Polizei, Welle

Polizei warnt vor neuer Welle von Telefonbetrug mit gefälschter 110

17.02.2026 - 22:41:12

Kriminelle nutzen gefälschte 110-Rufnummern und KI-gestützte Stimmenimitationen, um vor allem ältere Menschen unter Druck zu setzen. Experten warnen vor den raffinierten Methoden und geben konkrete Schutzempfehlungen.

Betrüger überrollen Deutschland mit dreisten Anrufen. Sie geben sich als Polizei aus und lassen die Notrufnummer 110 auf dem Display erscheinen. Gleichzeitig schlagen Experten Alarm vor einer neuen, noch gefährlicheren Methode: KI-gestützter Stimmenklon.

In den letzten Tagen häuften sich die Fälle, vor allem in der Region Leipzig und im unterfränkischen Landkreis Haßberge. Dort riefen Kriminelle gezielt ältere Menschen an. Auf dem Display erschien die 110, und eine angebliche Polizistin behauptete, die persönlichen Daten der Senioren stünden im Zusammenhang mit Straftaten. Die Angerufenen erkannten den Betrug glücklicherweise – ein finanzieller Schaden entstand nicht.

So funktioniert das „Call-ID-Spoofing“

Die Täter manipulieren die Übermittlung ihrer Rufnummer. Auf dem Display des Opfers erschien dann jede beliebige Nummer, die Vertrauen schaffen soll: die 110, die Nummer der Hausbank oder einer Behörde. Die Polizei stellt klar: Sie ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an.

Ziel ist es, durch diesen Trick Vertrauen aufzubauen und das Opfer unter Druck zu setzen. Die Betrüger erzählen erfundene Geschichten über bevorstehende Einbrüche, angebliche Unfälle von Verwandten („Schockanrufe“) oder kompromittierte Bankkonten. So wollen sie an Geld, Schmuck oder sensible Daten gelangen. Das organisierte Ausmaß dieser Kriminalität zeigte sich erst am Dienstag: In Österreich und Tschechien zerschlug die Polizei eine internationale Schockanruf-Bande.

Die nächste Stufe: KI klont Stimmen in Echtzeit

Während das Spoofing bereits eine große Bedrohung ist, warnt die Bundesnetzagentur vor einer neuen, alarmierenden Entwicklung. Kriminelle nutzen nun KI-gestützte Deepfake-Technologien und „Real-Time Voice Cloning“.

Mit nur wenigen Sekunden Audiomaterial – von einer Mailbox oder aus Social Media – kann eine KI eine Stimme täuschend echt nachahmen. Opfer erhalten dann Anrufe von einem vermeintlich weinenden Kind oder einem panischen Partner in angeblicher Not. Die simulierte Emotion setzt das rationale Denken außer Kraft und macht die Betrugsmaschen noch überzeugender.

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Klare Warnsignale: So schützen Sie sich

Die Methoden werden raffinierter, doch es gibt eindeutige Alarmzeichen. Das zentrale Merkmal ist immer der Aufbau von massivem Zeit- und Handlungsdruck.

Seien Sie misstrauisch, wenn:

  • Die Notrufnummer 110 anruft: Die Polizei kontaktiert Sie nie über diese Nummer.
  • Sie unaufgefordert kontaktiert werden: Seriöse Behörden oder Banken fragen selten unaufgefordert sensible Daten ab.
  • Druck ausgeübt wird: Betrüger fordern sofortiges Handeln und drohen mit Kontosperrung oder Verhaftung.
  • Nach Geld, Wertsachen oder Passwörtern gefragt wird: Echte Polizisten oder Bankmitarbeiter werden das nie tun.
  • Ein angeblicher Verwandter in Not ist: Legen Sie auf und rufen Sie die Person direkt unter der bekannten Nummer an.

Verbraucherschützer und die Polizei raten: Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort. Geben Sie keine persönlichen Daten preis. Melden Sie den Versuch anschließend bei Ihrer örtlichen Polizei über die korrekte 110. In einem Wettrüsten der Technologien sind Wachsamkeit und gesundes Misstrauen der beste Schutz.

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