Poste, Italiane

Poste Italiane startet Kampagne gegen digitale Betrüger

16.02.2026 - 02:09:12

Italiens Post-Konzern setzt neben technischer Sicherheit verstärkt auf die Schulung seiner Kunden, um eine menschliche Firewall gegen Phishing und Smishing aufzubauen.

Italiens Post-Konzern setzt im Kampf gegen Online-Betrug auf Aufklärung der Bevölkerung. Bei einer Veranstaltung in Perugia zeigten Experten, wie Verbraucher sich schützen können.

Die Initiative „Occhio alle truffe“ („Achtung Betrug“) ist eine gemeinsame Aktion von Poste Italiane und der Stadt Perugia. Am 13. Februar trafen sich Beamte und Sicherheitsexperten im Palazzo dei Priori, um über die Gefahren von Phishing, Smishing und anderen digitalen Bedrohungen aufzuklären. Die Zusammenarbeit zeigt eine wichtige strategische Wende: Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht aus – die Nutzer müssen mit Wissen gewappnet sein.

Die menschliche Firewall stärken

„Die Betrugsmaschen entwickeln sich ständig weiter“, erklärt Francesco Verduci, Vizepolizeipräsident. Die wirksamste Verteidigungsstrategie sei daher Vorbeugung und Wissen. Kriminelle setzten zunehmend auf psychologische Manipulation, um ihre Opfer in die Falle zu locken.

Alessandra Mariotti, Leiterin des Betrugsmanagements bei Poste Italiane, betont: „Die häufigsten Betrugsfälle nutzen die Gutgläubigkeit der Opfer aus.“ Das Bildungsprogramm zielt darauf ab, eine „menschliche Firewall“ aufzubauen. Verbraucher lernen, unerwünschte Kommunikation zu misstrauen, die Dringlichkeit oder Angst erzeugt – eine gängige Taktik bei Phishing-Angriffen.

So funktionieren die modernen Betrugsmaschen

Betrüger, die Kunden von Poste Italiane ins Visier nehmen, nutzen verschiedene Methoden. Am verbreitetsten sind Phishing-E-Mails und Smishing-Nachrichten (SMS-Phishing), die angeblich vom offiziellen Kanal „PosteInfo“ stammen. Diese gefälschten Mitteilungen warnen oft vor einem gesperrten Konto, einer unbefugten Transaktion oder einem Problem mit persönlichen Daten. Der Empfänger wird aufgefordert, auf einen Link zu klicken.

Diese Links führen zu „Klone“-Webseiten, die das offizielle Poste-Italiane-Portal täuschend echt nachahmen. Ahnungslose Nutzer werden aufgefordert, ihre Anmeldedaten, Kartendetails und Einmalkennwörter einzugeben – und übergeben Kriminellen so direkten Zugang zu ihren Konten. Eine weitere Technik, das sogenannte „Spoofing“, gaukelt vor, dass ein Anruf oder eine SMS von einer offiziellen Poste-Italiane-Nummer kommt. Experten warnen: Haben Betrüger diese Daten erst einmal, können sie Konten leerräumen oder die gestohlene Identität für andere illegale Aktivitäten nutzen.

Mehrschichtige Sicherheitsstrategie des Konzerns

Neben der Öffentlichkeitsarbeit unterhält Poste Italiane eine robuste, mehrschichtige Sicherheitsinfrastruktur zum Schutz seiner 35 Millionen Kunden. Ein zentraler Bestandteil ist das Betrugspräventionszentrum mit Standorten in Rom und Turin. Es überwacht rund um die Uhr Transaktionen und identifiziert verdächtige Aktivitäten.

Mehr als 100 Spezialisten nutzen dort fortschrittliche Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz, um jährlich Milliarden von Transaktionen zu analysieren. Diese technologische Absicherung ermöglicht es den Analysten, Anomalien wie ungewöhnliche Kaufmuster in Echtzeit zu erkennen und Kunden zur Verifizierung von Transaktionen zu kontaktieren.

Das Unternehmen stellt auch offizielle Kanäle für Kunden bereit, um verdächtige Aktivitäten zu melden, wie die spezielle E-Mail-Adresse antiphishing@posteitaliane.it. Der klare Rat lautet: Konto-Zugriffe nur über die offizielle Website – durch direkte Eingabe der Adresse im Browser – oder über die offizielle App.

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Ein fortwährender Kampf

Die Initiative in Perugia markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Online-Betrug. Sie anerkennt, dass das öffentliche Bewusstsein genauso entscheidend ist wie jede technologische Lösung. Während Kriminelle weiterhin immer überzeugendere und psychologisch raffiniertere Betrugsmaschen entwickeln, bleibt die wachsame und informierte Kundschaft die wirksamste Verteidigung.

Die Zukunft der Cybersicherheit wird voraussichtlich mehr solcher Kooperationen zwischen Finanzinstituten, Strafverfolgungsbehörden und Kommunalverwaltungen sehen. Für Verbraucher gilt nach wie vor: Seien Sie misstrauisch bei unaufgeforderten Nachrichten, die dringendes Handeln verlangen. Klicken Sie niemals auf verdächtige Links oder geben Sie sensible Informationen preis. Überprüfen Sie Kommunikation stets über offizielle Kanäle. Informiert und skeptisch zu bleiben ist die beste Verteidigung gegen die allgegenwärtige Gefahr des Online-Betrugs.

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