Pentagon stellt KI-Firma Anthropic vor Ultimatum
25.02.2026 - 18:40:21 | boerse-global.deDas US-Verteidigungsministerium fordert uneingeschränkten Zugriff auf das KI-Modell Claude bis Freitag – andernfalls drohen Vertragskündigung und rechtliche Zwangsmaßnahmen. Die Eskalation markiert einen kritischen Punkt in der Zusammenarbeit von Big Tech und nationaler Sicherheit.
Ethik gegen nationale Sicherheit
Im Zentrum des Konflikts stehen ethische Leitplanken, die Anthropic selbst gesetzt hat. Das Unternehmen verbietet den Einsatz seiner KI Claude für Massenüberwachung in den USA und für die Entwicklung vollautonomer Waffensysteme. Für CEO Dario Amodei sind das rote Linien.
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Das Pentagon hingegen besteht auf der Nutzung für „alle gesetzlich zulässigen Zwecke“. Die Militärs argumentieren, dass der Einsatz durch US-Gesetze geregelt sei – nicht durch die Richtlinien eines Privatunternehmens. Die Frage lautet: Wer trägt die ethische Verantwortung für KI auf dem Schlachtfeld? Der Entwickler oder der Nutzer?
Drohkulisse mit historischer Dimension
Die Konsequenzen bei einer Weigerung Anthropics sind beispiellos. Das Ministerium droht mit:
* Der Kündigung eines Vertrags im Wert von bis zu 200 Millionen Euro.
* Der Einstufung als „Risiko für die Lieferkette“ – ein Schritt, der normalerweise Firmen aus Gegnerstaaten vorbehalten ist und das Geschäft mit anderen staatlichen Auftraggebern ruinieren könnte.
* Der Anwendung des Defense Production Act (DPA). Dieses Notstandsgesetz aus dem Kalten Krieg wurde bisher genutzt, um in Krisen die Produktion physischer Güter wie Medizinausrüstung zu erzwingen. Seine Anwendung auf Software und KI-Sicherheitsfeatures wäre ein Novum mit weitreichender Präzedenzwirkung.
Bis diese Woche war Claude das einzige Spitzen-KI-Modell auf den geheimen Militärnetzen. Diese exklusive Stätte ist nun Geschichte.
Musk’s xAI setzt neuen Druck
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Der Druck auf Anthropic wächst, seit Elon Musks KI-Firma xAI berichten zufolge den Forderungen des Pentagons zugestimmt hat. Dessen Modell Grok erhielt die Freigabe für die geheimen Netzwerke. Diese Alternative stärkt die Verhandlungsposition des Verteidigungsministeriums erheblich.
Hinzu kommen Berichte, dass Claude bereits im Januar bei einer Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eingesetzt worden sein soll. Solche Meldungen heizen die Betatte über den realen Einsatz der Technologie weiter an.
Countdown bis Freitagabend
Die Deadline läuft am Freitag um 17:00 Uhr Ortszeit ab. Anthropic steht vor einer Grundsatzentscheidung: Nachgeben und die eigenen Sicherheitsprinzipien aufweichen oder widerstehen und massive finanzielle sowie reputative Schäden riskieren – womöglich nur, um später doch gezwungen zu werden.
Ein Unternehmenssprecher betonte, man führe „gute-faith-Gespräche“, um die nationale Sicherheit im Rahmen der verantwortungsvollen Möglichkeiten der KI-Modelle zu unterstützen.
Der Ausgang dieses Machtkampfs wird ein Signal für die gesamte KI-Branche setzen. Er definiert, inwieweit die US-Regierung ethische Vorgaben privater Tech-Firmen für militärische Zwecke akzeptiert – oder ob sie diese notfalls bricht. Die Beziehung zwischen Silicon Valley und dem US-Militär steht auf dem Spiel.
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