Oracle, KI-Agenten

Oracle startet KI-Agenten für autonome Lieferketten

10.02.2026 - 09:43:12

Oracle erweitert seine Supply-Chain-Software um autonome KI-Assistenten, die Probleme eigenständig lösen. Der Schritt stärkt die Wettbewerbsposition gegenüber SAP und Microsoft und stützt die positive Anlegerstimmung.

Oracle stattet seine Cloud-Software mit aktiven KI-Assistenten aus, die eigenständig Probleme in der Lieferkette lösen. Der Schritt soll Unternehmen helfen, mit wachsender Komplexität umzugehen und SAP sowie Microsoft Paroli zu bieten.

MUMBAI – Oracle hat seine künstliche Intelligenz für das Lieferkettenmanagement massiv ausgebaut. Das Unternehmen stellte auf der Oracle AI World Tour in Mumbai neue, vorinstallierte KI-Agenten für seine Fusion Cloud Supply Chain & Manufacturing (SCM) vor. Diese sind direkt in bestehende Arbeitsabläufe integriert und automatisieren komplexe Aufgaben, verbessern Prognosen und beschleunigen Entscheidungen für Logistik- und Fertigungsverantwortliche.

Vom Warnsystem zum Problemlöser

Die neuen Agenten markieren einen Wendepunkt: Statt nur Daten passiv zu analysieren und Probleme zu melden, sollen sie Störungen aktiv vorhersagen und eigenständig Lösungen vorschlagen oder umsetzen. „Unser Ziel ist es, Organisationen durch die zunehmende Komplexität zu navigieren“, sagte Chris Leone, Entwicklungschef für Anwendungen bei Oracle. Durch die Einbettung in die Fusion Applications könnten Führungskräfte repetitive Aufgaben automatisieren und sich stattdessen auf strategische Resilienz und Kundenbedürfnisse konzentrieren.

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Drei Schwerpunkte für die Praxis

Die Agenten, angetrieben von der Oracle AI Agent Studio, nutzen generative KI, um operative Daten zu analysieren und kontextbezogene Hilfe zu leisten. Sie gliedern sich in drei Kernbereiche:

Planung und Instandhaltung

Der Planning Cycle Agent soll den oft chaotischen Planungsprozess straffen. Er ruft Aufgaben automatisch ab, weist sie zu und aktualisiert sie im Planungs-Arbeitsbereich. Das reduziert den manuellen Abstimmungsaufwand zwischen Nachfrageplanern und Einkäufern. Für kapitalintensive Branchen schätzt ein weiterer Agent die Kosten von Wartungsstrategien und prognostiziert potenzielle Geräteausfälle.

Fertigung und Produktlebenszyklus

Bei Engpässen oder Konstruktionsänderungen identifiziert der Component Replacement Agent geeignete Ersatzteile und bewertet die Auswirkungen auf Produktionspläne und Kosten. Neue Smart Operations-Funktionen verbinden zudem Fabrikdaten in Echtzeit mit Ausführungssystemen, um Produktionsrezepte und Chargen dynamisch anzupassen.

Logistik und Auftragsverwaltung

In Lagerhallen analysiert der Wave Research Advisor die Ergebnisse von Kommissionierzyklen, deckt Ineffizienzen auf und gibt Handlungsempfehlungen. Der Task Management Assistant erkennt proaktiv Aufträge, die Gefahr laufen, ihre Versandtermine zu verpassen. Er legt wichtige Details für Vorgesetzte offen und kann Aufgaben automatisch neu priorisieren.

Markt reagiert mit Optimismus

Die Produktankündigung fällt in eine Phase steigender Anlegerzuversicht in Oracles KI-Strategie. Bereits am 9. Februar, einen Tag vor der Vorstellung, war die Oracle-Aktie (NYSE: ORCL) nach einer deutlichen Heraufstufung durch die Analysefirma D.A. Davidson um etwa 10 Prozent gestiegen. Die Analysten begründeten ihren Wechsel von „Neutral“ auf „Kaufen“ mit der Cloud-Partnerschaft mit OpenAI und den erwarteten langfristigen Einnahmen für Oracles Rechenzentren.

Die heutige Veröffentlichung unterstreicht nun die „Anwendungsschicht“ dieser Strategie. Oracle zeigt, dass es KI nicht nur als Infrastruktur-Anbieter monetarisiert, sondern auch erfolgreich in seiner eigenen Software-Suite einsetzt. Ein Wettbewerbsvorteil im Kampf mit Rivalen wie SAP und Microsoft, die ebenfalls generative KI in ihre Supply-Chain-Plattformen einbauen.

Die „agentische“ Welle erreicht die Industrie

Branchenexperten sehen in „agentischer“ KI – also Software, die handelt, anstatt nur zu beraten – das nächste große Schlachtfeld für ERP-Anbieter. „Vor allem Prozesshersteller in regulierten Branchen wie Pharmazie oder Lebensmittel profitieren“, so Derek Gittoes, Produktmanager für SCM bei Oracle. Die automatische Synchronisierung von Rezepturen, Formeln und Compliance-Daten könne das Risiko von Regelverstößen und Qualitätsmängeln deutlich senken.

Indem Oracle die neuen Agenten für bestehende Fusion Cloud-Kunden ohne Aufpreis anbietet, positioniert es sich aggressiv, um Marktanteile zu verteidigen. Der Blick in die Zukunft ist klar: Mit „Release 26A“ plant das Unternehmen Dutzende weiterer Agenten für seine gesamte Fusion-Suite, einschließlich Personalmanagement (HCM) und Kundenerfahrung (CX).

Für Supply-Chain-Profis beginnt nun eine Phase des Vertrauensaufbaus in die autonomen Tools. Während Pilotprojekte mit dem Inventory Aging Advisor oder Autonomous Sourcing starten, könnte sich die Schere zwischen Unternehmen, die „agentische“ Arbeitsabläufe adaptieren, und jenen, die manuell intervenieren, weiter öffnen.

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