aufmerksamkeit.
Album-Ikone1984“Purple Rain” erscheint, Soundtrack zum gleichnamigen Film, globaler Erfolg.
Erster großer Deutschland?HypeMitte 1980erKonzerte u. a. in München, Berlin, Dortmund; „Purple Rain“-Tour macht ihn hierzulande zur Kultfigur.
Legendäre Europa?Phase1987–1988“Sign o’ the Times”?Tour mit gefeierten Shows, u. a. große Hallen und Festival?Slots.
Namenswechsel-Symbol1993Prince nimmt das unaussprechliche „Love Symbol“ an, Protest gegen sein Label.
Rückkehr zu „Prince“2000Nach Ende des Warner?Vertrags nutzt er wieder offiziell den Namen Prince.
Streaming-Rückzug2015 (vorher)Prince entfernt große Teile seines Katalogs aus vielen Streamingdiensten, Fokus auf TIDAL und seine eigenen Plattformen.
Rückkehr zu den Plattformen2017 ff.Nach seinem Tod kehrt sein Kern?Katalog nach und nach zu den großen Streamingdiensten zurück.
Umfang StudioalbenRund 39 zu LebzeitenOhne Posthum?Releases und Nebenprojekte; genaue Zählung variiert je nach Definition.
Verkaufte TonträgerÜber 150 Mio.Weltweit geschätzt; genaue Zahlen differieren je nach Quelle.
Grammy Awards7 (plus Nominierungen)Auszeichnungen in Kategorien von R&B bis Rock.
Rock and Roll Hall of Fame2004Aufnahme in die Hall of Fame als einer der prägendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
Relevanz in Deutschland 2020er2020–2026Katalog?Reissues, Dokus, Social?Media?Hype; starker Anstieg von Streams bei Jüngeren.

Häufige Fragen zu Prince

Um den aktuellen Hype wirklich zu verstehen, lohnt sich ein genauer Blick auf die wichtigsten Fragen rund um Prince – musikalisch, historisch und aus Fan?Perspektive.

Wer war Prince und warum gilt er als einer der wichtigsten Popkünstler überhaupt?

Prince war Sänger, Gitarrist, Songwriter, Produzent, Bandleader, Showman, Mode?Ikone und Kontrollfreak in einer Person. Er schrieb nicht nur seine Songs selbst, er spielte auf vielen Alben nahezu alle Instrumente, produzierte, arrangierte und mischte die Ergebnisse. Musikalisch verband er Funk, Rock, Pop, R&B, Soul, New Wave, Jazz und elektronische Elemente zu einem Stil, der später als „Minneapolis Sound“ bezeichnet wurde. Dieses Konzept – maximal eigen, aber trotzdem massenkompatibel – ist bis heute Vorbild für unzählige Artists.

Sein Einfluss reicht von Beyoncé, Bruno Mars und The Weeknd bis hin zu Indie?Acts und Bedroom?Producer:innen. Wer sich heute traut, Genres radikal zu mischen, Sexualität offensiv zu thematisieren und trotzdem Hits zu schreiben, steht in irgendeiner Linie mit Prince. Dazu kommt sein Status als Symbolfigur für kreative Unabhängigkeit: Der Kampf gegen sein Label, der berühmte „Slave“-Schriftzug im Gesicht, die bewusste Verweigerung, sich von Konzernen länger kontrollieren zu lassen – das alles macht ihn zum Referenzpunkt für Diskussionen über Künstlerrechte im Streaming?Zeitalter.

Welche Alben von Prince sollte ich 2026 als Neueinsteiger:in unbedingt hören?

Für den Einstieg eignen sich vier Alben besonders, weil sie jeweils eine andere Seite zeigen:

  • “Purple Rain” (1984): Das offensichtliche Tor. Hier findest du die größten Hits, eine klare Dramaturgie und eine perfekte Mischung aus Rock?Gitarren, Synth?Flächen und Balladen. Ideal, wenn du wissen willst, warum Prince zum globalen Superstar wurde.
  • “1999” (1982): Tanzbarer, düsterer, mehr New Wave. Längere Tracks, viel Drum?Machine, sehr klubtauglich. Wenn du auf elektronische Sounds stehst, ist das dein Startpunkt.
  • “Sign o’ the Times” (1987): Für viele Kritiker:innen sein Masterpiece. Extrem abwechslungsreiche Songs, von minimalistischem Protest?Funk über Pop bis hin zu psychedelischen Momenten. Hier hörst du seine ganze Bandbreite.
  • “Dirty Mind” (1980): Roh, direkt, frech. Lo?Fi?Ästhetik, extrem explizite Texte, ein unglaublicher Mix aus Punk?Energie und Funk. Perfekt, wenn du Acts wie Billie Eilish oder Steve Lacy magst und wissen willst, wo einige Ideen herkommen.

Danach kannst du gezielt in Spätwerke reinspringen, etwa “Musicology” (2004), das ihm ein Comeback im Mainstream bescherte, oder “3121” und “Lotusflow3r”, wo er noch einmal mit modernen Sounds spielte.

Wie politisch war Prince wirklich – und hört man das in der Musik?

Prince war kein klassischer Protestsong?Writer wie etwa Bob Dylan, aber viele seiner Stücke tragen klare politische und gesellschaftliche Aussagen. “Sign o’ the Times” thematisiert Armut, AIDS, Drogen und Gewalt in einem radikal reduzierten Funk?Setting. “Baltimore” reagierte direkt auf Polizeigewalt in den USA. Auch in älteren Songs schwingen Botschaften mit: Wenn er konsequent Gender?Normen sprengt, Sexualität feiert und religiöse Motive bricht, ist das immer auch ein Kommentar auf Moralvorstellungen seiner Zeit.

Musikalisch zeigt sich seine politische Haltung auch in der Arbeitsweise. Er kämpfte für Rechte an seinen Masterbändern, gründete eigene Labels, experimentierte mit Direktvertrieb und setzte früher als viele andere auf das Internet als Kanal zum Fan. In der aktuellen Streaming?Debatte wird er deshalb oft als Vordenker zitiert – sogar von jüngeren Rapper:innen und Produzent:innen, die damals noch Kinder waren.

Warum ist Prince für queere und genderfluide Communities so wichtig?

Schon in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern spielte Prince bewusst mit Codes, die damals als „verwirrend“ galten: High Heels, Make?up, Rüschen, androgyne Posen, gleichzeitig hypermaskuline Gitarrensoli und extrem direkte Sextexte. Gerade diese Spannung machte ihn für viele queere Menschen zu einer enorm wichtigen Figur. Er zeigte, dass du nicht in eine Schublade passen musst, um begehrt, erfolgreich und einflussreich zu sein.

Natürlich war Prince selbst komplex, was Identität und Religion anging – später im Leben schränkte er sich in manchen Aussagen ein. Trotzdem bleibt sein Frühwerk ein Referenzpunkt für queere Ästhetiken in Musikvideos, Fashion und Performance. Wenn heute Artists wie Lil Nas X, Sam Smith oder Janelle Monáe mit Rollenbildern spielen, taucht in Diskussionen immer wieder ein Name auf: Prince.

Wie hat sich Prince’ Verhältnis zu Deutschland im Lauf seiner Karriere entwickelt?

Deutschland war für Prince regelmäßig eine sichere Bank: starke Ticketverkäufe, enthusiastische Fans, Medien, die ihn früh ernst nahmen. In den Achtzigern gehörten Auftritte in München, Berlin oder Köln zu den Höhepunkten seiner Europa?Tourneen. In den Neunzigern und Nullerjahren experimentierte er mit Club?Shows, Aftershows und kurzfristig angesetzten Gigs, bei denen Fans über Mundpropaganda oder Fanclubs informiert wurden – ein Prinzip, das in Deutschland besonders gut funktionierte, weil hier eine aktive Szene von Sammler:innen und Hardcore?Fans existiert.

Auch nach seinem Tod bleibt diese Verbindung: Deutsche Radiosender widmen ihm regelmäßig Sondersendungen, Kulturmagazine analysieren seinen Einfluss, und auf Flohmärkten und in Second?Hand?Läden findest du fast immer irgendwo eine alte Prince?LP. 2026 verstärken Re?Issues, Streaming?Specials und Social?Media?Aktionen diesen Effekt – und holen viele Neulinge ins Boot.

Wie kann ich als Fan heute noch „neue“ Musik von Prince entdecken?

Der offensichtlichste Weg sind die Deluxe?Editionen klassischer Alben. Hier verstecken sich oft komplette, bislang unveröffentlichte Songs, alternative Versionen, Studio?Jams und Live?Takes, die tiefe Einblicke in seine Arbeitsweise geben. Du hörst, wie er Arrangements ausprobiert, Texte ändert, Tempi schiebt. Für viele Fans sind diese Demos fast spannender als die fertigen Hits.

Dazu kommen posthum veröffentlichte Projekte wie “Piano & A Microphone 1983” oder “Originals”, auf dem Prince seine eigenen Versionen von Songs singt, die er eigentlich für andere geschrieben hatte – etwa “Manic Monday” (The Bangles) oder “Nothing Compares 2 U” (bekannt durch Sinéad O’Connor). Solche Releases zeigen, wie groß sein Einfluss hinter den Kulissen war.

Wer tiefer gehen will, verfolgt außerdem die Arbeit von Archiv?Nerds und Historiker:innen, die online Sessions und Live?Zeitleisten dokumentieren. Auch wenn nicht alles offiziell zugänglich ist, helfen solche Projekte, das Gesamtbild zu verstehen: Welche Phase war experimentell, wann arbeitete er mit welcher Band, wie verknüpfen sich Live?Shows mit Studio?Sessions? Gerade in der aktuellen Phase, in der das Estate sukzessive Material veröffentlicht, kann sich das Wissen jeden Monat erweitern.

Was macht Prince’ Gitarrenspiel so besonders?

Viele kennen Prince in erster Linie als Sänger und Präsentationsmonster – aber unter Musiker:innen genießt er auch als Gitarrist Legendenstatus. Sein Stil verbindet Techniken aus Rock, Funk und Blues: präzise Rhythmusarbeit in den Strophen, explosive Soli in den Höhepunkten, ein Gefühl für Dynamik, das jedes Klischee vermeidet. In ikonischen Momenten wie dem Solo bei der Rock and Roll Hall of Fame?Performance von “While My Guitar Gently Weeps” zeigt er, wie er sich mühelos über eine Band legt, ohne sie zu überfahren.

Technisch auffällig sind seine Bendings, sein Vibrato und sein Umgang mit Pausen. Er spielt oft lieber wenige, sehr gezielt platzierte Töne, statt sich in endlosen Skalen zu verlieren. Gleichzeitig kann er, wenn er will, absolut shreddern. In Proben?Mitschnitten und frühen Live?Clips sieht man, wie viel Zeit er mit Instrumenten verbrachte – Gitarre, Bass, Drums, Keys. All das fließt in sein Songwriting ein und erklärt, warum seine Tracks so organisch wirken, obwohl vieles mit Maschinen eingespielt wurde.


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