PFAS-Verbot: Industrie drängt auf schnellen Ausstieg
07.02.2026 - 18:42:12Deutschlands Kampf gegen Dauergifte in Wasser und Umwelt gewinnt an Fahrt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert ein schnelles Ende der PFAS-Chemikalien. Grund sind explodierende Kosten für die Wasseraufbereitung und neue Grenzwerte, die seit Januar gelten.
Wasserversorger schlagen Alarm
Ohne klaren Ausstiegsplan drohen Verbrauchern massive Preissteigerungen. Der BDEW warnt: Die Last der PFAS-Beseitigung aus dem Wasser wird auf die Versorger und letztlich die Kunden abgewälzt. Das könnte die Wasserpreise in betroffenen Regionen deutlich erhöhen.
Diese Warnung bekräftigt frühere Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA). Dessen Prognose: Wasser könnte in stark belasteten Gebieten bis zu 45 Prozent teurer werden. Die aufwendige Filterung der „ewigen Chemikalien“ treibt die Kosten zusätzlich in die Höhe.
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Deutschland treibt EU-weites Verbot voran
Deutsche Behörden spielen eine Schlüsselrolle bei der wohl umfassendsten Chemikalien-Regulierung weltweit. Das Bundesinstitut für Arbeitsschutz (BAuA) und das UBA haben 2023 gemeinsam mit vier europäischen Nachbarländern einen Restriktionsvorschlag bei der EU-Chemikalienagentur ECHA eingereicht.
Ziel ist ein weitgehendes Verbot von Herstellung, Verwendung und Vermarktung der gesamten PFAS-Klasse in der EU. Der Vorschlag berücksichtigt sowohl Gesundheitsrisiken für Beschäftigte als auch ökologische Folgen. Die wissenschaftlichen EU-Gremien prüfen derzeit die sozioökonomischen Auswirkungen.
Neue Grenzwerte gelten bereits
Während das EU-weite Verbot noch diskutiert wird, gelten in Deutschland seit 12. Januar 2026 erstmals verbindliche PFAS-Grenzwerte. Die novellierte Trinkwasserverordnung legt für 20 PFAS-Verbindungen einen Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter fest.
Ab 2028 folgt eine zweite, strengere Stufe für vier besonders bedenkliche Substanzen. Wasserversorger müssen nun systematisch überwachen und melden. Industriebetriebe stehen vor der Herausforderung, ihre Einleitungen strenger zu kontrollieren.
Wettlauf gegen die Zeit
Bis zu einer endgültigen EU-Entscheidung wird es voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 dauern. Doch der Druck wächst: Deutsche Unternehmen müssen bereits jetzt ihre Gefahrstoffmanagement-Systeme anpassen und Lieferketten auf PFAS überprüfen.
Die Industrie sucht nach Alternativen – nicht nur für die künftige Compliance, sondern auch für ein nachhaltigeres Geschäftsmodell. Die Forderungen des BDEW zeigen: Die Vorbereitungszeit wird knapp. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell der PFAS-Ausstieg gelingt.
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