Pentagon, KI-Firma

Pentagon stellt KI-Firma Anthropic vor Ultimatum

25.02.2026 - 08:09:58 | boerse-global.de

Das US-Verteidigungsministerium fordert von Anthropic uneingeschränkten Zugriff auf das KI-Modell Claude und droht mit Vertragskündigungen und Sanktionen bei Verweigerung.

Das US-Verteidigungsministerium hat der KI-Schmiede Anthropic ein Ultimatum gestellt. Bis Freitagabend muss das Unternehmen uneingeschränkten Militärzugriff auf sein KI-Modell Claude gewähren – andernfalls drohen Vertragskündigungen und Sanktionen.

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Ethik gegen nationale Sicherheit

Im Kern geht es um einen Monate schwelenden Konflikt: Anthropic verweigert der US-Armee die Nutzung seiner KI für Massentüberwachung amerikanischer Bürger und für die Entwicklung vollautonomer Waffensysteme. Diese ethischen „roten Linien“ sind für das als sicherheitsbewusst geltende Unternehmen nicht verhandelbar.

Das Pentagon hingegen pocht auf uneingeschränkten Zugriff für alle „gesetzlich zulässigen Zwecke“. Verteidigungsminister Pete Hegseth verglich die Forderung in einer hitzigen Sitzung am Dienstag mit dem Kauf von Boeing-Flugzeugen: „Der Hersteller diktiert nicht, wie wir die Maschinen einsetzen.“ Claude ist derzeit das einzige KI-Modell, das in den klassifizierten Systemen des Militärs zugelassen ist – ein strategisch kritisches Werkzeug.

Drohende Sanktionen mit globaler Signalwirkung

Sollte Anthropic bis Freitag, 17 Uhr, nicht einlenken, hat das Pentagon drastische Konsequenzen angekündigt. Ein lukrativer Vertrag im Wert von bis zu 200 Millionen Euro würde platzen. Schlimmer noch: Die Firma könnte als „Risiko für die Lieferkette“ eingestuft werden. Das würde nicht nur bestehende Verträge unwirksam machen, sondern Anthropic praktisch vom gesamten US-Verteidigungssektor ausschließen.

Sogar der Defense Production Act – ein Gesetz für nationale Notlagen – steht als Druckmittel im Raum. Das Pentagon zeigt sich entschlossen, nachdem andere KI-Firmen wie Google, OpenAI und Elon Musks xAI bereits flexiblere Vereinbarungen getroffen haben. Musk‘ Chatbot Grok darf bereits in geheimen Militärsystemen genutzt werden.

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Präzedenzfall für die Zukunft der KI

Der Konflikt markiert eine Zäsur im Verhältnis zwischen Silicon Valley und dem US-Militär. Auf der einen Seite steht die risikoscheue, sicherheitsorientierte Kultur führender KI-Labore. Auf der anderen Seite das militärische Gebot, jede technologische Lücke für strategische Vorteile zu nutzen. Das Pentagon investiert Milliarden in KI-gestützte Systeme – von Drohnen bis Zielerfassung.

Die Entscheidung von Anthropic-CEO Dario Amodei wird wegweisend sein. Hält er an den ethischen Grundsätzen seines Unternehmens fest und riskiert damit dessen Zukunft im US-Markt? Oder gibt er dem Druck nach und öffnet Tür und Tor für militärische KI-Nutzung ohne Grenzen? Die Antwort wird einen Präzedenzfall schaffen, der weit über die USA hinausreicht. Sie entscheidet mit, wer künftig die ethischen Grenzen künstlicher Intelligenz auf dem Schlachtfeld zieht.

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