Passwort-Schutz

Passwort-Schutz reicht 2026 nicht mehr aus

07.02.2026 - 03:42:12

Zwei-Faktor-Authentifizierung wird zum Muss für jeden Internetnutzer – doch nicht jede Methode ist gleich sicher.

In einer Zeit eskalierender digitaler Bedrohungen schützt das einfache Passwort allein nicht mehr vor Identitätsdiebstahl und Konten-Übernahmen. Angesichts massiver Datenleaks, die immer häufiger werden, drängen Sicherheitsexperten Verbraucher dazu, eine entscheidende Verteidigungsschicht zu aktivieren: die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Aktuelle Vorfälle unterstreichen die Dringlichkeit, sich von der Ein-Faktor-Sicherheit zu verabschieden.

Das digitale Jahr 2026 begann mit schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen. Kürzlich wurde eine Datenbank mit fast 150 Millionen gestohlenen Logins und Passwörtern im Netz entdeckt. Sie enthielt Zugangsdaten für Millionen von Gmail-, Facebook- und anderen Konten. Solche Leaks, oft durch Schadsoftware verursacht, die Daten direkt von infizierten Geräten stiehlt, machen selbst komplexe Passwörter angreifbar.

Parallel kursiert ein neuer Datensatz mit sensiblen Informationen von Millionen angeblicher AT&T-Kunden. Enthalten sind volle Namen, Adressen, Telefonnummern und US-Sozialversicherungsnummern. Kriminelle nutzen diese Daten für gezielte Phishing-Angriffe, SIM-Swapping und Identitätsdiebstahl. Experten betonen: 2FA kann über 99,9 Prozent aller Kompromittierungsversuche blockieren – selbst wenn das Passwort bekannt ist.

Die 2FA-Optionen: Ein Sicherheits-Spektrum

Zwei-Faktor-Authentifizierung bestätigt Ihre Identität mit einem zweiten Schritt, etwa per Smartphone oder Fingerabdruck. Doch die Methoden unterscheiden sich erheblich in ihrer Sicherheit.

SMS-Codes: Das schwächste Glied

Der Code per Textnachricht ist die verbreitetste, aber zunehmend angreifbare 2FA-Methode. Sicherheitsbehörden warnen: SMS sind nicht verschlüsselt und anfällig für Abfangversuche. Die größte Gefahr ist SIM-Swapping, bei dem Betrüger die Handynummer auf ihre SIM-Karte umleiten lassen. So erhalten sie die 2FA-Codes und übernehmen Konten. Die Finanzfirma FSMOne stellte deshalb am 5. Februar 2026 SMS-Codes für Privatkonten ein und schwenkte auf sicherere App-Tokens um.

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SMS‑Codes sind längst kein verlässlicher Schutz – SIM‑Swapping und Abfangversuche reißen Konten an sich. Wenn Sie WhatsApp, Banking oder E‑Mail per Handy sicher nutzen wollen, hilft das kostenlose Sicherheitspaket „Die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android‑Smartphone“. Schritt‑für‑Schritt erfahren Sie, welche Einstellungen, Authenticator‑Apps und Backup‑Strategien sofort wirken. Laden Sie die Checkliste und den Praxis‑Ratgeber jetzt herunter und schließen Sie die häufigsten Lücken. Gratis‑Sicherheitspaket für Ihr Android‑Smartphone herunterladen

Authenticator-Apps: Die sichere Wahl

Apps wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator generieren zeitgebundene Codes lokal auf dem Gerät. Diese werden nicht über das unsichere SMS-Netz gesendt und sind immun gegen SIM-Swapping. Microsoft rollt im Februar 2026 eine neue Funktion aus: Die App erkennt „gejailbreakte“ oder „gerootete“ Geräte, deren Sicherheit kompromittiert sein könnte, und blockiert darauf den Zugang zu Geschäfts- oder Schulkonten.

Hardware-Security-Keys: Der Goldstandard

Physische Sicherheitsschlüssel wie ein YubiKey gelten unter Cybersicherheitsexperten als beste Lösung. Diese per USB oder NFC verbundenen Geräte sind resistent gegen Phishing. Man muss sie zum Login physisch berühren – ein remote agierender Angreifer hat so kaum eine Chance.

Der Aufstieg der Passkeys: Die Zukunft des Logins

Die Branche strebt in eine nahtlosere und sicherere Zukunft mit der Einführung von Passkeys. Von Tech-Giganten wie Apple, Google und Microsoft vorangetrieben, sollen sie Passwörter komplett ersetzen. Sie nutzen kryptografische Schlüsselpaare, die an Ihr Gerät gebunden und per Fingerabdruck oder Gesichtsscan freigegeben werden.

Diese Methode ist von Natur aus phishing-resistent, da der Schlüssel an eine spezifische Webseite gebunden ist. Am 2. Februar 2026 gab die japanische SMBC Nikko Securities bekannt, den Passkey-Dienst von Fujitsu zur Bekämpfung von Konten-Übernahmen einzusetzen. Die Verbreitung bei Verbraucern steht noch am Anfang, doch Passkeys dürften sich zum Standard für sichere Logins entwickeln.

Analyse: Ein sich wandelndes Sicherheitsumfeld

Der Druck für stärkere Authentifizierung wächst global. Die kanadische Regierung schreibt Nutzern ihrer Steuerbehörde (CRA) ab diesem Monat eine Backup-MFA-Option vor. Eine klare Botschaft: Die Sicherheitslast darf nicht länger allein auf dem Passwort ruhen.

Doch auch Angreifer passen sich an. Eine aktuelle Warnung des New Yorker Finanzaufsichtsamts warnt vor einer Zunahme von „Vishing“-Angriffen (Voice-Phishing). Dabei geben sich Kriminelle als IT-Support aus und tricksen Mitarbeiter am Telefon aus, um Login-Daten und MFA-Codes zu erhalten. Die Lehre: Technologie allein reicht nicht. Wachsamkeit und Aufklärung der Nutzer bleiben entscheidend.

Ihr Weg zur Sicherheit

Überprüfen Sie Ihre kritischen Konten – Bank, E-Mail, Soziale Netzwerke – und aktivieren Sie die jeweils stärkste verfügbare 2FA-Methode. Bevorzugen Sie Authenticator-Apps oder Hardware-Keys gegenüber SMS-Codes. Nutzen Sie zunehmend Passkey-Unterstützung, wo sie angeboten wird. In 2026 ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung kein Feature für Technik-Fans mehr, sondern eine essenzielle Praxis für die digitale Sicherheit aller.

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