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Operation Red Card 2.0: Schlag gegen Cyberkriminalität in Afrika

22.02.2026 - 06:09:12 | boerse-global.de

Eine internationale Polizeioperation deckte Schäden von 45 Millionen Euro auf und beschlagnahmte Millionenbeträge. Die Aktion zeigt die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Betrugsmethoden.

In einer groß angelegten Aktion haben Behörden in 16 afrikanischen Ländern 651 mutmaßliche Cyberbetrüger festgenommen. Die von INTERPOL unterstützte „Operation Red Card 2.0“ beschlagnahmte über 4,3 Millionen Euro und deckte Betrugsschäden von mehr als 45 Millionen Euro auf.

Die achtwöchige Operation, die Ende Januar endete und am 19. Februar 2026 bekanntgegeben wurde, zeigt das globale Ausmaß digitaler Kriminalität. Ermittler identifizierten über 1.200 Opfer auf mehreren Kontinenten und schalteten 1.442 schädliche Domains, Server und IP-Adressen ab. Die Aktion unterstreicht die dringende Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit gegen grenzenlose Finanzbetrügereien.

Koordinierter Schlag gegen Betrugsnetzwerke

Unter dem Dach der „African Joint Operation against Cybercrime“ (AFJOC) gingen Polizeibehörden aus Nigeria, Kenia, der Elfenbeinküste und Ghana gezielt gegen Hochzins-Anlagebetrug, Mobile-Money-Scams und gefälschte Kreditanträge vor. Die Ergebnisse variierten je nach Land.

In Nigeria zerschlug die Polizei ein Netzwerk, das junge Menschen für Cyberkriminalität anwarb. Über 1.000 gefälschte Social-Media-Profile wurden gelöscht. In einem anderen Fall knackte eine Bande die Systeme eines großen Telekommunikationsanbieters, um massenhaft Guthaben und Daten zu stehlen und weiterzuverkaufen. Kenianische Behörden nahmen 27 Personen fest, die über Messengerdienste mit gefälschten Erfolgsgeschichten lockten. In der Elfenbeinküste unterband die Polizei einen Mobilkredit-Betrug, beschlagnahmte Hunderte Telefone und SIM-Karten und verhaftete 58 Verdächtige.

KI und Deepfakes: Die neue Waffe der Betrüger

Die Notwendigkeit solcher Großaktionen wird durch die rasante Entwicklung der Betrugsmethoden deutlich. Im Jahr 2026 setzen Kriminelle zunehmend auf künstliche Intelligenz (KI), um täuschend echte Phishing-E-Mails, Deepfake-Videos von Prominenten oder sogar geklonte Stimmen von Angehörigen für fingierte Notfälle zu erzeugen.

Die Strategie der Täter wird immer ausgefeilter: Beim Omni-Channel-Phishing wird ein einziges Betrugsszenario über E-Mail, SMS und Telefonanrufe gleichzeitig verbreitet, um es glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Zudem erschaffen Kriminelle synthetische Identitäten aus echten und erfundenen Daten, um Sicherheitschecks von Banken zu umgehen. Das Kopieren seriöser Banken-Websites und Social-Media-Profile ist ebenfalls an der Tagesordnung.

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Vom Reagieren zum Vorbeugen: Neue Strategien der Strafverfolgung

Die Betrugsmaschen basieren oft auf ausgeklügelter Social Engineering, die Vertrauen ausnutzt und künstlichen Zeitdruck erzeugt. Erst diese Woche meldeten nigerianische Behörden die Festnahme von sieben Personen, die mit Hunderten gefälschten Facebook-Profilen Opfer in den USA und Großbritannien in Krypto-Betrug lockten.

Einige Strafverfolgungsbehörden gehen nun in die Offensive. Die Polizei in Noida, Indien, analysierte verdächtige Geldflussmuster und kontaktierte proaktiv 122 Menschen, die gerade Opfer von Investitionsbetrug wurden. Diese intelligenzgesteuerte Vorwarnung verhinderte weitere Überweisungen und ermöglichte das Einfrieren von Konten. In einem Fall stoppten Beamte einen Mann in seiner Muttersprache, der bereits 40.000 US-Dollar verloren hatte.

Internationale Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Der industrielle Maßstab moderner Betrugszentren erfordert eine vereinte Antwort von Strafverfolgung, Tech-Unternehmen und der Öffentlichkeit. Der Erfolg der Operation Red Card 2.0 wird der engen Partnerschaft und dem Informationsaustausch zwischen INTERPOL und nationalen Polizeibehörden zugeschrieben.

Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit die beste Verteidigung. Experten raten, unerbetenen Investment-Angeboten – besonders mit Garantien oder überdurchschnittlichen Renditen – äußerst skeptisch zu begegnen. Seriöse Unternehmen setzen niemals unter Druck oder fordern Zahlungen via Geschenkkarten, Kryptowährung oder Western Union. Bevor Geld fließt oder Daten preisgegeben werden, sollte die Identität des Gegenübers stets über offizielle Kanäle unabhängig überprüft werden.

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