Phishing-Welle: Bankkunden im Visier perfekter Fälschungen
09.02.2026 - 23:52:12Eine neue Generation täuschend echter Phishing-Angriffe überrollt derzeit Deutschland und gefährdet selbst vorsichtige Bankkunden. Kriminelle setzen auf perfekte Fälschungen und psychologischen Druck, um an Geld und Daten zu gelangen.
Aktuelle Warnstufe: Angriffe auf Deutsche Bank und Sparkassen
In den letzten 72 Stunden haben Polizei und Finanzinstitute vor einer eskalierten Betrugswelle gewarnt. Besonders betroffen sind Kunden der Deutschen Bank und der Sparkassen. Die Angreifer zielen gezielt auf das als sicher geltende photoTAN-Verfahren ab. Ein aktueller Fall aus Nordrhein-Westfalen zeigt das perfide Vorgehen: Ein Kunde gab auf einer gefälschten Seite seine Daten ein und wurde später von einem angeblichen Bankmitarbeiter telefonisch zu betrügerischen Überweisungen gedrängt.
Die Betrüger arbeiten mit dringlich formulierten Betreffzeilen wie „Aktion erforderlich: Wichtige Konto-Aktualisierung“. Ihr Ziel ist es, Handlungsdruck zu erzeugen und kritisches Nachdenken zu unterbinden.
Die Anatomie des modernen Betrugs: Mehr als nur gefälschte Logos
Die aktuelle Phishing-Generation ist beispiellos perfekt. Nicht nur Logos und Designs werden kopiert, sondern auch der offizielle Kommunikationsstil, die Tonalität und sogar korrekte Geschäftsadressen in den Fußzeilen. Diese glaubwürdige Fassade soll Vertrautheit vorgaukeln.
Moderne Phishing-Angriffe sind inzwischen so professionell, dass selbst misstrauische Bankkunden in die Falle tappen. Briefe mit QR-Codes, gefälschte Online-Banken, gezielte SIM-Swaps und raffinierte Telefonanrufe erfordern konkrete Gegenmaßnahmen und Checklisten für den Ernstfall. Der kostenlose Anti-Phishing-Guide erklärt praxisnah, wie Sie betrügerische Nachrichten erkennen, welche Sofortmaßnahmen im Verdachtsfall greifen und wie Sie Ihr photoTAN- oder TAN-Verfahren sicher prüfen und schützen. Jetzt kostenlosen Anti-Phishing-Guide downloaden
Als Vorwand dienen angebliche Systemmigrationen, Sicherheitsupdates oder die Bestätigung von Kontaktdaten. Oft wird mit einer Kontosperrung bei Untätigkeit gedroht. Das Landeskriminalamt verzeichnet seit Monaten einen starken Anstieg solcher Fälle, die zunehmend auch digital versierte Personen treffen.
Neue Angriffswege: QR-Codes per Post und SIM-Karten-Tausch
Die Gefahr lauert nicht mehr nur im E-Mail-Postfach. Eine besonders hinterlistige Masche ist das „Quishing“: Kriminelle versenden gefälschte Briefe im Namen großer Banken wie der Commerzbank oder ING. Diese enthalten einen QR-Code, der beim Scannen auf eine perfekte Phishing-Webseite führt. Die Täter nutzen das höhere Vertrauen in physische Post aus.
Eine weitere, technisch anspruchsvolle Methode ist der SIM-Swap-Betrug. Kriminelle lassen die Handynummer des Opfers auf eine eigene SIM-Karte umleiten. So können sie SMS-TANs abfangen und für Überweisungen missbrauchen. Erstes Alarmzeichen ist oft ein plötzlicher, unerklärlicher Verlust des Mobilfunknetzes.
Psychologische Kriegsführung: So werden Kunden manipuliert
Der Erfolg der Betrüger basiert auf der Ausnutzung menschlicher Schwächen. Sie zielen gezielt auf das Vertrauen in Sicherheitsverfahren wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Den Kunden wird vorgegaukelt, sie müssten ihre Banking-App „reaktivieren“ – und geben im Glauben, etwas Gutes zu tun, ihre Daten preis.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt zudem vor „MFA-Bombing“. Dabei werden Nutzer mit einer Flut von Push-Benachrichtigungen für Anmeldeversuche bombardiert, in der Hoffnung, dass sie versehentlich zustimmen. Die Angreifer setzen auf Stress und Unaufmerksamkeit.
Kontext: Ein Wettrüsten zwischen Banken und Betrügern
Die Professionalisierung der Angriffe ist eine direkte Antwort auf verbesserte Bankensicherheit. Da technische Hürden wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung den direkten Diebstahl erschweren, verlagern Kriminelle ihren Fokus auf Social Engineering – die Manipulation des Menschen.
Die Betrüger agieren international und passen ihre Methoden schnell an lokale Gegebenheiten an. Eine in Frankreich beobachtete Masche, bei der sich falsche Bankmitarbeiter Kreditkarten von Kurieren abholen lassen, könnte laut Experten jederzeit auch in Deutschland auftauchen.
So schützen Sie sich: Fünf goldene Regeln
Angesichts der wachsenden Bedrohung geben BSI und Polizei klare Handlungsempfehlungen:
- Links niemals anklicken: Rufen Sie Ihre Bank-Webseite immer manuell im Browser auf. Klicken Sie nie auf Links in unaufgeforderten Nachrichten.
- Absender genau prüfen: Achten Sie auf minimale Abweichungen in E-Mail-Adressen oder URLs. Kriminelle nutzen Tippfehler wie „deutshce-bank.de“.
- Direkten Kontakt suchen: Bei Zweifeln beenden Sie das Gespräch. Wählen Sie Ihre Bank über die bekannte, offizielle Nummer oder die Banking-App.
- Sensible Daten nie preisgeben: Seriöse Banken fordern Passwörter, PINs oder TANs niemals per E-Mail, SMS oder Telefon an.
- Im Verdachtsfall sofort handeln: Ändern Sie umgehend Ihre Zugangsdaten, sperren Sie Konto und Karten und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Die Kreativität der Angreifer wird weiter zunehmen. Entscheidend ist eine grundlegende Skepsis gegenüber jeder unaufgeforderten Kontaktaufnahme – egal ob digital oder per Post.
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