PKV-Verband, Pflege-Reform

PKV-Verband fordert radikale Pflege-Reform

05.02.2026 - 11:32:12

Der PKV-Verband will Mittel aus Pflegegrad 1 verpflichtend für medizinische Vorsorge nutzen, um teure Pflegegrade zu verzögern und das System zu entlasten.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) fordert einen radikalen Umbau des Pflegesystems. Sein neues Sofortprogramm zielt auf den Pflegegrad 1 ab: Statt für Haushaltshilfen sollen die Gelder künftig verpflichtend für medizinische Prävention fließen. Der Vorstoß fällt zeitgleich mit dem Start neuer Qualitätsrichtlinien des Medizinischen Dienstes Bund.

Prävention statt Putzhilfe: Das Fünf-Punkte-Programm

Bisher können Leistungen des Pflegegrades 1 oft für haushaltsnahe Dienstleistungen genutzt werden. Die privaten Versicherer sehen darin eine vertane Chance. „Die vorhandenen Mittel müssen konsequent in die Gesundheitsförderung fließen“, fordert Dr. Timm Genett, Geschäftsführer Politik im PKV-Verband.

Das Argument: Gerade im frühen Stadium sei das Potenzial am größten, eine Verschlechterung hinauszuzögern. Durch gezieltes Training, Ernährungsanpassung und kognitive Förderung soll die Selbstständigkeit erhalten bleiben. Das Ziel ist klar – den Übergang in teurere Pflegegrade um Jahre zu verzögern und das System finanziell zu entlasten.

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MD Bund setzt ab sofort neue Qualitätsmaßstäbe

Parallel zur Debatte schafft der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) Fakten. Seine neuen „Richtlinien zur Qualitätssicherung der Pflegebegutachtung“ treten heute in Kraft. Sie ersetzen veraltete Vorgaben aus dem Jahr 2016.

Ein Kernpunkt sind erstmals verankerte Audits. Dabei begleiten erfahrene Prüfer Gutachter bei Hausbesuchen. So soll sichergestellt werden, dass Rehabilitationspotenziale früher erkannt werden. Denn der Grundsatz „Reha vor Pflege“ funktioniert nur, wenn er schon im ersten Gutachten Berücksichtigung findet. Ab Juli will der MD Bund jährlich über die Ergebnisse berichten.

Wissenschaft bestätigt: Prävention kann Demenz verzögern

Die Dringlichkeit der Reform wird durch aktuelle Studien untermauert. Besonders bei der Vermeidung von Demenzerkrankungen verdichtet sich die Datenlage.

  • Die Lancet-Kommission geht davon aus, dass fast die Hälfte aller Demenzfälle verzögert oder verhindert werden könnte.
  • Entscheidend sind modifizierbare Risikofaktoren wie unbehandelter Hör- und Sehverlust, hohes Cholesterin oder soziale Isolation.

Dieses Wissen kommt an: Die Nachfrage nach zertifizierten Präventionskursen ist spürbar gestiegen. Rund 1,9 Millionen Versicherte nutzten sie im vergangenen Jahr – 300.000 mehr als im Vorjahr.

Der harte ökonomische Druck im Hintergrund

Hinter den medizinischen Argumenten steht ein finanzieller Zwang. Der GKV-Spitzenverband warnte erst im Januar vor einem erneuten „Milliardenloch“. Die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen.

Beitragserhöhungen allein gelten nicht mehr als Lösung. Die durchschnittliche Bezugsdauer von Pflegeleistungen verlängert sich und treibt die Kosten pro Fall. Jeder Monat, den Pflegebedürftigkeit später eintritt, entlastet die Kassen um Tausende Euro. Die Forderung nach mehr Prävention ist somit auch knallharte Finanzpolitik.

Nun liegt der Ball bei der Politik. Wird sie den Mut haben, den „Haushaltshilfe-Topf“ in ein strenges Präventionsbudget umzuwandeln? Ohne eine massive Stärkung der Vorsorge, da sind sich Experten einig, wird die Rechnung für die alternde Gesellschaft nicht aufgehen.

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