Parloa, KI-Startup

Parloa: Berliner KI-Startup sammelt 350 Millionen Euro ein

16.01.2026 - 11:56:12

Das Berliner KI-Unternehmen Parloa sammelt 350 Millionen Euro ein und verdreifacht seine Bewertung auf drei Milliarden Euro. Das Kapital treibt die internationale Expansion und den Ausbau der agentischen KI-Plattform voran.

Das Berliner KI-Unternehmen Parloa hat eine Finanzierungsrunde über 350 Millionen Euro abgeschlossen und ist nun drei Milliarden Euro wert. Die Investition unterstreicht den globalen Boom um „agentische KI“ für den Kundenservice.

Die Serie-D-Runde wurde vom US-Risikokapitalgeber General Catalyst angeführt. Auch bestehende Investoren wie EQT Ventures, Altimeter Capital und Mosaic Ventures beteiligten sich erneut. Damit hat Parloa insgesamt mehr als 560 Millionen Euro eingesammelt und gehört zu den am besten finanzierten KI-Startups Europas.

Meteoritischer Aufstieg zum Milliardendeal

Parloas Bewertung hat sich in nur sieben Monaten verdreifacht. Erst im Juli 2025 war das Unternehmen mit einer Serie-C-Runde über 120 Millionen Euro noch eine Milliarde Euro wert. Dieser rasante Zuwachs spiegelt das enorme Vertrauen der Investoren wider. Treiber sind lukrative Verträge mit Konzernen wie Allianz, Booking.com, SAP und TeamViewer. Der jährliche wiederkehrende Umsatz (ARR) liegt inzwischen über 50 Millionen Euro.

Hemant Taneja, CEO von General Catalyst, wird in den Aufsichtsrat von Parloa einziehen. Seine Beteiligung signalisiert, dass die Investoren in Parloa mehr als nur einen Software-Anbieter sehen. Sie betrachten das Unternehmen als eine Plattform, die die Kundeninteraktion grundlegend verändern kann.

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Globaler Kampf um die KI-Agenten

Das frische Kapital soll den Expansionskurs beschleunigen. Parloa plans, seine Präsenz in den USA und Europa massiv auszubauen. Neben den bestehenden Standorten in Berlin, München und New York sollen Büros in San Francisco und Madrid eröffnet werden. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Belegschaft von derzeit 380 auf etwa 600 Mitarbeiter bis Ende 2026 vergrößern.

Herzstück der Strategie ist die neue Initiative „Parloa Promise“. Sie soll Kunden garantierte Zuverlässigkeit, kontinuierliche Innovation und verantwortungsvolle, menschenzentrierte KI bieten. Damit reagiert das Startup auf die wachsenden Bedenken der Unternehmen hinsichtlich Sicherheit und Ethik autonomer KI-Systeme.

Vom Chatbot zum entscheidungsfähigen Agenten

Parloas Erfolg basiert auf einem Branchentrend: dem Wechsel von simplen Chatbots zu „agentischer KI“. Diese Systeme können Kontext verstehen, eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben über mehrere Systeme hinweg ausführen. „2025 war der Wendepunkt, an dem Unternehmen erkannten, dass KI-Agenten eine verlässliche Rendite bringen“, so CEO Malte Kosub.

Der Markt wird jedoch immer wettbewerbsintensiver. Zu Parloas Konkurrenten zählen etwa Sierra, mitgegründet vom OpenAI-Aufsichtsratsvorsitzenden Bret Taylor, und das Londoner Unternehmen PolyAI. Analysten gehen dennoch davon aus, dass der globale Markt mit geschätzt 17 Millionen Callcenter-Mitarbeitern Platz für mehrere Gewinner bietet.

Ein europäischer Champion macht Ernst

Die Mega-Finanzierung ist ein großer Erfolg für den deutschen und europäischen Tech-Standort. Parloa beweist, dass europäische Deep-Tech-Firmen mit US-Konkurrenten auf Augenhöhe kämpfen können. Das Unternehmen bleibt in Berlin verwurzelt, stellt sich aber mit seiner US-Zentrale in Manhattan und der geplanten Niederlassung in San Francisco direkt der Konkurrenz im Silicon Valley.

Die nächste Herausforderung steht bereits bevor: Parloa muss seinen hohen Bewertung gerecht werden. Der Fokus liegt nun darauf, die Fähigkeiten der KI-Agenten zu erweitern – von Routine-Anfragen hin zu komplexen Verhandlungen. Mit seinem Kriegsbudget von über einer halben Milliarde Euro hat das Startup zudem die finanzielle Kraft, kleinere Technologieanbieter zu übernehmen und seine Plattform weiter auszubauen.

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