Passar, EU-Reform

Passar und EU-Reform: So ändert sich der Schweizer Handel 2026

16.03.2026 - 02:30:29 | boerse-global.de

Der Warenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland wird 2026 durch neue digitale Zollsysteme wie Passar und strengere EU-Vorschriften wie CBAM deutlich komplexer. Unternehmen müssen ihre Prozesse anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Passar und EU-Reform: So ändert sich der Schweizer Handel 2026 - Foto: über boerse-global.de
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Der Warenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland wird 2026 digitaler und komplexer. Neue Systeme und EU-Vorschriften zwingen Unternehmen zu schnellen Anpassungen.

Digitaler Neustart: Passar löst altes Zollsystem ab

Seit Jahresbeginn ist es für Schweizer Exporteure Pflicht: Das neue digitale Zollsystem Passar 1.0 hat den Vorgänger e-dec vollständig abgelöst. Diese Umstellung ist das Herzstück des Digitalisierungsprogramms DaziT der Schweizer Zollverwaltung (BAZG). Das Ziel? Weniger Bürokratie und mehr Effizienz.

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Doch die größere Herausforderung steht noch bevor. Im zweiten Quartal 2026 startet die Pilotphase für Passar 2.0, das künftig auch Importe in die Schweiz digital abwickeln soll. Deutsche Lieferanten müssen sich darauf einstellen, auch wenn die alte Lösung voraussichtlich noch bis 2027 parallel läuft. Auf deutscher Seite bleibt ATLAS der Standard. Experten raten daher zu integrierten Softwarelösungen, die beide Systeme beherrschen. Nur so lassen sich Medienbrüche vermeiden und Waren weiterhin nahtlos über die Grenze bringen.

EU setzt neue Regeln: CO?-Abgabe und strengere Kontrollen

Neben der technischen Umstellung kommen neue regulatorische Hürden aus Brüssel. Ab 1. Januar 2026 tritt der CO?-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) in seine entscheidende Phase. Wer Stahl, Aluminium oder Zement in die EU exportiert, muss nicht nur Emissionen melden, sondern auch Zertifikate kaufen. Das verteuert den Handel spürbar.

Gleichzeitig verschärft die EU die Sicherheitskontrollen. Die nächste Stufe des Import Control System 2 (ICS2) verlangt noch detailliertere Vorabanmeldungen. Fehler führen zu teuren Verzögerungen an der Grenze. Eine weitere Zäsur droht dem Online-Handel: Ab 1. Juli 2026 soll die Zollfreigrenze von 150 Euro für EU-Importe fallen. Stattdessen ist eine Pauschalabgabe im Gespräch – ein Schlag für Schweizer Händler auf Plattformen wie Amazon.

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Stabile Politik als Fundament für turbulenten Wandel

Trotz aller Neuerungen steht die Partnerschaft auf solidem Grund. Anfang März 2026 unterzeichneten die EU und die Schweiz ein umfassendes Vertragspaket. Es modernisiert die Zusammenarbeit in Bereichen wie Lebensmittelsicherheit und Energie. Dieses politische Bekenntnis ist die Basis für den jährlichen Handel im Wert von über 100 Milliarden Franken.

Die digitale Transformation der Zollabwicklung ist damit kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung, um die Vorteile dieser engen Beziehung auch praktisch nutzbar zu machen. Nur wer seine Prozesse anpasst, bleibt wettbewerbsfähig.

Ausblick: Anpassung wird zur Daueraufgabe

Die Reise ist noch nicht zu Ende. Nach Passar 2.0 folgt eine dritte Version für Sonderverfahren. Parallel arbeitet Brüssel an einer eigenen, großen Zollreform, die bis 2038 umgesetzt werden soll.

Für Unternehmen bedeutet das: Zoll und Compliance werden zur strategischen Daueraufgabe. Die frühzeitige Schulung von Mitarbeitern, die Anpassung der IT und der enge Schulterschluss mit Logistikpartnern sind kein Projekt, sondern ein Prozess. Nur wer proaktiv handelt, sichert sich seinen Platz im wichtigsten Handelskorridor der Schweiz.

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