Polizei, Straße

Polizei geht auf die Straße gegen Smartphone-Betrug

17.01.2026 - 02:52:12

Sicherheitsbehörden verstärken mit mobilen Infoständen den Kampf gegen digitale Betrugsmaschen wie den Enkeltrick per WhatsApp und Smishing, um vor allem ältere Menschen zu schützen.

Polizeibehörden verstärken bundesweit die persönliche Aufklärung gegen Betrug per Handy. Mit mobilen Infoständen suchen Beamte in Innenstädten und auf Märkten den direkten Kontakt zu Bürgern. Eine Aktionswoche in der Region Hannover ist der jüngste Schritt dieser Strategie.

Die Sicherheitsbehörden reagieren damit auf die hohe Zahl von Betrugsdelikten über Messenger und SMS. Im Fokus stehen moderne Varianten des Enkeltricks via WhatsApp und betrügerische Kurznachrichten, sogenanntes Smishing. Besonders ältere Menschen sollen so besser geschützt werden.

Die Polizeidirektion Hannover startete diese Woche eine umfangreiche Aufklärungsoffensive. Bis Ende Januar informieren Beamte mit Vorträgen und Infoständen in Einkaufszentren und Vereinen. Ziel ist es, über die Vorgehensweisen der Täter aufzuklären, bevor ein Schaden entsteht. Diese Aktion ist Teil eines bundesweiten Trends hin zur direkten Präsenz vor Ort.

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Enkeltrick 2.0 und falsche Jobangebote

Die Methoden der Kriminellen werden immer raffinierter. Eine der verbreitetsten Maschen ist der digitale Enkeltrick. Dabei meldet sich eine unbekannte Nummer auf WhatsApp mit Sätzen wie „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt“. Im weiteren Chatverlauf bitten die Täter dann unter einem Vorwand um dringende Geldüberweisungen.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt parallel vor einer neuen Masche. Automatisierte Anrufe fordern Bürger auf, eine Nummer für ein angebliches Jobangebot bei WhatsApp zu kontaktieren. Das eigentliche Ziel: Die Opfer als Finanzagenten für Geldwäsche missbrauchen.

Eine weitere große Gefahr ist Smishing – gefälschte SMS etwa zu Paketzustellungen oder Voicemails. Diese enthalten Links zu schädlichen Webseiten, die Daten abgreifen oder Schadsoftware installieren sollen.

Prävention mit dem Bürger im Café

Um einen Schritt voraus zu sein, setzen die Behörden auf Bürgernähe. Statt nur auf Online-Warnungen zu setzen, suchen Beamte aktiv den Dialog. Die Aktionswochen in Hannover sind ein Beispiel. Andere Regionen gehen ähnliche Wege: In Würzburg setzt die Polizei auf das Format „Coffee with a cop“, um in lockerer Atmosphäre Gespräche anzubieten.

Diese Präsenz soll Hemmschwellen abbauen. Menschen sollen leichter Fragen stellen und verdächtige Vorfälle melden können. Experten sehen im persönlichen Kontakt den Schlüssel, um das Bewusstsein für die Gefahren zu schärfen. Die Polizei betont klare Regeln:
* Echte Polizeianrufe erfolgen nie über die Notrufnummer 110.
* Beamte fordern niemals Bargeld oder Wertgegenstände.

Warum die Täter so erfolgreich sind

Die Betrüger setzen ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck. Das schaltet rationales Denken aus. Besonders ältere oder alleinlebende Menschen werden zur Zielscheibe, weil ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird. Viele sind zudem mit der Smartphone-Technik weniger vertraut.

Hinzu kommt die Scham der Betroffenen. Viele zeigen die Tat nicht an, was die Strafverfolgung erschwert. Die direkten Beratungsangebote der Polizei setzen genau hier an. In vertraulichen Gesprächen können Unsicherheiten geklärt werden, ohne Rechtfertigungsdruck. Die Beamten geben konkrete Tipps:
* Wie erkennt man verdächtige Nachrichten?
* Wie blockiert man Nummern?
* Welche Sicherheitseinstellungen sind wichtig?

Der wirksamste Schutz bleibt Wachsamkeit

Für Verbraucher ist Vorsicht die beste Strategie. Die Polizei rät eindringlich:
* Nie auf Links in verdächtigen SMS oder Messenger-Nachrichten klicken.
* Bei Geldforderungen von unbekannten Nummern misstrauisch sein und die Person unter der altbekannten Nummer zurückrufen.
* Eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einrichten, um Abofallen vorzubeugen.

Die wichtigste Regel lautet: Wer sich unter Druck gesetzt fühlt oder unsicher ist, sollte das Gespräch sofort beenden. Im Zweifel ist die Polizei unter der Notrufnummer 110 die richtige Anlaufstelle.

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