Oracle, KI-Agenten

Oracle startet autonome KI-Agenten für Unternehmensprozesse

24.03.2026 - 12:00:29 | boerse-global.de

Oracle präsentiert 22 neue Fusion Agentic Applications, die eigenständig komplexe Unternehmensabläufe ausführen. Die KI-Agenten-Teams sind nativ in die Cloud-Suite integriert und adressieren Bereiche wie Personal, Finanzen und Lieferkette.

Oracle startet autonome KI-Agenten für Unternehmensprozesse - Foto: über boerse-global.de
Oracle startet autonome KI-Agenten für Unternehmensprozesse - Foto: über boerse-global.de

Oracle stellt eine neue Generation von Unternehmenssoftware vor, die eigenständig Entscheidungen trifft und komplexe Abläufe ausführt. Die 22 neuen Fusion Agentic Applications sollen die Produktivität revolutionieren, indem sie ganze Geschäftsprozesse automatisieren.

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Eingeführt wurden die Anwendungen auf der Oracle AI World in London. Sie markieren einen strategischen Wendepunkt: Aus der etablierten Fusion Cloud Suite wird ein sogenanntes System of Execution. Statt nur Daten zu verwalten, sollen koordinierte Teams spezialisierter KI-Agenten nun eigenständig handeln – von der Personalplanung bis zur Lieferkettenoptimierung.

Vom Chatbot zum koordinierten Agenten-Team

Der Kern der Innovation liegt in der Architektur. Anstelle eines einzelnen Chatbots setzt jede Anwendung ein ganzes Team spezialisierter KI-Agenten ein. Jeder Agent hat eine klar definierte Rolle, Expertise und Entscheidungsbefugnis. Gemeinsam arbeiten sie auf ein Geschäftsziel hin, etwa die Senkung von Lagerkosten oder die Beschleunigung des Monatsabschlusses.

Die ersten 22 Anwendungen adressieren vier zentrale Geschäftsbereiche:
* Personalwesen (HCM): Ein Workforce-Operations-Agent verwaltet komplexe Dienstpläne und Lohnabrechnungen. Er prüft automatisch Arbeitsrecht, historische Muster und Mitarbeiterdaten.
* Lieferkette (SCM): Agenten für Supplier Sourcing identifizieren proaktiv alternative Lieferanten und verhandeln Konditionen basierend auf Marktlage und Lagerbestand.
* Finanzen: Ein Cash-Collection-Agent analysiert Zahlungshistorien und Kundenstimmung, um die beste Strategie für offene Rechnungen zu bestimmen.
* Kundenerlebnis (CX): Cross-Sell-Agenten erkennen cross-selling-Potenziale und starten personalisierte Marketingkampagnen.

Die Systeme arbeiten kontinuierlich und übergeben nur Ausnahmefälle an menschliche Mitarbeiter. „Sie sollen die Arbeit nicht nur vorschlagen, sondern sie tatsächlich erledigen“, so Oracle.

Maßgeschneiderte Workflows mit dem Agentic Applications Builder

Parallel zu den vorgefertigten Apps stellt Oracle den Agentic Applications Builder vor. Diese Low-Code-Plattform erlaubt es Unternehmen, eigene agentenbasierte Workflows in natürlicher Sprache zu entwickeln. Eine Bibliothek mit wiederverwendbaren Agenten von Oracle und Partnern bildet die Basis.

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Die erweiterte Entwicklungsumgebung AI Agent Studio unterstützt nun auch Workflow-Orchestrierung und multimodale Eingaben wie Bilder oder Audio. Ein zentrales Agent ROI Dashboard soll Transparenz schaffen und den messbaren Mehrwert – eingesparte Zeit, Kostensenkungen – in Echtzeit darstellen. Über 63.000 zertifizierte Experten stehen laut Oracle für die Einführung bereit.

Der Governance-Vorteil: Nativ in der Oracle-Cloud

Ein entscheidender Unterschied zu „aufgesetzten“ KI-Tools ist die native Integration. Die Agenten operieren direkt innerhalb der Oracle Fusion Cloud Suite. Sie haben damit sicheren, Echtzeit-Zugriff auf einheitliche Unternehmensdaten, Genehmigungshierarchien und bestehende Richtlinien.

Dies adressiert zentrale Hürden der KI-Einführung: Datenschutz und Vertrauen. Da die Agenten im geschützten Ökosystem der Fusion Suite bleiben, verlassen sensible Geschäftslogik und proprietäre Daten nicht die sichere Unternehmensumgebung. Analysten sehen hier einen strategischen Vorteil gegenüber Drittanbieter-KIs.

Die Preisstrategie soll die Einführung erleichtern: Grundlegende Agenten-Funktionen sind für bestehende Fusion-Kunden inklusive. Für anspruchsvollere Prozesse mit Premium-Sprachmodellen gilt ein nutzungsbasierteres Modell.

Marktumfeld: Oracle setzt auf autonome Execution

Der Launch erfolgt in einer spannenden Phase für Oracle. Trotz hoher Investitionen in KI-Infrastruktur und einem aktuellen Restrukturierungsprogramm verzeichnete das Unternehmen zuletzt einen Rekordwert bei den Remaining Performance Obligations (RPO). Diese unerfüllten Leistungsverpflichtungen, ein Indikator für künftige Umsätze, stiegen um 325 Prozent auf rund 553 Milliarden US-Dollar.

Experten deuten Oracles Schritt als Beginn eines Branchentrends: Vom System of Record zum System of Execution. Während Konkurrenten wie Microsoft (Dynamics 365) und Google (Vertex AI) eigene Agenten-Ökosysteme ausbauen, punktet Oracle mit seiner tiefen Verankerung in den Transaktionssystemen großer Unternehmen. Die tatsächliche Ausführungsfähigkeit der Agenten wird zum neuen Wettbewerbsfeld.

Oracle plan, das Portfolio künftig vierteljährlich zu erweitern, mit Fokus auf Branchen wie Gesundheitswesen, Handel und öffentlicher Sektor. Der nächste logische Schritt könnte die Interoperabilität zwischen Agenten verschiedener Anbieter sein. Mit den 22 neuen Anwendungen legt Oracle nun das Fundament für das autonome Unternehmen.

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