Paranüsse, BfS

Paranüsse: BfS warnt vor radioaktiver Belastung

30.12.2025 - 20:51:12

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät vom regelmäßigen Verzehr von Paranüssen ab. Grund sind extrem hohe Werte von natürlicher Radioaktivität und Selen. Besonders Kinder und Schwangere sollten die Nüsse meiden.

Die Ursache liegt in den Anbaugebieten in Südamerika. Die tiefen Wurzeln der Paranussbäume nehmen aus dem Boden nicht nur Nährstoffe, sondern auch das radioaktive Radium-226 auf. Die Pflanzen reichern es in ihren Samen – den Nüssen – an.

  • Die Radium-Konzentration kann in Paranüssen tausendfach höher sein als in anderen Lebensmitteln.
  • Der Körper lagert Radium ähnlich wie Kalzium in den Knochen ein, wo es langfristig strahlt.

Bereits zwei Paranüsse täglich erhöhen die jährliche Strahlenbelastung um etwa 160 Mikrosievert. Das entspricht der Hälfte der Dosis, die ein Erwachsener sonst über alle Nahrungsmittel im Jahr aufnimmt.

Anzeige

Besorgt wegen Selen- oder anderer Vitalstoff-Werte? Ein kostenloser 25‑seitiger Labor‑Report erklärt verständlich, welche Blutwerte wirklich wichtig sind, wie Selen eingeordnet wird und wann Sie ärztlich nachtesten sollten. Mit klaren Erklärungen zu TSH, Cholesterin & Co. sowie Tipps zu sinnvollen Spezialtests — ideal, um Laborbefunde richtig zu interpretieren und Über- oder Unterversorgungen zu erkennen. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Report anfordern

Selen: Die unterschätzte Gefahr

Neben der Radioaktivität ist der extrem hohe Selengehalt problematisch. Das Spurenelement ist zwar lebenswichtig, die Grenze zur Überdosierung ist aber schmal.

  • Eine einzige Paranuss kann bereits den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen (60-70 Mikrogramm) decken oder überschreiten.
  • Ein dauerhaft zu hoher Konsum kann zu einer Selenvergiftung (Selenose) führen. Symptome sind Haarausfall, brüchige Nägel und neurologische Störungen.

Experten behandeln Paranüsse daher nicht als Snack, sondern wie ein hochdosiertes Nahrungsergänzungsmittel.

Klare Warnung für Risikogruppen

Während gesunde Erwachsene maximal zwei Nüsse pro Tag essen sollten, gibt es für einige Gruppen eine klare Absage. Das BfS rät Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden dringend vom Verzehr ab.

Der Grund: Der wachsende Organismus von Kindern und Ungeborenen lagert Radium besonders effizient ein. Die Strahlenbelastung wäre für sie unverhältnismäßig hoch.

Was sind die Alternativen?

Wer auf Nummer sicher gehen will, hat mehrere Optionen:
* Auf heimische Nüsse wie Walnüsse oder Haselnüsse umsteigen. Sie sind nicht radioaktiv belastet und liefern wertvolle Fettsäuren.
* Selen bei Bedarf nach ärztlicher Rücksprache kontrolliert supplementieren.
* Paranüsse nur sehr bewusst und in minimalen Mengen als Selenzufuhr betrachten – nicht als gedankenlosen Snack.

Die aktuelle Debatte zeigt: “Natürlich” bedeutet nicht automatisch “unbedenklich in jeder Menge”. Verbraucherschützer fordern bereits klarere Warnhinweise auf Verpackungen.

@ boerse-global.de