Postbank, Kontoführen

Postbank erhöht Kontoführen und schafft Günstig-Modell ab

01.02.2026 - 15:36:12

Die Postbank schafft ihr günstiges Giro direkt-Konto ab und erhöht die Preise für betroffene Kunden um über 200 Prozent. Verbraucherschützer raten zu einem Vergleich.

Postbank-Kunden müssen ab April deutlich mehr zahlen – oder ihr Konto wechseln. Die Bank erhöht Gebühren und schließt ein beliebtes Günstig-Konto.

Betroffen sind Inhaber der Kontomodelle Giro extra plus und Giro direkt. Sie haben Post erhalten, in dem die Bank bis zum 31. März 2026 eine aktive Zustimmung zu den neuen Bedingungen verlangt. Wer nicht zustimmt, riskiert langfristig die Kündigung seines Vertrags. Die Änderungen treten am 1. April in Kraft.

Massive Preissprünge für Digital-Kunden

Die Anpassungen treffen verschiedene Kundengruppen unterschiedlich hart. Für das Premium-Konto Giro extra plus steigt die monatliche Grundgebühr moderat von 10,90 auf 11,90 Euro.

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Drastischer ist die Veränderung für Nutzer des digitalen Giro direkt-Modells. Dieses wird für viele Kunden faktisch abgeschafft. Sie werden auf das Giro plus-Konto umgestellt.

Die Konsequenz: Eine massive Gebührenerhöhung. Statt bisher 1,90 Euro im Monat zahlen betroffene Kunden künftig 6,90 Euro – vorausgesetzt, der monatliche Geldeingang liegt unter 1.000 Euro. Bei höherem Eingang sinkt die Gebühr auf 5,90 Euro. Das bedeutet eine Preiserhöhung von über 200 Prozent.

Postbank begründet die Anpassungen mit „erweiterten Dienstleistungen“ und verbesserten digitalen Banking-Funktionen. Die neuen Preise seien Voraussetzung für die Nutzung dieser Services ab dem zweiten Quartal 2026.

Verbraucherschützer raten zu Bedenkzeit

Die kurze Frist und das Zustimmungsverfahren stoßen auf scharfe Kritik. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt Kunden davor, sich unter Druck setzen zu lassen.

„Nehmen Sie sich Zeit für einen Vergleich“, rät ein Sprecher. Die Bankenbriefe stellten die Änderung als „Angebot“ dar. Doch seit einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2021 können Banken Preiserhöhungen nicht mehr durch Schweigen der Kunden durchsetzen. Sie benötigen eine aktive, ausdrückliche Zustimmung.

Auffällig: Die aktuellen Schreiben drohen bei Ablehnung nicht direkt mit einer Kündigung. Diese bleibt aber eine mögliche Folge. Die mangelnde Klarheit darüber sorgt für Verunsicherung bei langjährigen Kunden.

Strategischer Schritt nach IT-Debakel

Die Gebührenanpassung ist eng mit der schwierigen Integration der Postbank in die IT-Landschaft der Deutsche Bank verknüpft. Nach den technischen Pannen der Jahre 2023 und 2024 ist die Migration nun weitgehend abgeschlossen.

Die Bank konzentriert sich jetzt auf die Optimierung ihrer Ertragsströme. Die Abschaffung des günstigen Giro direkt-Modells wird als strategischer Schritt gewertet, um wenig profitable Altkonten auszumustern.

Gleichzeitig spiegelt der Schritt den digitalen Wandel der gesamten Branche wider. Filialnetze schrumpfen, die Postbank selbst hat zahlreiche Standorte geschlossen. Die Banken stehen unter Druck, ihre digitalen Kanäle profitabler zu machen.

Marktvergleich lohnt sich

Die Preiserhöhungen bei der Postbank sind kein Einzelfall. Viele Finanzinstitute haben in den letzten zwei Jahren Gebühren angehoben oder konditionierte Preismodelle eingeführt.

Doch die Höhe des Sprungs für Giro direkt-Kunden sticht hervor. Im Wettbewerbsvergleich bieten viele Direktbanken nach wie vor Konten zu deutlich niedrigeren Konditionen an als die neuen 6,90 Euro der Postbank.

Für Kunden, die ausschließlich Online-Banking nutzen und keine Filialservices benötigen, könnte der Wechsel zu einem rein digitalen Anbieter attraktiv werden. Die aktive Zustimmungspflicht bis Ende März gibt ihnen Zeit für einen Marktvergleich.

Was Kunden jetzt tun sollten

Bis zum Stichtag am 31. März sollten betroffene Kunden ihre Banking-Bedürfnisse prüfen. Nutzer, die auf Filialzugang angewiesen sind, müssen die Erhöhung möglicherweise hinnehmen. Rein digitale Nutzer hingegen finden am Markt attraktivere Alternativen.

Die Reaktion der Kunden auf diese Umstellung wird aufmerksam verfolgt werden. Sie könnte zum Lehrstück für andere traditionelle Banken werden, die im digitalen Zeitalter den Spagat zwischen Profitabilität und Kundenbindung meistern müssen.

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