Pernod, Ricard

Pernod Ricard Aktie: Sparprogramm überzeugt

22.02.2026 - 03:55:36 | boerse-global.de

Pernod Ricard kpft mit einem deutlichen Absatzminus in China und den USA. Doch während die operativen Gewinne im ersten Halbjahr zweistellig einbrachen, fokussieren sich Anleger auf die Fortschritte beim neuen Milliarden-Sparprogramm und eine erste Entspannung im zweiten Quartal.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 sah sich der Spirituosenriese mit erheblichen Widerständen konfrontiert. Der organische Umsatz sank um 5,9 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro. Besonders drastisch stellte sich die Lage in China dar, wo die Erlöse um 28 Prozent einbrachen. In den USA belasteten zudem ein gezielter Lagerabbau der Händler und die Konsumzurückhaltung der Haushalte die Bilanz.

Unter dem Strich blieb für die Aktionäre ein Nettogewinn von rund 1,02 Milliarden Euro ? ein Rückgang von 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz dieser ernüchternden Zahlen lässt sich eine leichte Stabilisierung beobachten: Während das erste Quartal mit einem Minus von 7,6 Prozent enttäuschte, fiel der Rückgang im zweiten Quartal mit 5 Prozent bereits moderater aus. Kann die strikte Kostendisziplin die fehlende Dynamik im asiatischen Raum langfristig kompensieren?

Fokus auf Kosteneffizienz

Das Management reagiert auf die Marktschwäche mit einer umfassenden Restrukturierung. Bis zum Jahr 2029 sollen die jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Laut Pernod Ricard ist ein Drittel dieses Ziels bereits realisiert, was die Cash-Generierung zuletzt spürbar stützte. Diese Fortschritte bei der operativen Effizienz scheinen für Marktteilnehmer derzeit schwerer zu wiegen als die rückläufigen Umsatzzahlen.

An der Börse wurde dieser Fokus am Freitag mit einem Kursplus von 3,37 Prozent auf 86,62 Euro quittiert. Mit diesem Zuwachs konnte das Papier den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt bei 85,53 Euro knapp zurückerobern. Ein RSI-Wert von 23,2 deutete bereits im Vorfeld auf einen technisch überverkauften Zustand hin, der nun eine Gegenbewegung einleitete.

Die Konzernführung hält trotz des schwierigen Umfelds an ihren Zielen fest. Für den Zeitraum zwischen 2027 und 2029 wird weiterhin ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 3 bis 6 Prozent angestrebt. Die nächste Bestätigung für diesen Kurs muss das Unternehmen mit den kommenden Ergebnissen für das zweite Geschäftshalbjahr liefern, für das Alexandre Ricard bereits eine weitere Verbesserung in Aussicht gestellt hat.

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