PayPal, Klagewelle

PayPal: Klagewelle nach Kurssturz und Führungswechsel

20.02.2026 - 02:40:12 | boerse-global.de

PayPal sieht sich mit einer Sammelklage von Aktionären konfrontiert, nachdem schwache Quartalsergebnisse und ein überraschender CEO-Wechsel den Kurs einbrechen ließen. Das Unternehmen hat seine Langfristziele zurückgezogen.

Der Zahlungsriese PayPal sieht sich mit einer wachsenden Sammelklage konfrontiert. Auslöser sind enttäuschende Quartalszahlen und ein überraschender Wechsel an der Konzernspitze, die den Aktienkurs einbrechen ließen. Investoren werfen dem Unternehmen irreführende Aussagen zu seinen Wachstumsaussichten vor.

Eine Klage mit weitreichenden Vorwürfen

Mehrere Anwaltskanzleien drängen Aktionäre derzeit, sich einer Sammelklage anzuschließen. Frist für die Anmeldung als Hauptkläger ist der 20. April 2026. Der Vorwurf ist schwerwiegend: Die Führung soll zwischen Februar 2025 und Februar 2026 ein unrealistisch optimistisches Bild der Geschäftsaussichten gezeichnet haben. Konkret geht es um die Prognosen für den Kernbereich Branded Checkout und die bis 2027 gesteckten Finanzziele.

Die Klage behauptet, diese Ziele seien von einer stabilen Konjunktur und einer operativen Exzellenz abhängig gewesen, die das Unternehmen nicht habe liefern können. Die später veröffentlichten Zahlen bewiesen dann angeblich, dass die interne Lage weniger robust war als öffentlich dargestellt.

Der Tag der Ernüchterung: Schwache Zahlen und CEO-Abgang

Der konkrete Auslöser für die aktuelle Krise war der 3. Februar 2026. An diesem Tag veröffentlichte PayPal die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Die Zahlen verfehlten die Erwartungen der Analysten deutlich. Noch schwerer wog jedoch der düstere Ausblick für 2026.

Das Management prognostizierte für das erste Quartal einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie im mittleren einstelligen Bereich. Für das Gesamtjahr rechnete man nur noch mit stagnierenden oder leicht negativen Werten. Als Gründe nannte die Führung eine Schwäche im Kerngeschäft, makroökonomische Belastungen und scharfen Wettbewerb.

Parallel verkündete das Unternehmen einen überraschenden Wechsel an der Spitze: Der CEO wird zum 1. März 2026 ersetzt. Die Kombination aus enttäuschenden Zahlen, schwacher Prognose und Führungswechsel ließ die Aktie um etwa 20 Prozent einbrechen.

Vertrauensverlust und anhaltender Druck

Das Vertrauen der Anleger ist nachhaltig erschüttert. Der Kurs hat sich nicht erholt. Die jüngsten Klageaufrufe verstärken den Druck zusätzlich. Besonders misstrauisch beobachten Investoren zudem aktuelle Aktienverkäufe von Führungskräften. So verkaufte die Präsidentin für globale Märkte, Suzan Kereere, am 18. Februar 2026 über 37.600 eigene Aktien.

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Die Analysten an der Wall Street bleiben vorsichtig. Die Konsens-Empfehlung für die Aktie ist weitgehend ein „Hold“. Während einige den starken Markennamen und die Cashflows schätzen, überwiegen bei anderen die Sorgen vor sinkenden Margen, operativen Schwierigkeiten und der Konkurrenz durch andere Fintechs und Banken.

Der steinige Weg nach vorn

PayPals Management steht vor einer zweifachen Herausforderung: Es muss die juristische Auseinandersetzung führen und gleichzeitig einen strategischen Neustart organisieren, um Wachstum und Vertrauen zurückzugewinnen. Das Unternehmen hat seine bisherigen Langfristziele bereits zurückgezogen – ein deutliches Signal für den nötigen Neuanfang.

Der neue CEO übernimmt ein Unternehmen, das dringend einen klaren Plan für das schwächelnde Kerngeschäft und eine nachhaltige Wachstumsstrategie im umkämpften Markt benötigt. Die unmittelbare Zukunft wird von der Entwicklung der Sammelklage geprägt sein. Darüber hinaus warten Anleger gespannt auf die strategische Vision des neuen Chefs und erste konkrete Zeichen einer Stabilisierung in den Quartalsberichten für 2026. Für den Zahlungspionier steht eine Phase der Transformation und der Verteidigung an.

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