Oracle Corporation, US68389X1054

Oracle-Aktie nach KI-Euphorie: Kommt jetzt der nächste Kursschub?

17.02.2026 - 04:17:29

Oracle gewinnt mit KI?Cloud-Großkunden wieder an Fahrt – doch die Aktie bleibt hinter Big-Tech-Rivalen zurück. Wie groß ist das Nachholpotenzial für deutsche Anleger wirklich – und welches Risiko übersehen viele noch?

Bottom Line zuerst: Oracle ist zurück auf dem Radar der Wall Street – dank boomender Cloud- und KI-Nachfrage. Doch die Oracle Corporation Aktie hat 2025 deutlich schwächer performt als die großen US?Tech-Giganten. Für deutsche Anleger öffnet sich damit ein seltener Mix aus Substanzwert, Dividende und KI?Fantastory – aber mit klaren Fallstricken.

Was Sie jetzt wissen müssen: Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass Oracle beim KI?Boom nicht mehr nur Zaungast ist. Gleichzeitig mahnen Analysten vor Bewertungsrisiken – vor allem nach der starken Rally seit 2023. Für Anleger aus Deutschland wird die Frage drängend: Nachkaufen, halten oder Gewinne sichern?

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Oracle hat sich in den vergangenen Jahren vom klassischen Datenbank-Spezialisten zu einem ernstzunehmenden Cloud- und KI?Infrastrukturanbieter entwickelt. Der Konzern profitiert dabei von zwei Trends, die auch für deutsche Investoren zentral sind: Migration kritischer Unternehmens-IT in die Cloud und explodierender Rechenleistungsbedarf durch KI?Anwendungen.

Im jüngsten veröffentlichten Quartal meldete Oracle erneut zweistelliges Wachstum im Cloud-Geschäft, angefeuert durch Großdeals mit KI?Kunden und Unternehmen, die ihre Datenbanken in Oracles Cloud-Infrastruktur verlagern. Der traditionelle Lizenzumsatz steht hingegen weiter unter Druck – ein Strukturwandel, der die Profitabilität kurzfristig dämpfen, langfristig aber stabilisieren kann.

Im Vergleich zu Hyperscalern wie Microsoft, Amazon oder Alphabet bleibt Oracle beim absoluten Cloud-Volumen zwar kleiner, punktet jedoch in einer Nische: kritische Unternehmenssoftware, Finanz- und Behördendatenbanken, die besonders hohe Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Verfügbarkeit stellen. Genau hier liegt eine Schnittstelle zum deutschen Markt – von DAX?Konzernen über Banken bis hin zu Bundesbehörden, die seit Jahren auf Oracle-Technologie setzen.

Kennzahl (Oracle Corporation) Tendenz laut jüngsten Quartalsberichten
Umsatz gesamt moderates Wachstum, getrieben von Cloud und Support
Cloud & Infrastruktur deutlich zweistelliges Wachstum, KI?Workloads als Treiber
Lizenzgeschäft On?Premise rückläufig bis stagnierend – schleichender Strukturwandel
Gewinnmarge solide, aber belastet durch hohe Investitionen in Rechenzentren
Verschuldung spürbar, unter anderem durch frühere Großübernahmen (z.?B. Cerner)
Dividende regelmäßige Ausschüttung, für US?Tech überdurchschnittlich

Wichtig für Anleger aus Deutschland: Die Oracle-Aktie ist über Xetra, Tradegate und nahezu alle gängigen Online-Broker handelbar – meist als US?Originalaktie mit Dollar-Notiz. Damit greifen Sie direkt auf die Kursbewegungen an der New Yorker Börse zu, tragen aber gleichzeitig ein Währungsrisiko gegenüber dem Euro.

Gerade in Phasen eines schwächeren Euro kann das für deutsche Investoren zum Turbo werden: Steigt der US?Dollar, steigen in Euro gerechnete Gewinne zusätzlich. Umgekehrt droht bei einer Euro-Aufwertung ein negativer Währungseffekt, selbst wenn der Oracle-Kurs in Dollar seitwärts läuft.

Im Kursverlauf der vergangenen Jahre zeigt sich ein klarer Trend: Nach längerer Seitwärtsphase hat Oracle im Zuge des globalen KI?Hypes kräftig aufgeholt. Dennoch blieb die Performance hinter manchen Mega-Cap-Techwerten zurück. Das weckt bei professionellen Investoren in Frankfurt und Zürich zunehmend Interesse – als „Value?Tech“ mit KI-Fantasie.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Aktuelle Analystenkommentare von US?Häusern wie Goldman Sachs, JPMorgan oder Morgan Stanley zeichnen ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild. Viele Research-Abteilungen stufen Oracle zwischen „Overweight“ und „Hold“ ein. Begründung: solides Kerngeschäft, attraktive Cloud-Pipeline – aber keine Schnäppchenbewertung mehr.

Auch europäische Institute, darunter einige in Frankfurt und London, sehen in der Aktie einen stabilen Langfristwert für technologieaffine Dividendenanleger. Die Kursziele liegen je nach Szenario unterschiedlich: Optimistische Häuser setzen auf weiteres zweistelliges Wachstum im Cloud-Bereich und trauen Oracle mittelfristig weitere Kurssteigerungen zu. Vorsichtigere Analysten warnen jedoch vor Übertreibungen im KI?Narrativ und verweisen auf die starke Konkurrenz durch Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google Cloud.

  • Pro?Argumente der Analysten:
    • hohe Kundenbindung bei Großunternehmen und Behörden
    • wachsende Bedeutung von Datenbanken für KI?Modelle
    • skalierbare Cloud-Infrastruktur, gezielt für Daten- und KI?Workloads optimiert
    • regelmäßige Dividendenzahlungen – im Tech-Sektor weiterhin selten
  • Contra?Argumente der Analysten:
    • intensiver Wettbewerbsdruck durch größere Cloud-Anbieter
    • hohe Investitionsausgaben für Rechenzentren drücken kurzfristig die Marge
    • Verschuldung und Integrationsrisiken aus vergangenen Übernahmen
    • Bewertung bereits ambitioniert, falls das Wachstum nachlässt

Was bedeutet das für Sie als Privatanleger in Deutschland? Oracle wird von vielen Profis nicht als spekulativer KI?Penny-Stock gesehen, sondern als Blue Chip mit strukturellem Rückenwind. Wer investiert, setzt weniger auf den „schnellen Verdoppler“, sondern eher auf kontinuierlichen Wertzuwachs plus Dividende – allerdings mit Tech-typischer Volatilität.

Spannend ist der Blick auf ETF- und Fondsströme: Zahlreiche globale Technologiefonds, die bei deutschen Brokern als Sparplan verfügbar sind, haben Oracle in den vergangenen Quartalen aufgestockt. Das erhöht die indirekte Oracle-Exposure vieler deutscher Sparer, ohne dass ihnen dies bewusst ist – etwa über breit gestreute US?Tech- oder KI?ETFs.

Was Oracle speziell für den deutschen Markt interessant macht

Anders als viele kleinere US?Softwarewerte ist Oracle tief im deutschen Unternehmenssektor verankert. In Industriekonzernen, Banken, Versicherern und der öffentlichen Verwaltung laufen oft hochkritische Anwendungen auf Oracle-Datenbanken. Entsprechend vorsichtig agieren diese Kunden bei Technologie- und Anbieterwechseln.

Für die Aktie bedeutet das: selbst in schwächeren Konjunkturphasen bricht das Geschäft nicht abrupt ein. Wartungsverträge, Support und Lizenzverlängerungen sorgen für einen berechenbaren Cashflow. Genau diese Stabilität schätzen institutionelle Investoren im DACH?Raum, die ihre Portfolios zunehmend in Richtung „Quality Tech“ ausbalancieren.

Gleichzeitig steigt der Druck auf deutsche Unternehmen, ihre IT?Landschaften für KI?Anwendungen zu rüsten – etwa für Predictive Maintenance in der Industrie, Betrugserkennung im Banking oder personalisierte Angebote im E?Commerce. Diese Projekte generieren zusätzliche Cloud- und Datenbankumsätze, von denen Oracle direkt profitieren kann.

Risiken, die deutsche Anleger nicht unterschätzen sollten

  • Währungsrisiko: Die Aktie notiert in US?Dollar. Starke Währungsschwankungen können die Euro-Rendite deutlich verzerren.
  • Regulatorik & Datenschutz: Europäische und deutsche Datenschutzregeln (Stichwort DSGVO) erhöhen den Compliance-Aufwand. Verzögerungen bei Cloud-Migrationsprojekten sind möglich.
  • Technologischer Paradigmenwechsel: Neue Datenbank- und KI?Plattformen könnten etablierte Systeme unter Druck setzen. Oracle investiert massiv, muss aber technologisch Schritt halten.
  • Bewertung: Nach mehreren Jahren Aufholjagd ist ein Teil der KI?Fantasie bereits eingepreist. Enttäuschende Quartale können zu scharfen Kursreaktionen führen.

Für Privatanleger heißt das: Eine Oracle-Position sollte in der Regel nur Teil eines breit gestreuten Tech?Portfolios sein – nicht die alleinige Wette auf KI oder Cloud. Wer stark auf Europa fokussiert ist, kann Oracle als gezielte Beimischung nutzen, um vom US?Tech- und KI?Trend zu profitieren.

Strategische Einordnung im Depot

Im Vergleich zu hoch bewerteten KI?Spezialisten wirkt Oracle für viele Vermögensverwalter wie ein relativ defensiver Techwert. Stabiler Cashflow, Dividende, starke Marktstellung – aber weniger explosive Wachstumsstory. Für langfristige Anleger in Deutschland, die bereits auf DAX?Schwergewichte setzen, kann Oracle ein Baustein zur globalen Diversifikation sein.

Wer bereits stark in US?Tech investiert ist (z.?B. über ETFs auf den Nasdaq 100), sollte prüfen, ob Oracle nicht ohnehin schon indirekt im Depot steckt. Zusätzliche Einzelpositionen erhöhen dann das Konzentrationsrisiko. Umgekehrt kann eine gezielte Einzelaktienposition sinnvoll sein, wenn man spezifisch an Oracles Cloud- und Datenbankkompetenz glaubt und über den ETF?Durchschnitt hinausgewichten möchte.

Fazit für deutsche Anleger: Oracle ist kein „verstecktes Juwel“, sondern ein etablierter, globaler IT?Konzern, der sich erfolgreich in die KI? und Cloud?Welt transformiert. Die Aktie bietet ein Spannungsfeld aus Substanz, Dividende und Zukunftsthema. Ob sich ein Einstieg lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft, der bestehenden Tech?Quote im Depot und Ihrem Blick auf den US?Dollar ab.

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